Gerichtsurteil: Apple stand Verkaufsverbot für Samsung-Smartphones zu

Das Berufungsgericht gibt den Fall an das zuständige Bezirksgericht zurück. Basis der Entscheidung ist unter anderem der Verstoß gegen das in Deutschland inzwischen ungültige Slide-to-Unlock-Patent. Allerdings fiel die Entscheidung nicht einstimmig. Der Vorsitzende Richter übt sogar heftige Kritik an dem Urteil.

Ein US-Berufungsgericht hat am Donnerstag entschieden, dass Apple ein Verkaufsverbot für Samsungs patentverletzende Smartphones zugestanden hätte. In der ersten Instanz habe das Gericht seinen Ermessensspielraum verlassen, als es Apple eine einstweilige Verfügung gegen Samsung verweigerte, nachdem die Geschworenen das koreanische Unternehmen zu 120 Millionen Dollar Schadenersatz wegen Verstößen gegen drei Apple-Patente verurteilt hatten, berichtet Reuters.

Apple-Samsung-Prozess (Bild: CNET.com)Die Entscheidung betrifft den zweiten im nordkalifornischen San Jose verhandelten Patentstreit zwischen den beiden Smartphoneherstellern. Im Mittelpunkt stehen Schutzrechte für die Autokorrektur und Funktionen zur Erkennung von Daten sowie das Slide-to-Unlock-Patent. Letzteres hatte der Bundesgerichtshof hierzulande im August endgültig für nichtig erklärt, eine Einschätzung, die laut Patentblogger Florian Müller inzwischen 15 europäische Patentrichter in drei Ländern „einstimmig“ vertreten.

In seinem Blog Foss Patents weist Müller darauf hin, dass der Vorsitzende Richter des Court of Appeals gegen die Entscheidung gestimmt hat und damit die Linie der 15 europäischen Gerichte einnehme, während sich die beiden anderen Richter, die sich für eine Verfügung gegen Samsung ausgesprochen haben, dies vor allem mit der Bedeutung der Slide-to-Unlock-Funktion begründen. Angesichts der bisherigen, eindeutigen Rechtssprechung hält Müller sie für eingefleischte Apple-Fanboys oder Patent-Hardliner oder beides. Der Vorsitzende Richter übt ebenfalls starke Kritik an der Mehrheitsentscheidung. Seine Kollegen hätten für das Aufheben des vorinstanzlichen Urteils keine gesetzliche Grundlage und auch den bisherigen Verlauf der Auseinandersetzung nicht beachtet. „Dieser Fall ist noch nicht geschlossen“, urteilt der Vorsitzende Richter in seiner Stellungnahme (PDF, Seite 41)

Samsung versicherte gegenüber Reuters, dass die Entscheidung des Berufungsgerichts keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit der Samsung-Produkte oder den Kundenservice habe. Eine Sprecherin bezeichnete Apples Forderung nach einer Verfügung erneut als „unbegründet. Samsung werde nun eine weitere Prüfung durch alle zwölf Richter des Gerichts beantragen. Apple wiederholte lediglich frühere Kommentare über den Patentstreit. „Samsung hat vorsätzlich unsere Ideen gestohlen und unsere Produkte kopiert.“

Im Mai 2014 hatte eine achtköpfige Jury im zweiten Patentprozess entschieden, dass Samsung drei Schutzrechte von Apple verletzt. Dem iPhone-Hersteller sprach sie dafür 119,6 Millionen Dollar Schadenersatz zu und damit deutlich weniger als die geforderten 2,2 Milliarden Dollar. Im ersten Patentverfahren, in dem der US-Circuit Court of Appeals kürzlich eine weitere Anhörung ablehnt, wird Samsung nun den Supreme Court anrufen, um 400 Millionen der insgesamt 548 Millionen Dollar Schadenersatz anzufechten, die Apple nach Ansicht des Berufungsgerichts zustehen.

