Apple-Manager Phil Schiller macht sich über Android-Sicherheit lustig

Der Marketingchef twittert sonst nur über Filme, Sport und Musik. Jetzt empfiehlt er seinen Followern einen Mobile-Security-Bericht von F-Secure, dem zufolge Malware für Android rasant zunimmt. Schiller merkt dazu an: "Passt auf eure Sicherheit auf."

Apples Marketingchef Phil Schiller hat auf Twitter augenzwinkernd auf einen kritischen Bericht zur Sicherheit von Android hingewiesen. Vor den Link zu F-Secures vierteljährlichem Mobile Threat Report stellte er die Bemerkung: „Be safe out there“ – auf Deutsch ungefähr: „Passt auf eure Sicherheit auf“.

Phil Schiller von Apple präsentiert das iPad Mini (Foto: CNET).Phil Schiller präsentiert das iPad Mini (Foto: CNET).

Dem 29-seitigen Bericht (PDF) zufolge nimmt Malware für Android stark zu, teilweise wegen des schnellen Wachstums der Plattform selbst. Beispielsweise heißt es darin: „Allein im vierten Quartal wurden 96 neue Familien und Varianten von Android-Bedrohungen entdeckt, fast doppelt so viele wie im vorangegangenen Quartal.“ Unter anderem beobachte man immer mehr per SMS verbreitete Angriffe. Auch auf Apples iOS, Blackberry und Windows Phone gebe es durchaus Attacken, aber typischerweise als Teil einer Multi-Plattform-Kampagne.

Schillers ironischer Verweis auf diesen Sicherheitsreport ist ungewöhnlich. Der Manager tweetet seit 2008 gelegentlich, aber bisher galten seine Beiträge den Themen Musik, Filme und Sport. Der neue Tweet lässt sich als Zeichen einer gewissen Nervosität auf Seiten Apples angesichts von Androids rasanter Verbreitung interpretieren.

Allgemein ist Twitter ein in Apples Geschäftsführung nicht besonders beliebtes Medium – wahrscheinlich aufgrund der von dem Unternehmen praktizierten Geheimhaltung. Der für iTunes, iCloud und den App Store zuständige Eddy Cue ist ebenfalls dort vertreten, hat aber seit 2007 nur 33 Tweets publiziert. Ansonsten findet sich auf dem Mikroblogdienst nur noch der frühere iOS-Chef Scott Forstall, der seit seiner Anmeldung Mitte 2010 keinen einzigen Beitrag verfasst hat und nur einem User folgt.

Apple kontrolliert jegliche Software für seine Mobilgeräte, die es exklusiv über den eigenen App Store verteilt. Dieses System scheint gut zu funktionieren, auch wenn gelegentlich dennoch Malware auftaucht. So hatte Kaspersky vergangenen Juni ein Programm namens „Find and Call“ im App Store entdeckt, das Kontaktlisten des Anwenders auf einen Webserver überspielte. Bevor es vom Netz genommen wurde, hatten es schon einige Anwender heruntergeladen.

Schon früher hatte der Sicherheitsforscher Charlie Miller (der inzwischen ausgerechnet für Twitter arbeitet) einen Beispielcode publiziert, der nicht signierten Code aus dem Web laden und einer von Apple bereits geprüften App beifügen konnte. Miller schmuggelte diesen Code an Apples Kontrollen vorbei, um die Anfälligkeit zu demonstrieren, woraufhin ihm der iPhone-Hersteller für ein Jahr die Entwicklerlizenz entzog.

[mit Material von Josh Lowensohn, News.com]

Tipp: Wie gut kennen Sie Apple? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

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7 Kommentare zu Apple-Manager Phil Schiller macht sich über Android-Sicherheit lustig

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  • Am 8. März 2013 um 14:41 von Otternase

    Der Mann hat Recht.

    • Am 9. März 2013 um 15:50 von Ikarus

      Klar hat er recht – die Software innerhalb des Stores ist relativ sicher, nur eben leider nicht der Store an sich.
      Dumm gelaufen, gell?

  • Am 8. März 2013 um 19:14 von beaker

    tja, ein betriebssystem in java ist halt nicht grad die beste idee die man haben kann. java war immer schon auch auf windows und mac für viele sicherheitslücken verantwortlich.

  • Am 9. März 2013 um 16:22 von JennyS

    Nur weil viele apps mit Schadcode entwickelt werden, die dann vielleicht 2 mal herunter geladen werden, heißt das nicht dass das OS unsicher ist. Andere Studien, in denen die beliebtesten apps, also die die millionenfach heruntergeladen werden, getestet wurden Kommen zu dem Schluss dass iOS apps unsicherer sind. Dort wird kaum verschlüsselt und viel mehr Benutzerdaten an irgendwelche Arve geschickt als bei Android. Was ist schlimmer? Eine app aus China, die man nicht mal im play store findet weil man kein chinesisch kann, welche einen virus enthält, oder eine app wie whatsapp, die fast jeder benutzt und eine massive Sicherheitslücke auf egal welchem system bietet?

  • Am 10. März 2013 um 18:38 von Silvio Siefke

    Deshalb kaufe ich mir trotzdem kein Apple Produkt. Derer Sicherheit sieht so aus, das dort einfach den User vorgeschrieben wird was er darf und nicht darf. Da kaufe ich lieber die Katze im Sack als den Apfel auf der Elektrik. Ich halte von Andoid auch nicht viel, aber von Apple noch viel weniger. Vielleicht ist es tatsächlich der Neid der dort spricht, würde auch die Patentklagen erklären. Wenn man auf den Markt niemand schlagen kann, muss man es vor Gerichten erledigen.

  • Am 11. März 2013 um 22:43 von Schlaufuxx

    Das schöne bei Android ist, dass man auffällige Apps aus dem Store entfernt und gut ist.
    Bei Apple hingegen reagiert man nach 9 Monaten auf den Hinweis eines Google Mitarbeiters, dass konsequentes https für den App-Store toll wäre.
    Java Updates werden wochen- und monatelang verpasst.
    Als Apple-User kann man sich vielleicht darauf verlassen, dass der App-Store clean ist, Apps die massive In-App Käufe bei Kinderspielen zulassen, gibt es hingegen zur Genüge. Und wenn mir Java auf einer Seite mit geklautem SSL-Zertifikat die Party versaut, nütz auch kein IOS oder MacOS.
    Wenn Apple, bei seinen Preisen/Gewinnen, beim Patchen nicht nachkommt ist das schlicht eine Frechheit.

    • Am 12. März 2013 um 12:32 von Otternase

      Mit Ausnahme von Google Smartphones dürfte der Anteil nicht gepatchter Android Geräte bei 90% liegen. ;-) Selbst bei den Highend Samsung Smartphones dauert es Monate, bei den billigen Geräten passiert nach dem Kauf nie wieder was. Wenn Sie damit leben können, ist das Ihre Sache. Ändert aber nix daran, dass die Update Politik von Herstellern von Android Smartphones (Ausnahme Google direkt) totaler Mist ist. ;-)

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