Huawei bestreitet Verbindungen zum chinesischen Militär

Es hat aber Steuererleichterungen von der chinesischen Regierung erhalten - für Forschung und Entwicklung. CEO Ren Zhengfei hat neun Jahre in der Volksbefreiungsarmee gedient. Anderweitige Berührungspunkte gibt es angeblich nicht.

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Huawei-Chairman Ken Hu hat sich in einem offenen Brief gegen zahlreiche Vorwürfe zur Wehr gesetzt, die sein Unternehmen mit dem chinesischen Militär in Verbindung bringen. Es soll auch finanzielle Unterstützung von der chinesischen Regierung erhalten haben.

Diese „Lügen“ hätten einen „signifikanten und negativen Einfluss“ auf Huaweis Geschäfte und müssten daher angesprochen werden, um das Bild zu korrigieren, schreibt Hu. Er lädt US-Behörden dazu ein, Huawei und seine Sicherheitsvorkehrungen in Augenschein zu nehmen.

„Unglücklicherweise hat es in den vergangenen zehn Jahren, in denen wir in den USA investiert haben, einige Fehlwahrnehmungen gegeben“, so Hu. Wenn die US-Regierung reale Bedenken hat, möchten wir diese gern verstehen – egal, ob es um die Vergangenheit oder die künftige Entwicklung unserer Firma geht.“

Seit Jahren zirkulieren Gerüchte, es gebe Verbindungen zwischen Huawei und der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA). Hu zufolge beruhen diese ausschließlich auf der Tatsache, dass Unternehmensgründer und CEO Ren Zhengfei von 1974 bis 1983 im Pionierkorps der PLA diente. „Fakt ist: Mr. Ren ist nur einer von vielen CEOs auf der Welt, die im Militär gedient haben. Zudem bietet Huawei nur Telekommunikationsausrüstung an, die zivilen Standards genügt.“ Auch habe es bisher keine Beweise gegeben, dass Huawei zu irgendeiner Zeit in Militärtechnologien involviert gewesen sei.

Hu zufolge hat Huawei tatsächlich finanzielle Unterstützung von der chinesischen Regierung erhalten – allerdings in Form von Steuererleichterungen für Forschung und Entwicklung. Es handle sich dabei um eine gängige Praxis für Unternehmen in China und vielen anderen Staaten, darunter die USA.

Zuletzt gebe es keine Beweise für Gerüchte, Huawei könne seine Technologie nutzen, um „vertrauliche Informationen zu stehlen oder Netzwerkattacken gegen Institutionen in den USA zu starten“, schreibt Hu. Die Systeme des Unternehmens seien von Dritten überprüft worden und Huawei arbeite mit Netzwerk-Sicherheitsfirmen weltweit zusammen.

Anlass für Hus Brief war die Entscheidung der US-Regierung, Huaweis Übernahme einer insolventen Serverfirma namens 3Leaf nicht zu genehmigen. Das Committee on Foreign Investment hatte sich am 11. Februar gegen den 2-Millionen-Dollar-Deal ausgesprochen, woraufhin Huawei seine Übernahmepläne fallen lassen musste.

In Großbritannien geht Huawei einen ähnlichen Weg wie in den USA: Anfang Dezember hatte es ein Testcenter in Banbury eröffnet, das von der Regierungsbehörde GCHQ überwacht wird. Huawei will so beweisen, dass seine Produkte – etwa Router – zum Einsatz in kritischen nationalen Infrastrukturen geeignet sind. Huawei ist einer der größten Zulieferer der British Telecom und stellt zudem die Mobilfunk-Infrastruktur für die Londoner U-Bahn zur Verfügung.

Themenseiten: Business, China, Huawei, Kommunikation, Politik, Telekommunikation

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