Ex-Mitarbeiterin verklagt Microsoft wegen Geschlechterdiskriminierung

Katherine Moussouris wirft dem Softwarekonzern vor, Frauen in technischen Positionen systematisch gegenüber männlichen Kollegen zu benachteiligen. Zudem gehe er gezielt gegen Mitarbeiterinnen vor, die sich über Diskriminierung beschweren. Sie strebt eine Sammelklage vor einem US-Bundesgericht an.

Eine ehemalige Angestellte strebt eine Sammelklage gegen Microsoft wegen Geschlechterdiskrimierung an. Sie wirft ihrem Ex-Arbeitgeber vor, Frauen in technischen Positionen systematisch gegenüber männlichen Kollegen zu benachteiligen. Katherine Moussouris, die von 2007 bis 2014 bei dem Softwarekonzern beschäftigt war, hat ihre Klage am Mittwoch bei einem US-Bundesgericht in Seattle eingereicht.

Microsoft-Schild vor Gebäude 99 des Redmond-Campus (Bild: Microsoft)In der Klageschrift (PDF) heißt es, Microsofts Richtlinien und Methoden „verletzen systematisch die Rechte der weiblichen technischen Angestellten und resultieren in ungehemmten Gender Bias, der die Unternehmenskultur durchdringt“. Zudem gehe Microsoft gezielt gegen Frauen vor, die sich über Diskriminierung beschwerten.

Konkret behauptet Moussouris, die als Security Program Manager in Microsofts Abteilung Trustworthy Computing arbeitete, stets schlechtere Leistungsbewertungen erhalten zu haben als ihre männlichen Kollegen, obwohl sie eigenlich mehr geleistet habe als sie. Einem männlichen Vorgesetzten wirft sie vor, ihr einen geringeren Bonus ausgezahlt zu haben, weil sie einen sexuellen Übergriff in ihrer Abteilung gemeldet habe. Microsoft habe den betreffenden Director daraufhin versetzt, ihn später aber zum Senior Director befördert.

In einer ersten Stellungnahme erklärte der Softwarekonzern, es werde die Anschuldigungen prüfen. „Wir bemühen uns um eine bunt gemischte Belegschaft und einen Arbeitsplatz, an dem alle Mitarbeiter die Chance auf Erfolg haben“, sagte ein Firmensprecher.

Ähnliche Klagen wegen angeblicher Diskriminierung weiblicher Mitarbeiter laufen in den USA auch gegen Twitter und Facebook. Großes mediales Interesse in den Vereinigten Staaten erhielt auch der Fall Ellen Pao gegen die Venture-Capital-Firma Kleiner Perkins Caufield & Byers.

Die jetzt von Moussouris eingereichte Klage gegen Microsoft folgt knapp ein Jahr auf kontroverse Aussagen von CEO Satya Nadella. Dieser hatte in einem Interview auf die Frage, wie sich Frauen verhalten sollen, die ungern nach einer Gehaltserhöhung oder Beförderung fragen wollen, geantwortet: „Es geht nicht darum, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, sondern zu wissen und darauf zu vertrauen, dass das Systen einem mit der Zeit schon angemessene Erhöhungen zugesteht. Und das könnte meines Erachtens eine der zusätzlichen Superkräfte sein, die Frauen offen gestanden haben, die nicht nach Gehaltserhöhungen fragen.“

Später relativierte Nadella seine Aussage, die ihm die Kritik einbrachte, ungleiche Bezahlung zwischen Frauen und Männern gutzuheißen. Via Twitter stellte er klar: „Ich habe mich undeutlich ausgedrückt, wie Frauen nach einer Gehaltserhöhung fragen sollen. Unsere Branche muss die Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern schließen, so dass keine Erhöhung aufgrund eines Verzerrungseffekts nötig ist.“

[mit Material von Terry Collins, CNET.com]

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