Bestätigt: Dell übernimmt EMC für 67 Milliarden Dollar

Pro Anteilsschein erhalten EMC-Aktionäre 24,05 Dollar in bar und 0,111 Aktien von VMware, das größtenteils EMC gehört. VMware bleibt als eigenständiges und an der Börse gehandeltes Unternehmen bestehen.

UPDATE 15.50 Uhr

Dell hat die Übernahme von EMC bestätigt. EMC-Aktionäre erhalten pro Anteilsschein 24,05 Dollar in bar und 0,111 Aktien von VMware, das größtenteils zu EMC gehört. Damit erhöht sich die Summe, die EMC-Aktionäre insgesamt pro Anteilsschein erhalten, auf 33,15 Dollar. Der Kaufpreis erreicht damit ein Volumen von 67 Milliarden Dollar. VMware bleibt als eigenständiges und an der Börse gehandeltes Unternehmen bestehen.

Die Akquisition soll bis Mitte 2016 abgeschlossen sein. Dann soll Dell etwa 70 Prozent an EMC besitzen. CEO des gemeinsamen Unternehmens wird Michael Dell. Bis zur endgültigen Übernahme führt der bisherige EMC-CEO Joe Tucci die Geschäfte.

[Ursprüngliche Meldung von 10.10 Uhr]

Dell wird angeblich noch heute die Übernahme von EMC bekannt geben. Das berichtet Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Transaktion hat demnach einen Wert von mindestens 53,6 Milliarden Dollar, der aktuellen Marktkapitalisierung des Storagespezialisten. Der Kaufpreis wiederum soll bei rund 33 Dollar je Aktie liegen, was einem Aufschlag von 18 Prozent oder mehr als 5 Dollar auf den Schlusskurs von Freitag entsprechen würde.

Dell-Logo (Bild: Dell)Die Verhandlungen zwischen Dell und EMC sowie die Gespräche mit Banken über die notwendige Finanzierung wurden laut Reuters am Sonntag fortgesetzt. Beide Seiten hofften, eine Vereinbarung am Montag oder am Dienstag präsentieren zu können. Etwa 25 Dollar je Aktie zahle Dell wahrscheinlich in Bar, den Marktwert der EMC-Beteiligung an VMware in Aktien.

Darüber hinaus soll EMC durchgesetzt haben, dass es in einem bestimmten Zeitraum auch Kaufangebote von anderen Interessenten einholen kann. Dell erhalte, falls sich EMC mit einem anderen Bieter einige, eine nicht näher genannte Entschädigung. Eine derartige Bedingung sei nicht ungewöhnlich, so Reuters weiter. Sie zeige, dass CEO Joe Tucci alle Möglichkeiten nutze, um die Aktionäre davon zu überzeugen, dass ein Verkauf an Dell die beste Option für das Unternehmen ist.

Als mögliche Mitbieter nennt Reuters IBM, Cisco und Hewlett-Packard. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines der Unternehmen tatsächlich in einen Bieterstreit um EMC einsteige, sei jedoch gering.

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Der Verkauf von EMC an Dell wäre die bisher größte Firmenübernahme im Technologiesektor. Über einen möglichen Zusammenschluss beider Firmen hatten Reuters und das Wall Street Journal bereits in der vergangenen Woche spekuliert. Zu dem Zeitpunkt schlossen sie auch eine Beteiligung nicht aus.

Dell könnte mit dem Kauf von EMC seine Umwandlung von einem auf Consumer ausgerichteten Unternehmen hin zu einem Anbieter von Technologien für das Enterprise-Segment festigen. Der Einstieg von Dell könnt laut WSJ zudem ein wichtiges Personalproblem bei EMC lösen. Bisher sei die Nachfolge von CEO Joe Tucci ungeklärt, der sich Anfang des kommenden Jahres aus der Unternehmensführung zurückziehen wolle.

Reuters zufolge birgt das Bieterverfahren Risiken für den Käufer. Diese Erfahrung habe Dell bereits 2013 beim Buyout durch Firmengründer Michael Dell gemacht. Der Aktivist-Investor Carl Icahn und die Investmentfirma Blackstone trieben den Preis damals durch eigene Gebote in die Höhe. Auch wenn sich das von Michael Dell geführte Konsortium durchsetzte, musste es rund 350 Millionen Dollar mehr ausgeben als ursprünglich geplant.

EMC hat mit Elliott Management ebenfalls einen Investor, der sich für die Rechte von Anlegern einsetzt. Es hält derzeit rund 2 Prozent der EMC-Aktien.

 

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Stefan Beiersmann
Autor: Stefan Beiersmann
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