IBM integriert Watson in Commerce Insights

Der Supercomputer übernimmt die Auswertung der E-Commerce-Analysen und bietet auch Handlungsmöglichkeiten an. Beispielsweise bemerkt er geringes Interesse an einem Produkt in bestimmten Regionen oder auf bestimmten Plattformen. Anwender können ihm auch in natürlicher Sprache - auf Englisch - Fragen stellen.

IBM hat Ende vergangener Woche seine Plattform Commerce Insights aktualisiert und dabei über die Watson API neue Funktionen eingebaut, die kognitives Computing nutzen. Händler, Produktmanager und Marketingspezialisten sollen so bessere Einblicke in Kundenverhalten und Geschäftsperformance bekommen, was wiederum den Weg zu besseren Entscheidungen ebnet.

IBM (Bild: IBM)Das Anfang 2015 eingeführte Commerce Insights bereitet Kunden- und Verkaufsdaten in Echtzeit auf. Mitarbeiter können den Online-Store ihres Unternehmens dabei aus der Perspektive des Kunden sehen und sich einen Eindruck verschaffen, wie Produktkategorien auf Shopper wirken, was für Interesse sorgt und was wirklich verkauft wird.

Dieses Prozedere soll Watson quasi automatisieren, etwa die Gründe für den guten oder schlechten Verkauf eines Produkts ermitteln und Gegenmaßnahmen vorschlagen. Beispielsweise könnten in Regionen mit besonders geringem Interesse an einem bestimmten Produkt Werbekampagnen gefahren werden.

Watson würde auch feststellen, ob bestimmte Plattformen – etwa das Mobilangebot – besonders betroffen sind. Der Händler hätte dann die Möglichkeit, mit Mobilwerbung zu reagieren oder seine App zu verbessern.

Zudem nutzt Commerce Insights die Möglichkeit, sich in natürlicher Sprache mit Watson auszutauschen – wenn auch bisher nur auf Englisch. So können auch Laien Fragen zu aktuellen Daten und Trends stellen, ohne auf Vermittlung durch Programmierer oder Datenwissenschaftler angewiesen zu sein.

Watson beantwortet einfache Fragen (Bild: IBM).Vor drei Wochen hatte IBM sein kognitives Computersystem Watson schon eingesetzt, um aus Social Media, Onlineforen, Blogs, Kommentaren, Bewertungen und Produktrezensionen aktuelle Shopping-Trends abzuleiten und Verbrauchern Entscheidungshilfen an die Hand zu geben. Die vor der Weihnachtssaison angebotene Einkaufsberatung Watson Trend basiert auf der Auswertung von rund 10.000 Quellen. Sie soll daraus die Meinung anderer Verbraucher als die letztlich entscheidende Information herausfiltern. Die Watson Trend App ist kostenlos für iOS-Geräte erhältlich und steht in Apples App Store zum Download bereit.

IBMs App nutzt eine Kombination von APIs der Watson-Entwickler-Plattform, die etwa Gefühlsanalyse und das Verständnis natürlicher Sprache ermöglichen. In Zukunft soll Watson mit weiteren Fähigkeiten bereichert und stärker personalisiert werden, um den individuellen Interessen der Nutzer entgegenzukommen. Bislang basiert die Trenderkennung vor allem auf Online-Inhalten in den USA, soll aber in Zukunft auf weitere Regionen ausgeweitet werden.

IBM wendet sich nicht nur an Konsumenten, sondern sucht mit der Trendsuche offenbar auch einen Seitenweg zur Kommerzialisierung der Watson-Plattform. IBM-Manager Keith Mercier beschrieb schon vor einem Jahr eine bei Kaufentscheidungen helfende App als beispielhaft für den Einsatz von kognitivem Computing im Handel. „Es geht darum, wie Anwender heute an Daten fürs Shopping kommen, das ist das Wetter, es sind Inspirationen aus Sozialen Netzen, es könnte auch der Bestand des Kleiderschranks sein beziehungsweise die Historie bisheriger Einkäufe“, sagte er. „Läden können Watson nutzen, um all das zusammenzubringen, und auf Basis dieser Daten einen Dialog mit dem Kunden führen.“ Die Entscheidung verbleibe natürlich beim Kunden.

[mit Material von Natalie Gagliordi, ZDNet.com]

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
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