Google plant angeblich eigenen Play Store für China

Er soll schon im kommenden Jahr starten. Google will sich angeblich an die Vorgaben zur Filterung von Inhalten und Speicherung aller Daten in China halten. Es soll zudem die Einführung weiterer Dienste in dem Land planen.

Google will im kommenden Jahr angeblich eine chinesische Version seiner Google-Play-Smartphone-App anbieten. Das berichtet Reuters unter Berufung auf zwei mit den Plänen des Internetkonzerns vertraute Quellen. Demnach würde Google einen Play Store speziell für China einrichten, der nicht mit den in anderen Ländern verfügbaren Online-Marktplätzen verbunden sein soll.

Logo von Google Play (Bild: Google)Dem Bericht zufolge beabsichtigt Google, sich an die chinesischen Zensurgesetze zu halten und Inhalte herauszufiltern, die von der regierenden Kommunistischen Partei als sensibel eingestuft werden. Google wolle außerdem die Vorgabe umsetzen, alle Daten des App Store in China zu speichern.

Ein chinesischer App Store wäre Googles erster wichtiger Vorstoß in der Volksrepublik, seit es im Jahr 2010 sein lokales Suchangebot einstellte beziehungsweise nach Hongkong auslagerte. Auslöser waren die Zensurgesetze des Landes, die Google nicht länger befolgen wollte. Das Unternehmen zog sich zwar nicht vollständig aus China zurück, aber die meisten seiner Dienste sind im Reich der Mitte nicht verfügbar.

Einen erfolgreichen Start des chinesischen App Store werde Google zum Anlass nehmen, auch andere Produkte und Dienste in dem Land anzubieten, heißt es weiter in dem Bericht. Google habe aber noch nicht entschieden, welches Produkt als nächstes an den chinesischen Markt angepasst werde.

Reuters zufolge haben CEO Sundar Pichai und andere führende Manager des Internetkonzerns kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie nach China zurückkehren wollen und dass der Play Store im Mittelpunkt dieser Bemühungen stehe. Kritiker betonten jedoch, Google habe inzwischen den chinesischen Markt vor allem in den Bereichen Suche und Videostreaming an inländische Anbieter verloren.

WEBINAR

Wie eine optimale IT-Infrastruktur für UCC-Lösungen die Produktivität Ihrer Mitarbeiter steigert

Das Webinar “Wie eine optimale IT-Infrastruktur für UCC-Lösungen die Produktivität Ihrer Mitarbeiter steigert” informiert Sie über die Vorteile einer Unified Communications & Collaboration-Lösung (UCC) und skizziert die technischen Grundlagen, die für die erfolgreiche Implementierung nötig sind. Jetzt registrieren und die aufgezeichnete Fassung des Webinars ansehen.

Eine der Reuters-Quellen will erfahren haben, dass der Play Store nach dem chinesischen Neujahrsfest im Februar kommenden Jahres und vor Sommerbeginn starten soll. Eine andere Person, die für einen Partner von Google in China arbeitet, habe lediglich von einer Einführung im Jahr 2016 gesprochen.

Als Bezahlmöglichkeiten setze Google auf den Dienst Alipay von Alibaba sowie WeChat Payment von Tencent, ergänzte eine der Quellen. Google benötige zudem nicht die ausdrückliche Genehmigung der chinesischen Regierung für den Launch des App Store. Es müsse sich lediglich an die staatlichen Vorgaben für die Filterung von Inhalten und die Speicherung von Daten halten.

Der chinesische Markt ist laut Reuters so groß, dass Google ihn nicht länger ignorieren könne. Apple, das die lokalen Gesetze respektiere, habe im vergangenen Geschäftsjahr in der Region, die neben der Volksrepublik auch Taiwan und Hongkong umfasst, 58,7 Milliarden Dollar umgesetzt.

Tipp: Wie gut kennen Sie Google? Testen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen bei ITespresso.

Themenseiten: Apps, China, E-Commerce, Google, Mobile

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
Freier Mitarbeiter
Stefan Beiersmann
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Google plant angeblich eigenen Play Store für China

Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *