Facebook will seine C++-Bibliotheken veröffentlichen

Auch Erweiterungen für Hadoop und das zugehörige Data Warehouse Hive sollen 2012 Open Source werden. Facebook setzt im Backend stark auf Unix-Systeme. Sein Frontend-Programmiertool HipHop hatte es vor einem Jahr freigegeben.

Facebook erwägt, seine zentralen C++-Bibliotheken oder Teile davon als Open Source zu veröffentlichen. Diese Aussage des Programmierers Andrei Alexandrescu findet sich in einem Interview mit Server-Side Magazine: „Dieses Jahr könnte einiges an Facebooks C++-Code veröffentlicht werden. Das ist für uns sehr spannend, weil wirklich tolle Sachen drinstecken, größtenteils für serverzentriertes Computing. Das sollten Interessierte definitiv nicht aus den Augen verlieren.“

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Facebook verwendet die Programmiersprache C++ intensiv für seine Backend-Systeme. Dies hat Geschwindigkeitsvorteile bei der Ausführung, aber den Nachteil, dass eine zeitaufwändige Kompilation nötig ist. Der Code könnte sich auch deshalb als wertvoll erweisen, weil Facebook nachweislich mehr Wert auf den Server-Code legt als auf das Frontend – Alexandrescu sagt, weil Fehler im Backend weit größere Auswirkungen haben.

Der Programmierer und Forscher mit dem offiziellen Titel „Research Engineer“ betont im Interview auch, dass Facebooks Backend auf Unix basiert. Entwickler hätten zwar die Wahl zwischen einem Windows-Notebook und einem Macbook, aber für die Arbeit verbinde sich jeder über SSH mit einem Linux-System.

Außerdem habe Facebook interessante Veränderungen an dem Open-Source-Analysesystem Hadoop und dem zugehörigen Data Warehouse Hive vorgenommen, sagt Alexandrescu. Dabei gehe es weniger um das Backend und mehr um Offline-Datenspeicherung und -auswertung. Auch dieses Projekt wolle man im Lauf des Jahres zu Open Source machen.

Facebooks Website war ursprünglich in der Skriptsprache PHP geschrieben. PHP ist leicht zu verstehen und zu schreiben, aber wird langsamer ausgeführt als kompilierte Sprachen wie C++ oder Zwischencode-Sprachen wie Java. Um die Performance zu verbessern, führte man PHP-Erweiterungen in C++ ein. Die Anforderungen an Programmierer sind hier aber ungleich größer: Sie müssen nicht nur C++, sondern auch die nötigen APIs von Facebooks Entwicklungsumgebung Zend gut kennen. Das erschwert Wartungsarbeiten am Code massiv.

Aus diesem Dilemma ging bei Facebook ein Tool namens HipHop for PHP hervor. Es wandelt PHP-Code in C++-Code um, der mit dem GNU-Compiler g++ kompiliert werden kann. Facebook hat es vor genau einem Jahr unter der Open Source PHP License veröffentlicht.

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