Studie: Nutzer verwenden weniger Apps – und verbringen mehr Zeit in ihnen

Die Retention Rate sinkt - oft wird eine App nur kurze Zeit benutzt und dann nie wieder. Eine reduzierte Aufmerksamkeitsspanne sorgt dafür, dass sich Nutzer bei auftauchenden Hindernissen schneller von einer App abwenden. Für App-Entwickler sind Nutzer mit hohem Engagement zunehmend wichtig.

Adjust hat den Benchmark Report Q3 2016 veröffentlicht, der aktuelle Trends im Nutzungsverhalten von Mobile-App-Nutzern beschreibt. Als entscheidende Erkenntnis stellt das Berliner Mobile-Measurement-Unternehmen heraus, dass sich Nutzer auf immer weniger Apps kaprizieren und in ihnen mehr Zeit verbringen. Dabei zeigte sich außerdem, dass deutsche Nutzer pro Sitzung durchschnittlich weniger Zeit in einer Anwendung verbringen, als das in den USA oder in China der Fall ist.

Apps (Bild: Shutterstock)

Für die Studie untersucht wurde das Verhalten von Nutzern auf Endgeräten mit iOS und Android. Über einen Monat hinweg wurden mehr als 12.000 Apps erfasst. Dabei stellte sich heraus, dass die Anzahl der Nutzer sowie der Sitzungen pro Nutzer im Vergleich zum Vorjahr abgenommen hat. Gleichzeitig nahm aber die von Nutzern in einer App verbrachte Zeit zu. Am häufigsten werden noch immer Apps wie Social Networks, Dienstprogramme, Spiele und News eingesetzt. Anwendungen für Business, Lifestyle und E-Commerce hingegen finden weniger Anklang.

Auffällig gesunken ist die Retention Rate. Sie kennzeichnet den Anteil von Nutzern, die nach einem bestimmten Zeitraum nach der Installation die App noch immer nutzen. Dass Nutzer eine Anwendung nach sieben Tagen oft nicht mehr verwenden, führt der App-Analytics-Spezialist auf intensiveren Wettbewerb, die größere Anzahl von Apps sowie mehr Apps innerhalb einer Kategorie zurück.

Zum anderen veranlasse eine reduzierte Aufmerksamkeitsspanne, dass sich Nutzer bei auftauchenden Hindernissen schneller von einer App abwenden. Probleme beim Log-in, mäßige Nutzerfreundlichkeit, Absturzneigung einer App oder ein zu forderndes Spiel tolerieren die Nutzer demnach immer weniger.

„Aus den Ergebnissen unseres Benchmark-Reports geht hervor, dass es für App-Entwickler immer wichtiger wird, die Art von Nutzern zu gewinnen, die ein hohes Engagement aufweisen“, schließt Adjust-CEO Christian Henschel aus den Ergebnissen. „Zudem muss weiter an der Optimierung von Apps in Hinsicht auf Usability und User Experience gearbeitet werden, um Nutzer langfristig zu binden. Besonders Re-Engagement mit verlorenen Nutzern kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.“

Das Berliner Start-up Adjust verfügt über Niederlassungen in den USA und weiteren Ländern. Es bezeichnet sich als eines der weltweit führenden Mobile-Measurement-Unternehmen und ist seit heute offizieller Mobile-Measurement-Partner bei Pinterest. Auf seiner Kundenliste stehen außerdem Firmen wie Uber, Salesforce, BuzzFeed, Spotify und Zinga.

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