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22 Kommentare zu Gerichtsurteil: Apple stand Verkaufsverbot für Samsung-Smartphones zu

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  • Am 18. September 2015 um 9:52 von PeerH

    Schön: „Angesichts der bisherigen, eindeutigen Rechtssprechung hält Müller sie für eingegfleischte Apple-Fanboys oder Patent-Hardliner oder beides.“

    Ein ‚g‘ bei ‚eingefleischt‘ zu viel, und es wäre interessant zu erfahren, was einen ‚Fanboy‘ Richter auszeichnet? Genügt dazu die Vermutung des Herrn Müller allein, oder ist dafür auch die Zustimmung des Autors erforderlich, die möglicherweise beide einfach das Urteil nicht mögen? ;-)

    • Am 18. September 2015 um 16:44 von Kontext

      Steht doch da…. Für ihn (Müller) sind die beiden Richter das, da die eindeutige Rechtsprechung (wobei hier zu klären wäre, was genau er damit meint – könnte wohl der Zusammenhang zu den 15 Gerichten sein, die das Slide to unlock für nichtig erklärten) gegen die Argumentation der Beiden spricht. Zudem hätten sie nach der Ansicht des Vorsitzenden Richters überhaupt keine rechtliche Grundlage das Urteil aufzuheben. Da sie das trotzdem gemacht haben, hält er sie für Fanboys. Die Wortwahl ist natürlich etwas polemisch aber es doch schon seltsam, dass die Beiden wider besseren Wissens handeln. Da ist die Frage schon erlaubt „Warum?“ Wer weiß schon was Obama zu seinem Veto verleitete?
      Das ganze ist beinahe so absurd wie unser Zivilrecht.

      • Am 18. September 2015 um 21:02 von PeerH

        Na ja: es ist nicht gerade üblich, dass ein Richter seine Kollegen anbafft – und als befangen darstellt. Warum fragt Florian Müller nicht, warum er das tut? Insbesondere, wo doch in UK ein ‚pro‘ Samsung urteilender Richter anschließend für Samsung als Berater arbeiten durfte?

        Recht ist das, was deren Urteil sagt: und das fiel Pro Apple aus. Wenn es geprüft wird, ist das der normale Rechtsweg. Man kann anderer Meinung sein, aber ‚Fanboys und Patent-Hardliner‘ ist fast schon Rufmord.

    • Am 18. September 2015 um 17:15 von C

      Die Antwort steht im Artikel:
      „…Seine Kollegen hätten für das Aufheben des vorinstanzlichen Urteils keine gesetzliche Grundlage …“

      Also: weiterhin US-Rechtsprechung für US-Companies….

      Warten wir mal, wenn Obama die Backdoors gesetzlich anordnet. Und Apple hat ja bei den iMessages auch Kleinlaut Daten an die US-Regierung übergeben…
      Ja, ja – wie war das noch: „..wir haben keinen Zugriff auf die Messages…“

      • Am 18. September 2015 um 21:08 von PeerH

        Das ist nun a. eine mutige These – Einflussnahme auf ein Gericht ist kein Spielkram – Du hast sicher mehr Beweise als diese Aussage des leitenden Richters?

        „Also: weiterhin US-Rechtsprechung für US-Companies….“

        Insbesondere, da Google und Microsoft ja wohl als US-Companies hinter Samsung standen.

        Der Rest Deines Kommentars ist schlicht Unsinn – das gleiche Hass Geschwurbel, dass Du immer hier loslässt.

        FUD – und streuen von falschen Gerüchten. Wer seine Daten in die Wolke legt, muss damit rechnen. Da weißt Du, dass es bindende Gesetze gibt.

        Aber ohne Wolke kann Apple nix rausrücken. Aber klar: ist ja nicht das erste Mal, dass Du verwirren und nicht aufklären willst.

        • Am 18. September 2015 um 22:48 von C

          Unsinn? Vielleicht solltest Du nicht nur die Pro-Apple Artikel lesen…

          Backdoor-Vorgaben:
          http://www.heise.de/newsticker/meldung/Crypto-Wars-Obamas-Entscheidung-zu-Zwangs-Hintertueren-erwartet-2820054.html

          iMessages:
          http://www.engadget.com/2015/09/09/apple-refuses-doj-imessage-request/
          http://www.csmonitor.com/Technology/2015/0909/Justice-Department-considered-suing-Apple-over-iMessage-encryption
          http://www.theblaze.com/stories/2015/09/08/the-govt-wanted-real-time-imessages-for-a-criminal-investigation-but-apple-said-no/

          Inzwischen hat Apple Kopien von den besagten iMessages, die sich auf iCloud befanden, an die US-Regierung (lesbar) übergeben….

          Von daher: leg mal Deine Scheuklappen ab, die Realität ist eine andere als das, was Du hier postest!

