Autoren des Banking-Trojaners SpyEye zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt

Der 27-jährige Russe Aleksandr Andrejewitsch Panin muss als Hauptentwickler für neun Jahre und sechs Monate in Haft. Gegen seinen gleichaltrigen Kompagnon Hamza Bendelladj aus Algerien, der vor allem für den Vertrieb des zugehörigen Botnetz-Kit verantwortlich war, verhängte das US-Gericht eine 15-jährige Haftstrafe.

Ein US-Gericht hat die Hintermänner hinter dem Banking-Trojaner SpyEye zu einer kombinierten Gefägnisstrafe von 24,5 Jahren verurteilt. Der Russe Aleksandr Andrejewitsch Panin alias Gribodemon sowie der Algerier Hamza Bendelladj alias BX1 sollen die Malware entwickelt und über ein Botnetz-Toolkit verteilt haben, die weltweit einen Schaden von mehreren hundert Millionen Dollar anrichtete, teilte das US-Justizministerium mit.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)Gegen den 27-jährigen Panin verhängte das Gericht aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia wegen Verschwörung zum Computer- und Bankbetrug eine Haftstrafe von neun Jahren und sechs Monaten. Er war der hauptsächlich für die Entwicklung und Verteilung von SpyEye verantwortlich. Das Botnetz-Kit erlaubte es auch Cyberkriminellen ohne weitreichende technische Kenntnisse, den Banking-Trojaner einzusetzen, um von ihren Opfern Millionen zu erbeuten.

Der ebenfalls 27 Jahre alte Bendelladj, der sich bereits im Juni 2015 schuldig bekannt hatte, Panin bei der Entwicklung und Vermarktung des SypEye Kit geholfen zu haben, muss für 15 Jahre ins Gefängnis. Er hatte auch eingeräumt, ein eignes SpyEye-Botnetz aus gehackten Windows-Rechnern betrieben zu haben, mit der er 200.000 Kreditkartennummern stahl. Nach Rechnung der Staatsanwaltschaft, die von einem Schaden von 500 Dollar pro Kreditkarte ausgeht, habe BX1 alleine einen Schaden von 100 Millionen Dollar verursacht.

Umfrage

Wie teuer dürfen 2-in-1-Geräte Ihrer Ansicht nach sein?

Ergebnisse anzeigen

Loading ... Loading ...

„Man kann die Bedeutung dieses Falls nicht genug betonen, nicht nur in Hinsicht darauf, dass zwei erfolgreiche Computerhacker ihrer gerechten Strafe zugeführt wurden, sondern auch darauf, dass damit unermesslicher Schaden von Individuen und der Finanzbranche weltweit abgewendet wurde“, erklärte John Horn, Staatsanwalt für den nördlichen Distrikt von Georgia.

Bendelladj war im Januar 2013 auf dem Weg von Malaysia nach Ägypten in Bangkok verhaftet worden. In dem Verfahren vorgelegte Chatprotokolle machten deutlich, dass er Panin zwar beim Aufstieg von SpyEye geholfen hat, indem er sich etwa in Untergrundforen wie „Darkode“ für ihn verbürgte, die beiden aber im Streit auseinandergingen. Ihre Geschäftsbeziehung endete, als Bendelladj ankündigte, den Quellcode von SpyEye öffentlich verfügbar zu machen. Zuvor kümmerte er sich in erster Linie um die Vermarktung von SpyEye, dass er in einschlägigen Foren als kostengünstigere und leistungsfähigere Alternative zum Zeus Botnet Creation Kit bewarb. Er schaltete sogar animierte Anzeigen, in denen SpyEye als „Zeuskiller“ bezeichnet wurde. Dies war zumindest dahingehend zutreffend, als dass SpyEye den konkurrierenden Banking-Trojaner Zeus von einem Rechner entfernte, ehe es ihn selbst infizierte.

WEBINAR

Webinaraufzeichnung: Server-Modernisierung als Chance für KMUs

Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Intel® Xeon® Prozessoren sind aktuelle Server deutlich leistungsfähiger als ihre Vorgängermodelle. Unternehmen können durch die Investition in neue Server Kosten senken sowie Leistung und Effizienz steigern.

Im Oktober 2010 kamen dann erste Gerüchte auf, dass Zeus und SpyEye ihre Rivalität beenden und sich zusammenschließen wollen. „Panin entwickelte SpyEye als Nachfolger der berüchtigten Zeus-Malware, die seit 2009 weltweit verheerenden Schaden bei Finanzinstituten angerichtet hat“, so das US-Justizministerium. „Im November 2010 erhielt Panin von Jewgenij Bogatschew alias Slavik angeblich den Quellcode und das Recht, Zeus zu verkaufen. Er baute danach viele Komponenten von Zeus in SpyEye ein. Bogatschew ist weiterhin auf freiem Fuß und der vom FBI meistgesuchte Cyberkriminelle.“

Laut dem FBI war SpyEye im Zeitraum von 2010 bis 2012 der dominierende Banking-Trojaner. Er wurde weltweit von einem Syndikat aus Cyberkriminellen eingesetzt, um über 50 Millionen Computer zu infizieren. Sie richteten damit einen finanziellen Gesamtschaden von knapp einer Milliarde Dollar an.

Tipp: Kennen Sie die berühmtesten Hacker? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Autoren des Banking-Trojaners SpyEye zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt

Kommentar hinzufügen
  • Am 23. April 2016 um 16:50 von C

    Wieso hohe Strafe?

    10 bzw. 15 Jahre für 1 MRD US-$ Schaden finde Ich nicht hoch angesichts der vielen Geschädigten. Im Gegenteil…

    Sorry, kein Mitleid. Das hier ist nicht Spaß oder ein dummer Jungen-Streich.

    • Am 23. April 2016 um 23:12 von Judas Ischias

      Finde ich auch, dass die Länge nur auf den ersten Blick hoch erscheint.
      Wer weiß denn was die Geschädigten noch alles auszustehen hatten, und vielleicht sogar noch haben, nur weil sich so ein Gesindel auf „leichte Art“
      die Taschen voll machen wollten.
      Wer weiß denn, wie viel Geld noch irgendwo gebunkert ist, was nach absitzen der Strafe abzuholen ist?
      Und wer weiß denn, ob diese Typen die Strafe komplett bis auf den letzten Tag absitzen müssen, oder schon etliche Jahre eher entlassen werden?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *