Googles Street-View-Fahrzeuge messen nun auch Luftqualität

Ein Testlauf fand schon in Denver statt. Jetzt sollen San Francisco, Los Angeles und das kalifornische Central Valley erfasst werden. Die Daten will Google als Maps-Layer aufbereiten. Es erfasst etwa den Anteil an Kohlenstoffdioxid, Methan, Ruß und Feinstaub auf Straßenhöhe.

Google hat angekündigt, sein Programm zur Messung der Luftverschmutzung durch Street-View-Fahrzeuge auszuweiten, und zwar auf die kalifornischen Regionen um Los Angeles, San Francisco und das Central Valley. In San Francisco wurde schon mit den Messungen begonnen – die nächsten Schritte erfolgen dann 2016. Wie viele Fahrzeuge genau im Einsatz sind, wurde nicht kommuniziert.

Google-Street-View-Auto (Bild: ZDNet.de)Die Messungen werden zusammen mit Aclima realisiert, wie Google schon im Juli ankündigte. Die Partner führten zunächst einen Probelauf in Denver (Colorado) durch. Dass jetzt Kalifornien im Mittelpunkt steht, liegt nicht nur daran, dass Google dort seine Zentrale hat. Vielmehr heißt es, in kalifornischen Städten gebe es eine besonders hohe Feinstaubkonzentration, was jährlich Milliarden Dollar an Gesundheitskosten verursache. Auf 38 Millionen Einwohner des US-Staats kommen 38 Millionen zugelassene Pkws.

Von Aclima stammen die auf den Google-Fahrzeugen befestigten Sensoren. Sie messen etwa den Anteil an Kohlenstoffdioxid, Methan, Ruß und Feinstaub – und zwar für jeden Straßenblock separat. Während des Probelaufs in Denver kamen innerhalb eines Monats 750 Stunden abdeckende Messungen zusammen, die Aclima teilweise veröffentlichte.

Künftig will Google die Daten als Layer für seine Geodienste Earth und Maps anbieten, sodass Anwender sehen können, welcher Bereich welcher Stadt wie stark verunreinigt ist. Zudem sollen Wissenschaftler und Experten für Luftqualität Zugriff auf die Daten bekommen – insbesondere die Regierungsbehörde Environmental Protection Agency und die gemeinnützige Organisation Environmental Defense Fund.

„Indem wir zusammen mit Aclima und seiner Technik weitere Städte erfassen, können wir auf Straßenhöhe erfolgte Messungen zur Luftqualität allgemein verfügbar – und damit noch nützlicher -machen, wodurch das Unsichtbare sichtbar wird“, kommentierte Karin Tuxen-Bettman, Program Manager für Google Earth Outreach. „Wir hoffen, so nicht nur Menschen informierte Alltagsentscheidungen zu ermöglichen, sondern auch einen langfristigen Dialog über mögliche Verbesserungen der Luftqualität anzustoßen.“

Street View wurde dieses Jahr um erste Unterwasser-Aufnahmen ergänzt – etwa vom Great Barrier Reef. Und erst Anfang September machte Google es als separate App für Android sowie iOS verfügbar.

Freilich hängt dem Angebot weiter der Skandal von 2010 an, als Street-View-Fahrzeuge weltweit widerrechtlich sämtliche verfügbaren WLAN-Daten aufzeichneten. Street-View-Fahrten sorgten zudem vor allem in Deutschland für hitzige Datenschutzdiskussionen. Inzwischen können Hausbesitzer die Bilder ihrer Hausfassade auf Antrag in dem Dienst verpixeln lassen.

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