SAP-CTO Vishal Sikka geht auf Konfrontationskurs zu Oracle

Komplette Technologie-Stacks sind seiner Meinung nach überhaupt nicht gefragt. Sie sind immer nur so gut wie das schwächste Glied. Er kündigte die Ära des "und" in der IT an.

SAP-CTO Vishal Sikka hält komplette Technologiestacks für "Nonsense" (Bild: SAP).
SAP-CTO Vishal Sikka hält komplette Technologiestacks für „Nonsense“ (Bild: SAP).

Auf der Kundenveranstaltung TechEd in Berlin hat SAP-Vorstandsmitglied Vishal Sikka heute mehrmals gegen Oracle gestichelt. Niemand sehne sich nach einem kompletten Technologiestack, wie ihn Oracle anbieten will. Den Kunden sei vielmehr daran gelegen, ihre bestehenden Technologielandschaften weiterzuentwickeln. Alles aus einer Hand liefern zu wollen, sei „Nonsense“.

„Wer nach einem Technologiestack strebt, sieht gar nicht, worum es wirklich geht“, so Sikka. Moderne Technologien erlaubten es, neue Möglichkeiten zu entwickeln. Als Beispiele nannte Sikka die mit Business Objects 4 von SAP angekündigten Funktionen, insbesondere die Integration in Data Warehouses, die Verknüpfung von Standardsoftware mit Business Intelligence für sogenannte Operational Business Intelligence, die Fortschritte bei Mobilität von Unternehmenssoftware sowie die von SAP mit In-Memory-Computing bereits erreichten und noch angekündigten Performancegewinne bei interaktiven Analysen.

„Das ist wirklich moderne Technologie. Sie eliminiert ganze Stufen, in denen bisher Daten gesammelt, neu arrangiert und aufbereitet wurden. Der Nutzer hat jetzt jederzeit direkten Zugriff“, so Sikka. Man sehe keinen Wert darin, für viel Geld einen Stack aus veralteten Technologien aufzubauen, den am Ende doch keiner haben wolle. „Ein Technologiestack ist immer nur so stark wie das schwächste Glied. Beispielsweise ist eine Oracle-Datenbank auf Microsoft-Grundlage wesentlich leistungsfähiger als Microsofts eigene Datenbank.“

Im weiteren Verlauf seiner Ansprache vor den rund 4000 Besuchern der SAP-Kundenveranstaltung formulierte Sikka aus der Kritik ein neues Paradigma: Es sei nicht mehr die Zeit des „entweder oder“, sondern die Zeit des „und“ in der IT gekommen. Beispiel dafür sei beim Cloud-Computing die Verbindung von privater und öffentlicher Cloud, die einfache Benutzung und die hohe Zuverlässigkeit sowie die Mischung von Kern- und Ergänzungsanwendungen.

Zu Oracles Java-Klage gegen Google äußerte sich Sikka nur indirekt. Java sei zwar eine wichtige Programmiersprache, aber eben nur eine von vielen. Sie habe sicher ihren Platz und SAP werde sie weiterhin unterstützen. Für unersetzlich hält sie Sikka jedoch nicht. Als wichtigste technologische Tätigkeitsfelder für die nahe Zukunft nannte Sikka auf der Veranstaltung die Cloud, Mobilität sowie In-Memory-Computing.

Themenseiten: Business, Oracle, SAP, Software

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