          • Am 19. September 2015 um 12:07 von PeerH

            Sag ich doch: FUD. Apple kann keine iMessages Inhalte übergeben, aber sollte ich mal so blöd sein, und Inhalte speichern und in die iCloud legen, dann muss Apple per Patriot Act und Gerichtsbeschluss die ausliefern.

            FaceTime und iMessage sind Ende-zu-Ende verschlüsselt und daher sicher. Was in der Cloud liegt, darauf hat Apple Zugriff, und muss es unter Zwang ggfs. ausliefern. Was ist daran missverständlich? Ich hab keine Scheuklappen um, aber Du siehst überall rote Tücher, kaum, dass Du einen Apfel siehst. ;-)

        • Am 18. September 2015 um 23:54 von C

          NACHTRAG:

          https://www.lawfareblog.com/iphones-fbi-and-going-dark
          https://www.schneier.com/blog/archives/2015/08/nicholas_weaver_1.html

          Apple kopiert und speichert iMessages in seiner iCloud. Daraus haben sich die Federales bedient. Die horrende Straf-Androhung hätte – wenn sie umgesetzt worden wäre – Apple binnen zwei Monate Pleite gehen lassen.
          FISC lässt Grüßen.

          Du bist doch hier der Apfel-Freund – kennst Du diese Nachrichten-Lage nicht? Letztendlich hat Apple die kopierten Daten ausgehändigt.
          Und die Federales haben alle Performance & Power, was damit anzufangen.
          DAS sind die Realitäten – und nun träum weiter Deinen Apfel-Traum.

          • Am 19. September 2015 um 12:13 von PeerH

            Ich kenne die Nachrichtenlage sehr gut, und das ist Unsinn: „Apple kopiert und speichert iMessages in seiner iCloud.“ Apple kopiert von iMessage gar nix, weil es Ende-zu-Ende verschlüsselt wäre. Selbst wenn sie es tun würden – meinen Schlüssel haben sie nicht, und damit hätten sie nur Datenmüll ausgeliefert. Rote Tücher überall, Du wirkst verzweifelt.
            Da Du technisch ‚fit‘ zu sein scheinst: schau Dir das hier genauer an – Apple sagt sehr genau was passiert, was nicht geht, welche Daten sie wann kriegen – und welche nicht:

            https://www.apple.com/business/docs/iOS_Security_Guide.pdf

            Und da sind die Sicherheitsmechanismen gut beschrieben.

            Dann siehst Du, was Unsinn ist. Und ich muss nicht entnervt das Weite suchen wie der ‚Namenlose‘. ;-)

          • Am 19. September 2015 um 14:24 von C

            @PeerH

            LESEN & VERSTEHEN ist nicht Deine Stärke, denn sonst hättest Du Dich mal mit den Ausführungen von Nicholas Weaver beschäftigt.

            Auch ignorierst Du die Tatsachen & Fakten, dass eben Apple
            a) die Zwischen-Speicherung durchgeführt hat
            b) die Entschlüsselten iMessages übergeben hat (siehe „WEITERER NACHTRAG“)

            Und jetzt verlang nicht noch von mir BEWEISE beizubringen, die das US-Geheim-Gericht hat.

            Das einzige was von Dir – trotz TATSACHEN – kommt ist: der FUD-Vorwurf.
            In Ermangelung von GEGEN-Beweisen hast Du nichts als Diffamierungen im petto. Sehr überzeugend. Du bist schon in der Nähe des @Namenlosen angelangt. Geh doch bitte zum US-Geheim-Gericht selbst und besorg Dir die Beweise persönlich. Mir reichen bereits die verschiedenen Berichte hierzu, die ein Pattern aufweisen. Und – warum äußert sich denn Apple auf Rückfrage nicht? WEIL SIE EINEN MAUL-KORB verpasst bekommen haben!

            Ich habe Dir genug Beweislage erbracht – jetzt bist Du daran, das Gegenteil zu beweisen. Geht schlecht, gell?
            Von daher diskreditierst Du dich hier, öffentlich… und provozierst die Frage: was zahl Dir der Apfel für jeden Positiven-Apfel-Post?

            Sorry, Du bist auf Apfel-Jünger Niveau angelangt mit Deiner substanzlosen Argumentation. Die von Hr. Weaver beschriebene Abfang-Technik kannst Du nachvollziehen, oder brauchst DU dazu auch noch Nachhilfe?

