Britischer Teenager als Malware-Lieferant für weltweite Angriffe angeklagt

Er soll ein von ihm aufgebautes Botnet vermietet haben. Das Botnetz legt unter anderem die Websites von Amazon, BBC, Netflix und der National Crime Agency lahm. An den Ermittlungen sind neben der britischen Polizei auch das FBI und Europol beteiligt.

Britische Behörden werfen einem 18-jährigen Studenten vor, die Malware zur Verfügung gestellt zu haben, mit der weltweit Angriffe gegen namhafte Unternehmen ausgeführt wurden. Der aus Stockport stammende Verdächtige soll zudem Online-Support für seine Schadsoftware angeboten haben.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)Der angebotene Schädling war in der Lage, PCs aus der Ferne zu steuern und zu einem Botnetz hinzufügen. Das Botnetz wiederum vermietete der Beschuldigte an zahlungswillige Kunden. Es soll für Distributed-Denial-of-Service-Angriffe auf die Websites von Amazon, BBC, Netflix, Virgin Media und der National Crime Agency (NCA) benutzt worden sein. Weitere Opfer sind demnach die Mobilfunkanbieter T-Mobile UK, EE, Vodafone und O2.

2015 legte eine Attacke auf die Bank NatWest deren Online-Banking-System lahm. Auch hierbei soll die Schadsoftware des Studenten zum Einsatz gekommen sein. An den Ermittlungen gegen ihn waren neben dem West Midlands Regional Cyber Crime Unit auch die Israelische Polizei, die US-Bundespolizei FBI und das European Cybercrime Centre von Interpol beteiligt.

„Er ist gemäß dem Computer Misuse Act wegen Beeinträchtigung des Betriebs von Computern angeklagt“, teilte die West Midlands Police mit. Zudem soll er weitere Verbrechen ermöglicht oder unterstützt haben und zusammen mit einem US-Staatsbürger die mit den Verbrechen erwirtschafteten Gewinne gewaschen haben.

Die Strafverfolger betonten, dass keiner der Angriffe zum Verlust oder Diebstahl von Kundendaten geführt hat. Trotzdem musste sich der 18-Jährige gestern wegen insgesamt vier Anklagepunkten vor dem Amtsgericht in Manchester verantworten. Das übergab das Verfahren an den Manchester Crown Court, der sich nun ab dem 26. Juli mit dem Fall befasst, wie die Zeitung The Telegraph berichtet. Crown Courts sind in Großbritannien für schwere Verbrechen wie Mord, Totschlag oder Raub zuständig.

ANZEIGE

Aktuelle Studie zur Dokumentensicherheit in deutschen Büros

Eine aktuelle Statista-Umfrage (im Auftrag von KYOCERA Document Solutions) hat ergeben: Der deutsche Mittelstand hat Nachholbedarf beim Thema Dokumentensicherheit. Mehr als die Hälfte der befragten Mitarbeiter hat Zugriff auf Dokumente, die nicht für sie bestimmt sind. Weitere Infos und Tipps zur Optimierung erhalten Sie im gratis E-Book.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

Tipp: Kennen Sie die berühmtesten Hacker? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: Cybercrime, Hacker, Security, Sicherheit

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Britischer Teenager als Malware-Lieferant für weltweite Angriffe angeklagt

Kommentar hinzufügen
  • Am 5. Juli 2017 um 14:17 von hugo

    Warum werden aus dem gleichen Grund nicht auch Heckler&Koch oder Rheinmetal u.s.w. verklagt, wenn diese Firmen Kriegswaffen bauen, verkaufen und diese Waffensysteme auch noch schulen oder noch schlimmer diese Infrastruktur im jeweiligen Land aufbauen um die Gesetze zu umgehen.
    Hier werden fadenscheinige Fahndungserfolge ausgeschlachtet und Bauernopfer produziert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *