Dell will angeblich Teile seines Software-Geschäfts veräußern

Aktuell verhandelt es laut Reuters mit den Investmentunternehmen Elliot Management und San Francisco Partners. Im Gespräch ist ein Kaufpreis von rund 2 Milliarden Dollar. Zum Verkauf sollen unter anderem der 2012 übernommene IT-Management-Spezialist Quest Software sowie die Security-Tochter SonicWall stehen.

Dell plant offenbar den Verkauf von Teilen seiner Software-Sparte. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, verhandelt es aktuell mit den Investmentfirmen Elliot Management und San Francisco Partners. Demnach könnte die Transaktion schon diese Woche über die Bühne gehen, eventuell aber auch noch scheitern. Im Gespräch sei ein Kaufpreis von rund 2 Milliarden Dollar.

Dell-Logo (Bild: Dell)Den Quellen von Reuters zufolge will sich Dell unter anderem vom 2012 für 2,4 Milliarden Dollar übernommenen IT-Management-Spezialisten Quest Software sowie von der Security-Tochter SonicWall trennen. Andere Bereiche wie die Cloud-Management-Technik von Boomi sollen hingegen nicht zum Verkauf stehen. Offizielle Stellungnahmen von Dell oder den Investoren liegen bisher nicht vor.

Offensichtlich will Dell weniger gewinnträchtige Bereiche veräußern. Ganz überraschend käme dieser Schritt nicht. Im März hatte Denali Holding, das Mutterunternehmen des inzwischen privatisierten Technologiekonzerns, in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC vor gewissen Risiken durch die bevorstehende Übernahme des Storage-Spezialisten EMC gewarnt. Dell kündigte zugleich an, möglicherweise Unternehmensteile zu verkaufen, die nicht zum Kernbereich gehören. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden Quest Software und SonicWall als Verkaufskandidaten gehandelt. Damals stand jedoch eine Summe von rund 10 Milliarden Dollar im Raum.

Im März hatte Dell schon den 2009 für 3,4 Milliarden Dollar übernommenen IT-Dienstleister Perot Systems für 3 Milliarden Dollar an die japanische NTT Data Corp verkauft, die damit Expansionspläne in Nordamerika umsetzen will. Einen Monat später brachte Dell die Sicherheitssparte SecureWorks an die Börse, was ihm über 110 Millionen Dollar einbrachte.

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Nach Abschluss ihrer Fusion werden EMC und Dell unter dem Namen Dell Technologies firmieren, wie Dell-CEO Michael Dell Anfang Mai auf der voraussichtlich letzten Hausmesse EMC World in Las Vegas ankündigte. Ähnlich wie EMC in der Vergangenheit werde man künftig als eine „Familie von Firmen mit sich ergänzenden Fähigkeiten“ auftreten. Zu dem neu formierten Unternehmen zählen außer der Marke Dell auch EMC Information Infrastructure, VMware, Pivotal, RSA und Virtustream.

Die Akquisition in Höhe von rund 67 Milliarden Dollar gilt als die größte in der IT-Geschichte. Nach Schätzungen von Branchenexperten muss Dell etwa 40 Milliarden Dollar finanzieren. Sollten die EMC-Aktionäre dem Verkauf am 19. Juli zustimmen, wird Dell über 70 Prozent an EMC besitzen. Letzteres hält wiederum eine Kontrollmehrheit an VMware und RSA Security.

Der Teilverkauf der Software-Sparte soll nun die Übernahmekasse von Dell auffüllen, aber wahrscheinlich auch eine Fokussierung auf das Kerngeschäft ermöglichen. Nach dem Kauf von EMC wird Dell voraussichtlich weitere Restrukturierungsmaßnahmen umsetzen. In einem weiteren Schritt wird es EMC nach der Fusion ebenfalls von der Börse nehmen. Dadurch könne man ohne den Druck der Anleger langfristig neue Technologien entwickeln.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

Themenseiten: Dell, EMC, Quest Software, SonicWALL, Übernahmen

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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