            Eins noch: Ich rede über Fakten, Du über Mutmaßungen und Spekulationen.
            Ich bin nicht verzweifelt, sondern Du & Apple, da die Werbe-Versprechungen (iMessage ist sicher, wir lesen nicht mit) eben widerlegt wurden. DAS ist Dein Problem, eben überführt worden zu sein. Deine „schöne, heile Welt Bild“ bricht zusammen – und Du willst das nicht akzeptieren.

          • Am 19. September 2015 um 20:14 von PeerH

            Auch die Frage beantworte ich Dir gerne: „Von daher diskreditierst Du dich hier, öffentlich… und provozierst die Frage: was zahl Dir der Apfel für jeden Positiven-Apfel-Post?“

            Nichts. Ich mag es nur nicht, wenn jemand Unsinn schreibt. Und Dein ‚Geheime Tatsachen‘ Zeug ist wirklich sehr skurril. Du pickst Dir selektiv Informationsschnipsel heraus, die in Dein vorgefertigtes Bild über Apple passen, und das biegst Du dann zu kruden Thesen zurecht.

            Sorry, ich glaube wirklich, dass Du ein ernstes Problem hast.

            Weder habe ich Dich diffamiert, das tust Du mit Deinen verbissenen Kommentaren ganz allein, noch habe ich irgend einen Grund zum ‚US-Geheim-Gericht‘ zu gehen – ich bin ja nicht dumm, ich weiß ja, dass sie mir nichts sagen werden. ;-)

            Lies hier noch mal genau nach, und Du wirst sehen, dass Du Dich völlig verrannt hast: https://www.apple.com/de/privacy/government-information-requests/

            Und hier der Transparenzbericht: 2. Halbjahr 2014
            https://www.apple.com/privacy/docs/government-information-requests-20141231.pdf

            (PS: Du kannst natürlich irgendwelche Blog Links zur Wahrheit erheben, aber dann sind wir schon längst von Ausserirdischen durchwandert, die Illuminati haben die Weltherrschaft, und die Herrschaft der Kakerlaken steht bevor. Vielleicht solltest Du erst mal genau prüfen wer ‚bloggt‘, und was ein ‚Blog‘ ist? ;-))

            Mein Rat: läster über die wirklich bösen Konzerne (Google/Android, Facebook/Datenschnüffeln und Microsoft/Win 10), und sieh es weniger verbissen.

            Und selber denken, nicht so viele Blogs lesen.

        • Am 19. September 2015 um 0:35 von C

          WEITERER NACHTRAG:

          http://www.heise.de/newsticker/meldung/Crypto-Wars-Apple-streitet-sich-mit-US-Behoerden-um-Zugriff-auf-iMessage-2807703.html

          Zitat aus dem o.g. Link:
          „…Apple habe schließlich einige gespeicherte Nachrichten aus dem Online-Speicherdienst iCloud herausgerückt, schreibt das Blatt weiter. Dies sei aber nur möglich gewesen, weil die Nachrichten bei der Kommunikation zwischen zwei Nutzern zwar direkt auf den Geräten verschlüsselt und entschlüsselt würden – aber in iCloud in Form eines Backups offenbar ohne Verschlüsselung lagerten oder von Apple dort zumindest entschlüsselt werden können…“

          So, also. Ich erzähle Unsinn? Check das mal lieber noch mal durch, bevor Du solches postest!

  • Am 18. September 2015 um 21:11 von PeerH
    • Am 19. September 2015 um 14:36 von C

      @PeerH

      Noch einmal für Dich und abschließend von mir:

      Siehe meine Post & Link hier „Am 19. September 2015 um 0:35 von C – WEITERER NACHTRAG:“

      „„…Apple habe schließlich einige gespeicherte Nachrichten aus dem Online-Speicherdienst iCloud herausgerückt, schreibt das Blatt weiter. Dies sei aber nur möglich gewesen, weil die Nachrichten bei der Kommunikation zwischen zwei Nutzern zwar direkt auf den Geräten verschlüsselt und entschlüsselt würden – aber in iCloud in Form eines Backups offenbar ohne Verschlüsselung lagerten oder von Apple dort zumindest entschlüsselt werden können…“

      Was an dieser Meldung/Bericht kannst Du weder verstehen noch nachvollziehen?

      Apple HAT iMessages von iCloud kopiert & entschlüsselt abgeliefert.
      Geh und besorg Dir die Beweise beim US-Geheim-Gericht, anstatt hier die verschiedensten Meldungen anzuzweifeln!

      Nur Du verstreust hier Pro-Apfel-FUD. Mehr nicht.

      Und das iMessage einen bewussten Design-Fehler hat, hat doch Mr. Nicholas Weaver erklärt und erläutert. Was kannst Du hier nicht nachvollziehen und nicht verstehen? Nur weil es Deiner Welt-Anschauung nicht entspricht zeterst Du hier Pro-Apfel blind los? Versuchs doch mal mit Fakten, geht aber nicht, nicht wahr? Fakten sind nicht Dein Ding…überführen sie doch Deine Argumentations-Lage als falsch.

      • Am 19. September 2015 um 17:24 von PeerH

        Jetzt wird mir das zu dumm: in Deinem Zitat steht doch exakt was ich sage: Backup in iCloud, NICHT verschlüsselt. Also kommt Apple da ran, und sie MÜSSEN das nach Aufforderung gemäß Patriot Act herausrücken. No Cloud, no Backup in Cloud, und Apple hat nix – die NSA geht leer aus. So einfach ist die Realität.

        Für Dich zum mitlesen: ich habe KEIN Backup in der Cloud, ich lege mein Backup VERSCHLÜSSELT und LOKAL an. Von iMessage landet also NICHTS in Apple iCloud.

        Verstanden?

        Deine Ursprungssaussage hieß, dass Apple iMessage Daten weitergeben würde – und da habe ich zurecht geschrieben, dass das nicht geht. Apple ‚kopiert‘ auch nix von iMessage, in dem beschriebenen Fall hat der Anwender ein unverschlüsseltes Backup in die Cloud gelegt. Das muss aber niemand machen.

        Ja, besser, Du hörst auf hier irgendwelche Geschichten zu posten, die nicht Hand und nicht Fuß haben. So viel Text, und das nur, weil Du versuchst ein Problem zu kreieren, das gar nicht existiert.

        Ich denke, dass Du in Deiner Denke einen ‚Design-Fehler‘ hast, und daher heftig gegen Apple stänkerst, ohne, dass Du Deine Behaupten beweisen kannst. Und das nennt man FUD. Umgangssprachlich könnte man dazu ‚bewusst verbreiteter Unsinn‘ sagen.

      • Am 19. September 2015 um 18:07 von PeerH

        Und damit dieses Herumeiere aufhört, hier noch einmal Deine Ursprungsaussage:

        „Und Apple hat ja bei den iMessages auch Kleinlaut Daten an die US-Regierung übergeben…
        Ja, ja – wie war das noch: „..wir haben keinen Zugriff auf die Messages…““

        Exakt das ist richtig. Sie haben keinen Zugriff auf iMessages (da Ende-zu-Ende verschlüsselt), sondern haben Daten über ein unverschlüsseltes Backup in der iCloud herausgeben müssen.

        By the way: wie Google gezwungenermaßen auch, nur, dass Google um den Faktor 20 mehr Anfragen erhält. Weil sie nicht standardmäßig ihre Androiden verschlüsseln, und jedes Backup demnach unverschlüsselt in deren Cloud landet.

        Die Ermittler wissen genau, wo einfacher und mehr zu holen ist, und da gehen sie zuerst hin –> zu Google. Weil die haben die Daten, weil sie sie selber auswerten wollen für personalisierte Werbung.

        Für Dich noch mal: apples Privacy Statement
        https://www.apple.com/de/privacy/

        „Unser Geschäftsmodell ist sehr einfach: Wir verkaufen großartige Produkte. Wir erstellen keine Profile aus den E-Mail-Inhalten oder Surfgewohnheiten unserer Kunden, um sie dann an Werbetreibende zu verkaufen. Und wir „monetarisieren“ die Informationen nicht, die auf dem iPhone oder in iCloud gespeichert werden. Wir lesen auch keine E-Mails oder Nachrichten unserer Kunden, um daraus Marketing-Informationen zu bekommen. Unsere Software und Dienste sind dafür gedacht, unsere Geräte besser zu machen. Schlicht und einfach.“

        Klare Aussage, starkes Statement. Solange Cook CEO bei Apple ist, wird es keine Änderung der Strategie geben.

