Anonymous Japan plant Straßendemonstration

In Anzügen und Guy-Fawkes-Masken wollen die Hacktivisten Flugblätter verteilen und Müll aufklauben. Sie protestieren gegen eine Urheberrechtsänderung. Diese sieht Gefängnisstrafen für illegale Downloads vor.

Anonymous Japan hat eine Demonstration im Stadtteil Shibuya der Hauptstadt Tokio angekündigt. Die sonst eher virtuell auftretenden Hacktivisten wollen am 7. Juli gegen das kürzlich geänderte japanische Urheberrecht protestieren.

Als Protestform wählen sie eine Müllsammlung. Die Teilnehmer treffen sich in Anzügen und mit den für Anonymous typischen Guy-Fawkes-Masken, um Müll vom Boden aufzuklauben und Flugblätter zu verteilen, die über die Anliegen von Anonymous allgemein sowie seine Bedenken zum Urheberrecht im Speziellen informieren.

Anonymous Japan glaubt, mit seinen Protesten gegen die Urheberrechtsänderung von der Öffentlichkeit nicht oder falsch verstanden worden zu sein. Die Medien hätten die Wahrheit auch nicht gebracht. Deshalb versuche man nun, mit der Demonstration eine „produktive Nachricht“ zu übermitteln.

Anonymous will am 7. Juli den Müll von Tokios Straßen räumen und in dieser Form gegen eine Änderung des Urheberrechts protestieren, die Gefängnisstrafen für illegale Downloads vorsieht (Bild: Anonymous).
Anonymous will am 7. Juli den Müll von Tokios Straßen räumen und in dieser Form gegen eine Änderung des Urheberrechts protestieren, die Gefängnisstrafen für illegale Downloads vorsieht (Bild: Anonymous).

In dem Aufruf zur Demonstration heißt es: „Anonymous ist weder eine Vereinigung noch kriminell. Wir sind die vereinten Bürger der Welt, die sich Sorgen machen, dass ihre Regierungen und die Content-Industrie ihnen ihre Freiheiten im Internet nehmen.“ Und außerdem steht da: „Anonymous bedeutet mehr als DDoS. Wir ziehen konstruktive und produktive Lösungen vor.“

Letzte Woche hatte es mit „Operation Japan“ eine Reihe von Cyberangriffen auf Websites der japanischen Regierung gegeben, die sich ebenfalls auf die Änderungen am Urheberrecht bezogen. Das seit 20. Juni gültige Gesetz sieht Haftstrafen von bis zu zwei Jahren für illegale Downloads vor. Anonymous Japan vertritt die Meinung, dies werde zur Verurteilung zahlreicher Unschuldiger führen.

In Europa droht Anonymous inzwischen Mitgliedern des europäischen Parlaments. Über das Twitter-Konto AnonyOps wurde die Botschaft „OHAI. Erwartet uns“ veröffentlicht, gefolgt von einem Link auf eine Liste mit den 39 Mitgliedern des Parlaments, die für ACTA gestimmt hatten.

[mit Material von Ellyne Phneah, ZDNet.com]

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Themenseiten: Anonymous, Internet, Politik, Urheberrecht

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