Anwendervereinigung Connect kritisiert Oracles Abkehr von Itanium

Sie sammelt derzeit Feedback von Kunden, um dieses gebündelt an den Hersteller zu kommunizieren. Das Thema steht auch im Mittelpunkt der Konferenz "IT-Symposium" Mitte Mai in Böblingen. Connect vertritt weltweit über 50.000 Mitglieder.

Itanium-Wafer (Bild: Intel)
Itanium-Wafer (Bild: Intel)

Die unabhängige HP-Benutzervereinigung Connect hat angekündigt, sich nachdrücklich für HP- und Oracle-Kunden einzusetzen, die Intels Itanium-Prozessor verwenden. Oracle hatte kürzlich seinen Entschluss bekannt gegeben, die Softwareentwicklung für diesen Prozessor einzustellen. Für betroffene Connect-Mitglieder sammelt ein Connect Advocacy Committee die entstehenden Probleme, um sie dann gebündelt an die Hersteller zu kommunizieren.

„Viele HP-UX- und OpenVMS-Benutzer aus der Connect Community setzen Oracle-Produkte auf ihren Integrity-Systemen ein. Sie werden alles dafür tun, Oracle von dieser Entscheidung abzubringen – und Connect wird sie dabei unterstützen“, sagt Heinz-Hermann Adam, Erster Vorsitzender von Connect Deutschland e.V. und Secretary-Treasurer von Connect Worldwide.

In den Mittelpunkt eines Roundtable am 12. Mai 2011 in Böblingen will Connect die Pläne von Oracle zu bestehenden und künftigen Produkten stellen, aber auch Intels Itanium-Roadmap und wie Integrity-Systeme und Softwarelösungen von HP Business-Critical-Systeme unterstützen. Die Diskussion findet im Rahmen des IT-Symposium 2011 statt.

Hewlett-Packard hat nach der Abkehr Oracles von Intanium betont, dass es die Entwicklung und Vermarktung von Servern der Integrity-Reihe auf Basis von Intels Itanium-Chips weiterführen will. Außerdem wies der Konzern auf die für mehr als zehn Jahre feststehende Roadmap für das Betriebssystem HP-UX hin.

„Nach zahlreichen Gesprächen mit dem Intel Senior Management hat sich Oracle dazu entschieden, die gesamte Software-Entwicklung für den Itanium-Mikroprozessor abzubrechen“, begründete Oracle, wichtigster Datenbank-Hersteller, zweitgrößter Anbieter von Enterprise-Software und zudem Erbe des Unix-Betriebssystems Solaris, seinen Schritt. Das Intel-Management habe deutlich gemacht, dass der strategische Fokus auf x86-Mikroprozessoren liege und der Itanium sich seinem Ende nähere.

Bestandskunden, die Oracle-Produkte auf Itanium laufen haben, will Oracle jedoch weiter Support anbieten. Ein ähnliches Versprechen hat auch HP gemacht: Der Konzern werde Kunden, die Oracle-Software auf itaniumbasierenden Integrity-Servern laufen lassen, sowohl für existierende als auch für kommende Plattformen Support anbieten.

Zudem äußerte Dave Donatelli, Chef von HPs Sparte Enterprise Servers, Storage und Networking, scharfe Kritik: „Oracle zeigt wieder einmal, dass es ein kundenfeindliches Verhaltensmuster pflegt, indem es sein schlecht laufendes Geschäft mit Sun-Servern zu unterstützen trachtet“, so „HP ist geschockt, dass Oracle mit einem dreisten Husarenstück den Betrieb bei Firmen und Behörden aufs Spiel setzt und ihnen Schäden in dreistelliger Millionenhöhe durch Produktivitätsverluste zumutet, nur um den fairen Wettbewerb zu untergraben.“

Connect Deutschland ist Teil des weltweiten Zusammenschlusses der unabhängigen HP-Benutzergruppen. Die Aufgabe von Connect ist die Interessenvertretung, der Informationsaustausch und die Weiterbildung seiner Mitglieder auf nationaler und weltweiter Ebene. Connect hat weltweit über 50.000 Mitglieder. Die Organisation wurde 2008 durch den Zusammenschluss von drei früheren HP-Benutzergruppen geschaffen: Encompass, die aus der Vereinigung der Benutzervereinigung von Digital Equipment hervorging, ITUG, die Benutzer von HP-Nonstop-Systemen vertrat, und HP-Interex EMEA, ein Teil der früheren Interex-Gruppe.

Themenseiten: Business, HP, Oracle, Server, Servers

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