Erpressersoftware REvil: Forscher entdecken starke Verbindungen zu GandCrab

Sie stufen REvil sogar als geplante Weiterentwicklung von GandCrab ein. Darauf weisen starke Ähnlichkeiten im Code sowie Referenzen in einer frühen REvil-Version hin. REvil ist inzwischen eine der größten Ransomware-Familien.

Sicherheitsforscher von Secureworks haben zahlreiche Verbindungen zwischen der Ransomware REvil – aus als Sodinokibi bekannt – und der GandCrab-Erpressersoftware entdeckt. Sie sind davon überzeugt, dass REvil von derselben als Gold Garden bezeichnete Gruppe stammt, die auch für GandCrab verantwortlich ist.

Ransomware (Bild: Shutterstock/Bildbearbeitung: ZDNet.de)GandCrab tauchte erstmals Anfang 2018 auf. Im Sommer 2019 sollen die Hintermänner in einem Malware-Forum ihren offiziellen Rückzug angekündigt haben. Dort behaupteten sie zudem, 2,5 Millionen Dollar pro Woche und 150 Millionen Dollar pro Jahr einzunehmen. Allerdings soll GandCrab schon vor der offiziellen Ankündigung „Kunden“ verloren haben.

Ein vollständiger Rückzug der GandCrab-Macher war von einigen Sicherheitsexperten jedoch stets bezweifelt worden. Das will Secureworks nun bestätigt haben. “ Es gibt zweifellos einige Code-Überschneidungen mit GandCrab und es gibt sogar Artefakte darin, die darauf hindeuten, dass es sich um eine Weiterentwicklung von GandCrab handeln sollte, und sie entschieden haben, dass GandCrab reif für ein Rebranding und einen Relaunch war“, sagte Rafe Pilling, Sicherheitsforscher bei Secureworks.

Unter anderem stellten die Forscher fest, dass die String-Decodierungsfunktionen von REvil und GandCrab nahezu identisch sind. Auch die Funktion zu die Erstellung von URLs für Befehlsserver soll starke Ähnlichkeiten aufweisen. „Wenn wir solche Dinge sehen, ist es ein Hinweis, dass der Code übernommen wurde“, ergänzte Pilling.

Eine frühe Version von REvil soll sogar Codezeilen enthalten, die direkte Referenzen auf GandCrab sind. Daraus leiten die Forscher ab, dass die neue Ransomware als Nachfolger von GandCrab entwickelt wurde. Zudem schließen beide Schadprogramme bestimmte Tastaturlayouts aus, um zu verhindern, dass russische Nutzer angegriffen werden – was nicht unbedingt eine enge Verbindung zwischen REvil und GandCrab belegen soll, aber eine Herkunft aus derselben Region.

Für die Nachfolger-Theorie spricht auch, dass REvil erstmals kurz vor dem Verschwinden von GandCrab entdeckt wurde. Seitdem stieg REvil zu einer der am weitesten verbreiteten Ransomware-Familien des Jahres 2019 auf. Die Forscher befürchten, dass die REvil in Kürze sogar – ähnlich wie zuvor GandCrab – den Spitzenplatz belegen könnte.

Der beste Schutz vor Ransomware ist weiterhin eine regelmäßige und umfassende Datensicherung. Darüber hinaus sollten stets alle verfügbaren Patches für Betriebssystem und Anwendungen eingespielt werden, um Cyberangriffe abzuwehren, die alte und bekannte Schwachstellen ausnutzen.

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