      • Am 19. September 2015 um 18:13 von PeerH

        PPS: auch die anderen Seiten auf der Privacy Seite oben rechts nicht übersehen:

        https://www.apple.com/de/privacy/government-information-requests/

        „Von allen Geräten mit iOS 8.0 und neueren Versionen wird Apple auch bei Vorlage eines behördlichen Durchsuchungsbeschlusses keine Daten extrahieren. Die entsprechenden Dateien sind durch eine Verschlüsselung geschützt, die auf dem kundeneigenen Code basiert. Apple kennt diesen Code nicht.“

        Das ist doch eindeutig. Oder?

        Und nun bitte mal bei Google/Microsoft nachforschen.

        Schönes Wochenende! ;-)

  • Am 19. September 2015 um 20:35 von PeerH

    Hab eben mal geschaut, was noch so alles im

    Geschrieben ist – im mal zu sehen, in welche Richtung der Blog geht: zur Verhandlung gegen Microsoft auf Herausgabe von IN IRLAND gespeicherten Daten an US Behörden vertritt der Blogger folgende ‚Meinung‘:

    „Microsoft General Counsel Brad Smith captured this view well when he noted that hanging in the balance are: “the future of the Internet, privacy, respect for borders, and public safety.” That is a big claim, and the media has largely embraced it. But is it true?

    I don’t think so. Indeed, I think there is a powerful case to be made that a victory for Microsoft would do more harm to the future of the Internet, privacy, and public safety than would a loss.“

    Er stellt sich auf die Seite der US Behörden. Da hast Du ja eine ‚tolle‘ Quelle herangezogen, Glückwunsch.

    In einem anderen Artikel liest man das hier: „The big message from this paper is one about the power of industry in this debate. The powerhouse federal agency known as Apple has gone head to head with the FBI in the interagency process, and this NSC memo reflects the fact that Apple is winning. The debate now is whether that win will take the form of an overt victory—in which the President openly and publicly sides with the companies against his deputy attorney general and his FBI director—or whether it will take the form of formal agnosticism or delay.“

    https://www.lawfareblog.com/obama-administrations-encryption-wrangling

    Die Verschlüsselungsdebatte auf Apple zu reduzieren ist schon arg erstaunlich. Der Mann findet Verschlüsselung nicht so gut – und Apple auch nicht. Da hat jemand mit Apple ein Problem, und nun seid ihr schon zu zweit. ;-]

    Ich beende mal das Thema – es ging um CopyCat Samsung und dass dessen Produkte nun theoretisch vom Verkauf in den USA ausgeschlossen werden können. Deine ‚Apple ist böse‘ Diskussion ist langweilig.

  • Am 19. September 2015 um 20:48 von @C

    Hier hat es jemand narrensicher für Dich erklärt:

    http://www.heise.de/forum/heise-Security/News-Kommentare/Crypto-Wars-Obamas-Entscheidung-zu-Zwangs-Hintertueren-erwartet/Die-Zusammenhaenge/posting-23720581/show/

    Entspricht ziemlich genau dem, was ich beschrieb. Vielleicht glaubst Du ihm mehr, und bist gewillt es zu verstehen. ;-)

    PeerH

    • Am 20. September 2015 um 13:19 von C

      @PeerH

      Und – wieder am Kern der Sache vorbei. Viel Wirbel machen um alle zu verwirren, bis hinterher keiner mehr weiß, worum es geht. Das betreibst Du.

      1. Apple hat (bei einem angeblich sicheren iMessage-Verfahren) per Default die iCloud Backup-Speicherung eingestellt. Warum ist das nicht abgeschaltet und muss vom User-Explizit aktiviert werden? Weil die vielen Dummies die Default-Einstellungen übernehmen…in gutem Glauben übrigens. Apfel-Werbung: „iMessages sind sicher“.

      2. Apples iCloud Speicher-Methode der angeblich „sicheren“ iMessages ist eben bewusst unsicher. Es wird Kunden-Vorsorge suggeriert, in Wahrheit ist es genau das Einfallstor um eben mitlesen & mitschneiden zu können. Und im Notfall damit die Federales zu bedienen, wie hier geschehen.

