Here ermöglicht Audi, BMW und Daimler ab 2017 Datenaustausch

Über eine frontale Kamera sollen die Fahrzeuge die Umgebung erfassen und Informationen zu Parkplätzen, Baustellen oder auch Verkehrsschildern sammeln. Geschwindigkeit und Standort, Bremsmanöver und Einsatz von Nebelscheinwerfern gehen ebenfalls in die Open Location Platform ein.

Fahrzeuge der Marken Audi, BMW und Mercedes-Benz werden ab 2017 Daten über verfügbare Parkplätze und Baustellen austauschen. Dazu nutzen sie einen gemeinsamen Kartendienst namens Open Location Platform auf Basis des Angebots der ehemaligen Nokia-Sparte Here, wie in dessen Pressemitteilung zu lesen ist. Sie gehört inzwischen einem Konsortium, an dem alle drei Autohersteller beteiligt sind.

Here synchronisiert herstellerübergreifend Fahrzeugdaten (Bild: Here)Das System wird demnach auch Verkehrsfluss, Hindernisse und Straßenzeichen erfassen. Dazu dient eine an der Front angebrachte Kamera. Zu den Aufzeichnungen der einzelnen Fahrzeuge zählen Geschwindigkeit und Standort, aktuelle Richtung, eventuelle scharfe Bremsmanöver und die Aktivierung von Nebelschlussleuchte oder Nebelscheinwerfern.

Die Open Location Platform hat Here jetzt im Vorfeld der Paris Motor Show skizziert. Das Unternehmen erwartet, dass sich künftig auch andere Autohersteller der Initiative anschließen. Für den Fahrer bestehe der Vorteil darin, dass er nichts melden oder unternehmen müsse, aber bei seinem Routing automatisch von der Vernetzung profitiere.

Die Ankündigung zitiert CEO Edzard Overbeek: „Here glaubt, dass eine Kollaboration der Branche nötig ist, um elementare Probleme der Straßennutzer auf der ganzen Welt zu beseitigen. Heute erleben wir, dass die Technik- und Autobranche sich zusammentun, um Dienste zu erstellen, die das Fahrerlebnis für Milliarden verbessern werden.“

Freilich hatten die Autobauer Here im vergangenen Jahr für 2,8 Milliarden Dollar aufgekauft, um weniger abhängig von großen IT-Firmen zu sein. Im April 2016 sollen etwa BMW und Daimler Gespräche mit Apple über die gemeinsame Entwicklung eines Elektroautos abgebrochen haben. Angeblich konnten sich die deutschen Firmen nicht mit Apple einigen, wer die Kontrolle über die mit den Fahrzeugen gesammelten Daten erhält. Differenzen soll es auch bei der Frage gegeben haben, wer das Projekt leiten sollte.

Google hat sich mit Waze 2013 einen Kartendienst mit Crowdsourcing-Community und eine Social-Traffic-App ins Haus geholt. Es zahlte anders als zunächst vermutet unter eine Milliarde Dollar. Es sagte damals, das Unternehmen aus Israel habe den Verkauf einem Börsengang vorgezogen, um seine Community weiter pflegen zu können. Inzwischen vermittelt Google über die Waze-App Mitfahrgelegenheiten für Pendler.

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Themenseiten: Audi, Auto & IT, BMW Group, Cloud-Computing, Daimler, GPS, Here Maps, Navigation

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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1 Kommentar zu Here ermöglicht Audi, BMW und Daimler ab 2017 Datenaustausch

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  • Am 28. September 2016 um 23:45 von dominik

    Sobald Kameras standardmäßig in jedes auto eingebaut werden, freuen sich dann sicher schon die geheimdienste.
    So hat man dann praktisch eine live kamera, die man ganz bequem anzapfen kann, zusätzlich gps, zwecks standort und fahrgeschwindigkeit, und dank 5g wlan alle sonstigen fahrzeug-daten, die der bordcomputer im millisekunden-takt neu berechnet…
    Natürlich darf sich der gläserne bürger auch freuen, schließlich muss man heutzutage ja ohnehin keine ortskenntnisse mehr haben. Dank der technik sind wir ja so viel bequemer geworden, sein gehirn zu benutzen ist schon längst geschichte.
    So freut sich jeder: der Faule und bequeme mensch von heute, und die überwachungs-staaten bzw mächtigen in der politik und wirtschaft, deren ziel ein absolut gläserner und an leinen gebundener, unmündiger bürger ist.
    Aber hey: solange sich die menschheit noch frei vorkommt, ist ja alles gut, willkommen in der matrix!

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