Ehemaliger IBM-Manager muss wegen Insiderhandels ins Gefängnis

Robert Moffat hat sich des Wertpapierbetrugs und der Verschwörung schuldig bekannt. Zusätzlich zu seiner sechsmonatigen Haftstrafe muss er 50.000 Dollar Geldbuße zahlen. Es geht um den größten Fall von Insiderhandel in der amerikanischen Geschichte.

Der ehemalige IBM-Manager Robert Moffat ist in den Vereinigten Staaten wegen Beteiligung an Insidergeschäften zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss er 50.000 Dollar (rund 39.000 Euro) Strafe zahlen.

Die Anklage lautete auf Wertpapierbetrug und Verschwörung. Der 54-Jährige hatte sich im März zu allen Anklagepunkten schuldig bekannt.

„Wirtschaftskriminalität wirkt genauso zerstörerisch auf unsere Gesellschaft wie Drogen- und Gewaltkriminalität“, so die Richterin in der Urteilsbegründung. Sie verurteilte Moffat zur höchsten Strafe, die für diese Anklagepunkte vorgesehen ist.

Die Anklage von Moffat hatte große Aufmerksamkeit erregt, weil er bei IBM sogar als Nachfolger von CEO Samuel J. Palmisano gehandelt worden war. Der 54-Jährige war rund 30 Jahre im Unternehmen, bevor er im November 2009 im Zusammenhang mit der Insider-Affäre entlassen wurde.

Nach Angaben der Behörden betrug der Gewinn aus den illegalen Börsengeschäften mehr als 50 Millionen Dollar (39 Millionen Euro). Die Informationen, die Moffat weitergegeben habe, hätten aber zu keinen Profiten geführt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er selbst auch kein Geld bekommen hat.

Der Ex-IBM-Manager hat nach Angaben seiner Anwälte Danielle Chiesi beeindrucken wollen, die zur Tatzeit Mitarbeiterin des Hedgefonds New Castle Funds war und ebenfalls angeklagt wurde. Die Anwälte berichteten, dass Chiesi „mit ihm gespielt“ habe. Sie soll ihre intime Beziehung zu Moffat ausgenutzt haben, um an vertrauliche Informationen zu kommen.

Vor der Urteilsverkündung entschuldigte sich Moffat und erklärte, „dass alles eine schreckliche Fehleinschätzung gewesen ist, die mich für den Rest meines Lebens verfolgen wird“. Die Staatsanwaltschaft hatte die sechsmonatige Strafe beantragt, weil die Verbrechen ihrer Ansicht nach aus dem irregeleiteten Glauben heraus begangen wurden, nicht erwischt werden zu können.

Der Insiderhandel war im Oktober 2009 aufgedeckt worden, als das FBI den Milliardär und Manager des Hedgefonds Galleon Group, Raj Rajaratnamm, verhaftete. Er soll vertrauliche Informationen von IBM- und Intel-Managern für Insidergeschäfte genutzt haben. Gemeinsam mit den Managern des Hedgefonds New Castle Partners, Danielle Chiesi und Mark Kurland, und anderen Beteiligten verdiente er Millionen mit den illegalen Geschäften. Von den 21 Angeklagten haben mittlerweile rund ein Dutzend gestanden.

Themenseiten: Business, Gerichtsurteil, IBM, Krise

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