Apple TV: Anbieter sollen Streaming-Kosten übernehmen

Sie sollen die gesamte Verantwortung für die benötigte Infrastruktur übernehmen. Apple will sich angeblich auf seine Kernkompetenzen Consumer-Hardware und –Software konzentrieren. Die Kosten für einen Videostream liegen Schätzungen zufolge bei 0,05 Dollar pro Stunde.

Apple will offenbar, dass die TV-Anbieter die Kosten für den Betrieb der Infrastruktur für Apples geplanten Streamingdienst übernehmen. Das will Recode von Branchenvertretern erfahren haben. Sie sollen zudem für den Betrieb der Infrastruktur verantwortlich sein. Dem Bericht zufolge ist das eine von mehreren ungelösten Fragen, die einem Start des Diensts im Herbst im Wege stehen.

Apple-Logo (Bild: Apple)

Für Recode ist Apples Forderung jedoch keine Überraschung. Schon jetzt arbeiteten Fernsehsender wie Fox, CBS und Disney mit Content-Delivery-Netzwerken wie EdgeCast zusammen, um Streams in ihren eigenen Apps anzubieten.

Zudem seien die Kosten für einen Videostream nicht außergewöhnlich hoch, heißt es weiter in dem Bericht. Sie lägen bei rund 0,05 Dollar je Stunde und Stream, schreibt Recode unter Berufung auf Tom Morgan, Chef des Streamingdiensts Net2TV.

Den Quellen von Recode zufolge argumentierte Apple-Manager Eddy Cue, der angeblich die Verhandlungen mit den Fernsehsendern führt, Apple wolle sich auf seine Kernkompetenzen Consumer-Hardware- und –Software konzentrieren und andere Aufgaben wie die Streaming-Infrastruktur denen überlassen, die darauf spezialisiert seien. Vertreter der Anbieter hätten auf den Vorschlag jedoch zurückhaltend reagiert.

Hulu gehört auch zum Angebot von Apple TV (Bild: Apple)

Recode vermutet jedoch noch ein weiteres Motiv hinter Apples Vorschlag. Demnach erwartet der iPhone-Hersteller, dass Internet Service Provider wie Comcast und Verizon, die eigene Streamingdienste betreiben, Apples Dienst nicht „benachteiligen“, wenn die TV-Sender für das Streaming verantwortlich sind. Netflix habe sich im vergangenen Jahr öffentlich beschwert, weil es Verträge mit Comcast, Verizon und anderen ISPs abschließen musste, um eine zügige Auslieferung seiner Streams zu erreichen.

Derartige Vereinbarungen will die US-Kommunikationsbehörde FCC mit ihrem im Februar verabschiedeten Entwurf zur Netzneutralität verhindern. Er enthält Regeln, die es ISPs untersagen, den Internetzugang für Nutzer und Inhalteanbieter zur verlangsamen oder gegen Bezahlung zu beschleunigen. Allerdings hat der Branchenverband US Telecom Association, dem unter anderem AT&T und Verizon angehören, inzwischen Klage gegen die Regeln eingereicht.

Das Wall Street Journal hatte kürzlich berichtet, dass Apple im Herbst einen webbasierten TV-Dienst startet. Er soll rund 25 Kanäle bieten und auf iOS-Geräten wie iPhone, iPad und iPod Touch und der Settop-Box Apple TV zur Verfügung stehen.

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Themenseiten: Apple, Streaming, Video

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