IBM forscht mit Watson nach Modetrends

Anwender können sich von Watson beim Kleidereinkauf beraten lassen. Der Supercomputer nutzt dafür Daten zu Wetter und Stimmung, Anregungen von Freunden aus Sozialen Netzen und die Einkaufshistorie. Der Einzelhandel profitiert in Form von von besserer Kundenkenntnis.

IBM verfolgt einen Seitenweg zur Kommerzialisierung des Supercomputer-Systems Watson: Mit seinen Analysefähigkeiten soll der Rechner Anwendern bei Kaufentscheidungen helfen – und zwar in Abhängigkeit von Social-Media-Feeds, Ratschlägen von Freunden, der Stimmung und früherer Entscheidungen beim Einkleiden. Das hat IBM-Manager Keith Mercier auf der australischen Modeveranstaltung Melbourne Spring Fashion Week erklärt.

Keith Mercier (BIld: IBM)Keith Mercier (BIld: IBM)

Der Anwender würde mit einer Mobil-App auf das System zugreifen und sich Ratschläge holen können. Mercier beschreibt den Ansatz als beispielhaft für den Einsatz von kognitivem Computing im Handel. Ihm zufolge können Shops so Kunden-Interaktionen online und offline zusammenführen.

„E geht darum, wie Anwender heute an Daten fürs Shopping kommen, das ist das Wetter, es sind Inspirationen aus Sozialen Netzen, es könnte auch der Bestand des Kleiderschranks sein beziehungsweise die Historie bisheriger Einkäufe. Läden können Watson nutzen, um all das zusammenzubringen, und auf Basis dieser Daten einen Dialog mit dem Kunden führen.“ Die Entscheidung verbleibe natürlich beim Kunden.

Eine ähnliche Vision von Verkaufsgesprächen im Ladengeschäft hatte kürzlich Salesforce entwickelt, als es Salesforce 1 for Retail einführte: Mit „Mobile Clienteling“ könnten Firmen auf Daten wie den Standort des Kunden, frühere Einkäufe, Shopping-Präferenzen, Profile in Sozialen Netzen und persönliche Daten wie Jahres- und Geburtstage zugreifen. Das Unternehmen schlägt vor, dass ein Verkäufer so eine passende Krawatte zu einem kürzlich gekauften Anzug empfehlen könnte. Außerdem seien Ratschläge aufgrund der letzten Tweets des Kunden denkbar.

Im Juli hatten Apple und IBM ein Abkommen unterzeichnet, das unter anderem zu einer Reihe Apps für die Branchen Handel, Medizin, Finanzen, Reise, Transport, Telekommunikation und Versicherungen führen soll. Diese Apps werden laut Ankündigung das Know-how und die Software von IBM in den Bereichen Big Data und Analytik auf Mobilgeräten nutzbar machen. Die Partnerschaft erstreckt sich außerdem auf IBMs Mobilgeräte-Verwaltung.

Im Februar hatte IBM schon einen Watson-Entwicklerwettbewerb gestartet: Gesucht wurden Ideen für und Prototypen von Mobil-Apps, die auf kognitives Computing mit dem Supercomputer zugreifen. Die drei besten will IBM zusammen mit den Erfindern zur Marktreife führen. Schließlich musste das Unternehmen noch im Januar melden, Watson bleibe hinter den Umsatzerwartungen zurück.

[mit Material von Josh Taylor, ZDNet.com]

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Themenseiten: Big Data, IBM, Smartphone, Software, Supercomputing

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