Crypto-Ransomware Chimera droht mit Veröffentlichung von Nutzerdaten

Es fehlen allerdings die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung der Drohung. Chimera bietet darüber hinaus ein Partnerprogramm an. Die Hacker verkaufen die Malware für eine Provision von 50 Prozent als Ransomware-as-a-Service.

Trend Micro hat eine neue Erpresser-Malware entdeckt, die Nutzerdaten verschlüsselt. Um den Druck auf die Opfer zu erhöhen, droht die als Chimera bezeichnete Schadsoftware, die Daten im Internet zu veröffentlichen, falls kein Lösegeld bezahlt wird. Trend Micro zufolge ist Chimera die erste Crypto-Ransomware, die dieses Druckmittel einsetzt.

Lösegeldforderung der Ransomware Chimera (Bild: Trend Micro)„Unsere Analyse zeigt, dass die Malware trotz der Drohung keine Funktion besitzt, um die Daten eines Opfers an einen Befehlsserver zu verschicken“, schreibt Anthony Joe Melgarejo, Threat Response Engineer bei Trend Micro, in einem Blogeintrag. Sie sende lediglich eine selbst generierte Opfer-ID, eine Bitcoin-Adresse und den privaten Schlüssel.

Eine weitere Neuerung von Chimera ist ein Partnerprogramm. Die Lösegeldforderung weist gezielt darauf hin: „Weitere Informationen im Quellcode dieser Datei“. Der Code wiederum enthält eine Adresse des legitimen Peer-to-Peer-Protokolls Bitmessage, das eine verschlüsselte und anonyme Kommunikation erlaubt. Die Adresse sei im Quellcode versteckt, um gezielt Nutzer mit technischen Fähigkeiten anzusprechen, vermutet Trend Micro.

Der Verkauf der Ransomware als Dienst (Ransomware-as-a-Service) an andere Erpresser verringere das Risiko, die illegalen Aktivitäten zu den eigentlichen Hintermännern weiterzuverfolgen, so Trend Micro weiter. Für ihre Dienste verlangten die Cyberkriminellen eine Provision von 50 Prozent.

Chimera bedroht laut Trend Micro ausschließlich Windows-Systeme. Die Malware ist mindestens seit Ende September im Umlauf und wird nicht nur von Trend Micro, sondern auch von anderen Sicherheitsanbietern wie Eset, Kaspersky und Avira erkannt. Das von Chimera ausgehende Risiko sowie das Schadenspotential stuft Trend Micro als „hoch“ ein.

Für 2016 sagt Trend Micro eine weitere Zunahme von Erpresser-Malware voraus. Von einer Zahlung eines geforderten Lösegelds rät das japanische Unternehmen indes ab – es gebe keine Garantie, dass sich die Kriminellen an das Geschäft halten. Um sich vor Ransomware zu schützen, empfiehlt Trend Micro eine regelmäßige Datensicherung auf unterschiedlichen Medien.

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