Trend Micro: Siri gibt trotz Gerätesperre persönliche Daten preis

Apple soll die Privatsphäre seiner Nutzer zugunsten einer einfachen Bedienung opfern. Siri gewährt auch ohne Eingabe eines Passworts Zugriff auf private Informationen und Funktionen wie Telefon und SMS. Apple schlägt als Lösung vor, den Zugriff auf Siri bei aktiver Gerätesperre nicht zu erlauben.

Trend Micro wirft Apple vor, im Zusammenhang mit seinem digitalen Sprachassistenten Siri den Schutz der Privatsphäre seiner Nutzer zugunsten einer einfachen Bedienung zu opfern. Auch bei gesperrten iPhones ist es dem Sicherheitsunternehmen zufolge möglich, persönliche Informationen des Nutzers abzufragen.

Apple Siri (Bild: Josh Miller/CNET).„Was wäre, wenn ich Ihnen sagen würde, dass es nur 30 Sekunden braucht, um auf dem Siri-fähigen iOS-Gerät eines Freundes auf den vollständigen Namen, die E-Mail-Adresse, die Telefonnummer und sein Foto zuzugreifen, egal ob das Telefon gesperrt ist oder nicht? Beunruhigt?“, fragt Trend Micro in einem Blogeintrag.

„Idealerweise sollte ein Passwort unautorisierte Zugriffe auf alle auf einem mobilen Gerät gespeicherten Informationen verhindern. Ein gesperrtes Gerät soll nicht die Identität des Besitzers und seine Kontaktdaten und auch nicht die seiner Freunde, Familie und Bekannten preisgeben“, so Trend Micro weiter. „Siri umgeht dies und liefert auf einem gesperrten mobilen Gerät detaillierte Informationen und andere Funktionen.“

Jeder mit einem physischen Zugriff auf ein iOS-Gerät mit Siri kann laut Trend Micro per Sprachbefehl beispielsweise auch SMS-Nachrichten verschicken, Telefonnummern anrufen, den Standort abrufen, gespeicherte Kontakte und auch Termine anzeigen. Alle diese Daten könnten aber auch Strafverfolger einsehen.

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Trend Micro fordert nun von Apple, die Daten seiner Nutzer besser vor einem Missbrauch zu schützen. Als mögliche Schutzmaßnahmen schlägt das Unternehmen eine Identitätsüberprüfung per Stimme oder eine Passwortabfrage vor dem Zugriff auf vertrauliche Daten oder Funktionen wie Telefon und SMS vor. „Bis die Macher von Siri Schritte einleiten, um einen Missbrauch trotz Gerätesperre zu verhindern, empfehlen wir, dass iOS-Nutzer genau darauf achten, wer mit ihren Siri-fähigen Geräten umgeht, und den persönlichen Assistenten bei Bedarf abzuschalten.“

Dem Blogeintrag zufolge hat das japanische Unternehmen seine Vorschläge auch Apple unterbreitet. Der iPhone-Hersteller habe erklärt, Nutzer könnten sich vor den genannten Szenarien schützen, indem sie den Zugriff auf den Sprachassistenten bei gesperrtem Gerät deaktivieren. Die Einstellung kann im Menü unter dem Punkt Code geändert werden.

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3 Kommentare zu Trend Micro: Siri gibt trotz Gerätesperre persönliche Daten preis

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  • Am 19. November 2015 um 4:41 von Judas Ischias

    Na ja, bei Apple sind die Kunden alle „Experten“, die wissen, dass sie sofort den Zugriff auf den Sprachassistenten ändern müssen.
    Natürlich auch wo und wie. ;)
    Das wird wohl nicht der Fall sein, wie es auch bei den anderen Herstellern und Betriebssystemen genau so wenig der Fall ist.
    Wenn dieser Zustand vom Sprachassistenten normal ist, um dem Besitzer „unnötig Arbeit“ zu ersparen, hat sich das ja ab jetzt erledigt.
    Zumindest für die Leute die auch ZDNet lesen. ;)
    Der Großteil der Leute bekommt solche Meldungen doch überhaupt nicht mit, oder es ist ihnen egal, weil diese Dinge sowieso immer nur den anderen Leuten passieren.

    • Am 19. November 2015 um 9:13 von Atx

      Da hat einer aber schlecht geschlafen! Einfach in die Einstellungen schauen. Siri ist bei mir prinzipiell aus. Wer mit Geräten spricht hat bald soziale Probleme. Wenn man die Jugendlichen sieht, die nicht mehr miteinander sprechen können, selbst im gleichen Raum, da kann man seine Schlussfolgerungen ziehen. Zum einrichten der iOs Devices muss man keinen Doktor haben, nur einen gesunden Menschenverstand. Der wird von J. I. jedem Nutzer abgesprochen, was ein klares Bild auf den Geistigen Zustand gibt. Geh einfach mal zum Psychiater.

  • Am 1. Dezember 2015 um 19:48 von D.Hems

    ganz ehrlich: TrendMicro sollte erstmal überlegen, ob inen 80.000.000 deutsche noch wichtig sind. den support in deutsch haben sie jedenfalls eingestellt. wer so arrogant ist, bewertet wahrscheinlich auch Unternehmen mit Apple mit Verachtung.

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