Citygroup: Netflix könnte an Apple gehen

Das große Barvermögen setzt Apple laut Analysten unter Handlungsdruck. Neben einem Aktienrückkauf könnte der iPhone-Hersteller auch Übernahmen planen. Trumps Steuerpläne geben Apple große finanzielle Spielräume.

Mit einer Barreserve von 250 Milliarden Dollar stehen Apple derzeit viele Optionen offen. Eine davon könnte die Übernahme des Streaming-Dienstes Netflix sein. Analysten der Citygroup haben in einer Matrix verschiedene Optionen analysiert und nach der Wahrscheinlichkeit bewertet. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme von Netflix durch Apple bei 40 Prozent, wie Busines Insider berichtet.

Netflix: "House of Cards"

Apple hat riesige Bargeldreserven im US-Ausland geparkt. Etwa 90 Prozent der 250 Milliarden Dollar sollen außerhalb der USA geparkt sein. Die Steuerreform des US-Präsidenten Donald Trump macht es nun möglich, dass Apple wie auch andere US-Konzerne diese Summen zu einem niedrigen Steuersatz in die USA zurück transferieren können. Davon kann Apple wie kaum ein anderes Unternehmen profitieren.

Apple könnte eine Dividende an die Aktionäre ausschütten oder Anteile von Börse zurückkaufen. Apple, dessen Unternehmenserfolg jedoch nach wie vor sehr stark vom Erfolg des iPhones abhängt, könnte diese Chance auch nutzen, um die eigenen Geschäftsfelder zu diversifizieren.

Jim Suva und Asiya Merchant, Analysten der Großbank Citigroup sehen in den großen Barreserven, die zudem jährlich um 50 Milliarden Dollar wachsen, ein Problem für Apple. In ihrer Analyse machen die beiden nun den Streamingdienst Netflix als wahrscheinlichstes Übernahmeziel aus.

Damit könnte Apple den eigenen Dienst iTunes deutlich erweitern. Neben Musik werden hier auch Filme und Serien angeboten. Apple plant zudem eine eigene Produktion mit Jennifer Aniston und Reese Witherspoon in den Hauptrollen, um damit die Abwanderung von Abonnenten zur Konkurrenz zu stoppen.

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf mit dem Vorgang vertrauten Personen berichtete, soll Apple rund 1 Milliarde Dollar in Eigenproduktionen in diesem Jahr investieren wollen. Zum Vergleich, Branchenprimus Netflix investiert jährlich im Schnitt etwa 6 Milliarden Dollar in solche exklusiven Produktionen. Auch der Konkurrent Amazon versucht durch eigene Serien Abonnenten zu gewinnen.

Mit Netflix würde Apple mit einem Schlag 100 Millionen Abonnenten und einen wachsenden Kundenstamm bekommen. Netflix ist damit inzwischen mehr als 80 Milliarden Dollar an der Börse wert. Keine Kleinigkeit, allerdings könnte Apple diese Summe problemlos aufbringen, wie die beiden Fachleute aus ihrer im Dezember veröffentlichten Analyse berichten.

Tatsächlich könnte Apple auch den Disney-Konzern übernehmen, was allerdings mit 25 Prozent etwas weniger wahrscheinlich erscheint. Inzwischen aber wurde bekannt, dass Disney Teile von 21st Century Fox für 66 Milliarden plus Schulden übernehmen will. Damit könnte die Wahrscheinlichkeit weiter sinken.

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4 Kommentare zu Citygroup: Netflix könnte an Apple gehen

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  • Am 2. Januar 2018 um 17:46 von Klaus der Analyst

    Halte ich für unwahrscheinlich … bei einer Marktkapitalisierung von 86 Milliarden Dollar. Für die Übernahme müssten 20% Aufpreis einberechnet werden – also deutlich über 100 Milliarden Dollar. Wozu sollten sie das tun? Zuvor haben sie über Time Warner philosophiert, Papier ist geduldig.

    Man muss halt wissen, dass Beats die bisher teuerste Übernahme Apples war, und da lag der Preis bei 3 Milliarden Dollar. Ich denke nicht, dass Cook, der schlaue Fuchs, größere Übernahmen in Erwägung zieht. Da ist es bei so vielen Milliarden Reserven sicher einfacher selber einen Service aufzuziehen.

    Dass das geht, haben sie mit Apple Music gezeigt.

    Dieses Gerücht um Netflix oder Time Warner gibt es immer wieder mal, und das hat seine Ursache vermutlich darin, dass Analysten irgend etwas analysieren müssen, um ihr Dasein zu rechtfertigen, und dass sie sich gerne über die vielen Apple Milliarden Gedanken machen. Macht ja jeder.

    Apple könnte mit 200 Milliarden Dollar auch Griechenland für 99 Jahre pachten und eine Steueroase aufmachen. :-D

    Apple könnte beispielsweise Tesla kaufen, und dann hätten sie sofort „Apple Cars“ im Angebot, Marktkapitalisierung etwa bei 54 Milliarden Dollar. Oder noch besser: sie kaufen AMD – das hat laut Nasdaq exakt 10.429.472.898 Dollar Marktkapitalisierung – mit 10,5 Milliarden wäre AMD also geradezu ein Schnäppchen. Sie wären unabhängig von Intel und könnten dann AMD Hardware in ihre Macs einbauen.

    Mit 219 Mrd Marktkapitalisierung könnten sie sich sogar Intel leisten – aber die Wahrscheinlichkeit scheint mir eher bei Null zu liegen. Dann doch AMD übernehmen und deutlich erweitern.

    • Am 4. Januar 2018 um 0:45 von teek

      Was soll Apple mit AMD? ARM wäre da schon logischer.

      Netflix passt aber schon besser in das Konzept von Apple. Stumpf fände ich aber wenn sie HBO kaufen würden und die letzte Staffel Game of Thrones nur für Apple Geräte Streamen würden. Dabei wird allerdings per Facetime überwacht, das nur der Besitzer des Gerätes (alleine) zuschaut.

  • Am 4. Januar 2018 um 0:07 von C

    Hinweis: Apple hat ca. 100 MRD US-$ Schulden. Damit verbleiben Netto „nur“ 150 MRD.

    Und – für Intel sieht es gerade nicht so gut aus… und es soll nicht der einzige CPU-Bug sein.

  • Am 5. Januar 2018 um 9:00 von Mac-Harry

    Mumpitz hoch Kokolores. Wäre ein Strategiebruch.

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