Keine unnötigen IT-Ausgaben: Rightsizing statt Downsizing

"Rightsizing" muss nicht euphemistischer Management-Jargon für den Abbau von Arbeitsplätzen sein. Hier geht es darum, wie man sicherstellt, dass die IT-Infrastruktur die passende Größe für die gestellten Aufgaben hat.

Wenn man seine Hosen im Laden um die Ecke in der falschen Größe kauft, stehen die Chancen gut, dass man dem Händler das schlecht sitzende Kleidungsstück zurückbringen kann, und er einem ohne viel Aufhebens den Kaufpreis erstattet.

Man versuche das einmal mit seinem IT-Lieferanten. Optimistischerweise hat man sich womöglich vor Jahren zum Kauf zu vieler Lizenzen für Microsoft Office verleiten lassen, als man noch mit einem rapiden Firmenwachstum rechnete, und nun steht man wie ein begossener Pudel da, angesichts der jüngsten Umstrukturierungsmaßnahmen, denen 40 Prozent der Mitarbeiter zum Opfer gefallen sind. Und was ist mit den vier Backup-Servern, die man aus Redundanzgründen gekauft hat und die nun mit nur 10 Prozentiger Prozessorauslastung arbeiten, was bedeutet, dass sie 90 Prozent ihrer Zeit untätig sind? Verschwendete Ressourcen sind verschwendetes Geld, und dank des IT-Rausches der vergangenen Jahre finden sich von beidem in vielen Unternehmen ausreichend Beispiele.

Dagegen konnte man bislang nicht viel unternehmen, außer die Ausgaben abzuschreiben und den Vorsatz zu fassen, nie wieder so leichtfertig Geld zu verpulvern. In letzter Zeit ist betriebswirtschaftlicher Konservatismus wieder zur Tugend geworden, da die daniederliegende Wirtschaft die Unternehmen zu radikalen Einschnitten bei ihren IT-Budgets gezwungen hat und häufig extravagante oder grundlose Ausgaben kritisch unter die Lupe genommen wurden. Und in viel zu vielen Fällen deckten entsprechende Überprüfungen ein sich wiederholendes Muster überflüssiger IT-Ausgaben auf, was bedeutet, dass beachtliche finanzielle Ressourcen schlicht aus dem Fenster geworfen wurden.

Häufig sind solche Budget-Überschreitungen das Ergebnis zu optimistischer Rendite-Projektionen, die auf unvernünftig hohen Erwartungen an eine Software-Investition basieren. CRM-Software (Customer Relationship Management), einer der langjährigen Dauerbrenner bei IT-Investitionen, gehört zu den am häufigsten im Übereifer erworbenen Anwendungen: Im März fand die Gartner Group heraus, dass weltweit 41,9 Prozent aller CRM-Lizenzen ungenutzt bleiben. Wenn man das auf die gesamte Branche hochrechnet, die nach Angaben von Gartner im vergangenen Jahr Software im Wert von 2,8 Mrd. Dollar verkaufte, lässt sich aus dieser Zahl folgern, dass derart schlechte Planung die Unternehmen 1,6 Mrd. Dollar pro Jahr allein für unnütze CRM-Software kostet.

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