Bericht: Intel will 14-Nanometer-Chip Skylake für Desktops später ausliefern

Die Desktop-Version der Skylake-Prozessoren und die 100-Series-Chipsets verschieben sich angeblich bis Ende August. Intel will damit möglicherweise eine Überlappung mit den noch anstehenden Broadwell-Chips für den Desktop vermeiden. Die Verzögerungen könnten sich entsprechend auf die PC-Verkäufe in der zweiten Jahreshälfte auswirken.

Intel hat angeblich Mainboard-Hersteller darüber informiert, dass sich die Auslieferung seiner Desktop-Prozessoren der Skylake-Generation und der dazu passenden 100-Series-Chipsets bis Ende August verschiebt. Bisher waren Beobachter aufgrund durchgesickerter Informationen von einer Markteinführung noch zum Ende des zweiten Quartals ausgegangen.

(Bild: Ben Fox Rubin / CNET)Bild: Ben Fox Rubin / CNET

Von der Verschiebung um rund zwei Monate berichtet Digitimes und beruft sich wie üblich auf Informanten aus der taiwanischen Lieferkette. Die Verzögerung könnte auch die Produkt- und Lieferpläne für Geräte mit den Chipserien Haswell Refresh sowie Broadwell-U beeinflussen. PC-Hersteller werden demnach bei der Computex 2015, die im Juni in Taipeh stattfindet, keine lieferbaren Modelle auf Skylake-Basis vorzeigen können. Das könnte sich entsprechend auf die PC-Verkäufe in der zweiten Jahreshälfte auswirken.

Die zitierten Mainboard-Hersteller legten nahe, dass Intel mit der verzögerten Einführung der Skylake-Prozessoren eine Überlappung mit den vorhergehenden Plattformen Haswell und Broadwell zu vermeiden versucht. Das erscheint plausibel, auch wenn sich die Berichte der taiwanischen Branchenpublikation nicht immer als zutreffend erwiesen.

Broadwell, die fünfte Generation der Core-Prozessoren, hat sich erheblich verzögert. Bislang sind nur Mobilprozessoren verfügbar, die auf der Vorgängertechnik von Haswell basieren, aber in einer Strukturbreite von 14 statt 22 Nanometer gefertigt werden. Offenbar bereitete die Umstellung auf 14 nm dem Chiphersteller unerwartete Probleme und zwang ihn dazu, die Einführung der ursprünglich für 2014 vorgesehenen Broadwell-Desktop-Prozessoren auf das zweite Quartal 2015 zu verschieben.

Indem sich Intel hinsichtlich seiner Broadwell-Pläne bedeckt hielt, förderte es widersprüchliche Gerüchte und Mutmaßungen. Berichtet wurde sogar, der Hersteller könnte Broadwell-Chips für den Desktop völlig ausfallen lassen. Er ginge damit gleich zu Skylake über, der sechsten Generation seiner Core-Chips, die mit LGA 1151 zugleich einen anderen Sockel benötigen. Skylake wird ebenfalls in 14 Nanometer gefertigt, basiert aber auf einer neuen Architektur.

In Zweifel stehen vor allem die übertaktbaren K-Prozessoren der Broadwell-Generation, auf die PC-Enthusiasten bislang vergeblich warten. Eine vor Kurzem von VR-Zone geleakte Roadmap sieht jedoch für das zweite Quartal 2015 zumindest eine „Unlocked“-Version von Broadwell mit einem TDP von 65 Watt vor, die sich für Übertakten eignen sollte.

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