      3. Warum setzt Apple nicht auf eine wirklich sichere Zwischen-Speicher-Methode, die möglich ist? Bei iMessages kann man ja wohl nicht viel verlieren, wenn man sein PW vergessen hat. Das sind die Messages eben weg, kein Beinbruch.
      Weil Apple eben den Federales Zugriff gewähren will, andererseits diese mehr Aufwand hätten, da ran zu kommen.

      4. Der User ist Schuld – weil er den Default-eingestellten iCloud-Backup Haken hat stehen lassen? NEIN, Apple hat ihm einen „sicheren Message-Dienst“ suggeriert, der eben per-se bewusst in seiner Gesamt-Konstruktion unsicher ist. Versprochen – gebrochen. Nur, diese Einschränkungen hat Apple NICHT beworben und darüber nicht klar zuvor informiert, als es seinen Dienst vorstellte und als „sicher“ anpries.

      5. Wer sagt Dir, dass bei entfernen des Hakens iCloud wirklich keine Daten an die iCloud gesendet werden? Siehe Thema LG und Smart-TV: trotz NEGATIV-Einstellungen sendete das TV schön weiter nach Hause… Erst als man LG dabei erwischte hieß es: „oh, Sorry, ist ein technischer Fehler“.

      Der Kern der Sache ist:
      – Apple hat hier zwischengespeichert auf seinen Servern
      – Apple hat die Messages entschlüsselt und übergeben

      Genau das, was sie angeblich nicht konnten. Und, das ist der Vertrauensbruch gegenüber den Usern, den Du nicht zu verstehen magst und dessen Tatsache Du hier zu negieren versuchst. Den User die Schuld zu geben (Haken stehen lassen) ist wohl mehr als dumm, schließlich laufen auf den iOS Geräten „Service-Dienste“ für Apple. Wer weiß genau, was damit alles möglich ist – unabhängig vom Haken-Setzen bei der iCloud.

      Deine Argumentation hier im Gesamt-Kontext war: Ich rede Unsinn & FUD.
      Nachdem die Beweislage Apple überführt hat kommst Du jetzt damit, dass der User Schuld hat, dass Apple so handeln musste?
      Der User hat nur einen Fehler gemacht: Apple und dessen Werbe-Sprüche zu vertrauen und Apple-Produkte einzusetzen.

    • Am 20. September 2015 um 14:42 von C

      NACHTRAG:

      Noch was:
      Was machst DU, wenn die US-/GB-Regierung Backdoors freiwillig/unfreiwillig den (US-)Technologie-Konzernen nahe legt/empfiehlt/aufzwingt?

      Wirfst Du dann alle Deine Apfel-Geräte sofort weg – auf besagtem Elektro-Schrott-Haufen in Afrika?

      Und – glaubst DU wirklich, dass von dieser Empfehlung/Anweisung die Öffentlichkeit zeitnah was mitkriegt? Wenn Du das glaubst, glaubst Du auch an den Weihnachtsmann….

      Übrigens: der gesamte Internet-Datenverkehr ist im Jahr 2014 2x „entführt“ worden. 1x Island, 1x China. In dieser Zeit hätte man die gesamte Daten-Kommunikation mitschneiden – und später decrypten können. Auch Deine iMessages.
      Mit oder ohne Haken der iCloud. Die Federales haben es sich nur leicht gemacht.
      Und – warum „verfolgt und bedrängt“ die US-Regierung Crypto-Entwickler, die wirklich sicheres En-/Decrypten entwickeln?

      Glaub Du nur an die „Schuld“ der User (egal ob Nackt-Photos oder iMessages), schließlich ist der User Schuld wenn Apple Brute-Force Attacken auf seine Systeme leicht macht bzw. iMessages speichern & entschlüsselbar machen kann. Entgegen den Anpreisungen. Apple – forever.
      Für die anderen sollte gelten: Finger weg von US-Technologie. Snowden hat es öffentlich gemacht, was da alles schon heute im Namen der Terror-Abwehr an Einschränkungen gemacht wird. Die gesamte Bevölkerung wird unter General-Verdacht gestellt – und jeder Einzelne muss seine Unschuld beweisen. Also die Umkehr der Beweislast. Mit Rechtsstaat hat das nix mehr zu tun…

  • Am 22. September 2015 um 8:38 von d. albr

    Fand Euren Schlagabtausch sehr interessant zu lesen. Besser als der Artikel! Weiter so

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