Google führt Nearby-API für Android- und iOS-Apps ein

Sie soll Kommunikation und Datenaustausch mit anderen Mobilgeräten und -Nutzern in der direkten Umgebung erleichtern. Die Übertragung erfolgt via Bluetooth, WLAN oder nicht wahrnehmbare Tonsignale. Die Funktionalität erinnert an Apples AirDrop, geht aber noch darüber hinaus.

Google hat mit „Nearby“ eine API für Android- und iOS-Apps vorgestellt, die Kommunikation und Datenaustausch mit anderen Mobilnutzern und -Anwendungen in der direkten Umgebung erleichtern soll. Dabei kommen Bluetooth, WLAN und für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbare Tonsignale zum Einsatz.

Die Nearby-API soll den Datenaustausch mit anderen Geräten in unmittelbarer Umgebung erleichtern (Bild: Google).Die Nearby-API besteht aus zwei Teilen: Nearby Messages und Nearby Connections. Anwendungsentwickler können Ersteres beispielsweise dazu verwenden, um Geräte in der Umgebung zu identifizieren und ihnen Nachrichten zu schicken oder Dateien zu übertragen. Nearby Connections dient dazu, ein Gerät in einem lokalen Netzwerk zu ermitteln und eine direkte Verbindung dazu aufzubauen. Ein konkretes Anwendungsbeispiel dafür ist ein lokales Multiplayerspiel, das von einem Nutzer erstellt wurde und dem andere Anwender im gleichen Netzwerk dann beitreten können. Denkbar ist auch eine Verbindung zu einem Fernseher, auf dem das Spiel wiedergegeben wird, während Smartphone oder Tablet als Controller dienen.

Eine frühere Implementierung von Nearby hatte Google schon für den Gastmodus von Chromecast das Chrome-Add-on Google Tone sowie für Verbindungen zwischen mehreren in der Nähe befindlichen Spielern bei Google Play Games verwendet. Jetzt öffnet es die API für Drittentwickler, die sie unter Android (ab Gingerbread) und iOS einsetzen können.

Die Funktionalität erinnert an Apples AirDrop, das 2011 mit Mac OS X 10.7 Lion eingeführt und 2013 auf iOS erweitert wurde. Es erlaubt ebenfalls den Datenaustausch via Bluetooth oder WLAN zwischen Macs und iOS-Geräten in der Umgebung. Allerdings geht Nearby noch etwas darüber hinaus.

Einige Google-Partner haben auf Basis der API bereits einige Anwendungen entwickelt. So erlaubt die App Edjing beispielsweise DJs, ihre Wiedergabeliste an Nutzer in der Umgebung zu verteilen. Diese können dann für Lieder stimmen, die sie mögen, und ihr Votum wird in Echtzeit aktualisiert. Die Whiteboard-App Trello verwendet Nearby zum vereinfachten Verteilen von Aufgaben an Kollegen oder Freunde in der Nähe. Pocket Casts ermöglicht mithilfe der API, die Podcast-Liste von anderen Nutzern in der Nähe einzusehen und zu vergleichen.

Die Nearby-Funktionen setzen Version 7.8 der Google Play Dienste voraus, aber keine Google-Konto. Eine Anwendung, die die Nearby-API einsetzt, muss vor deren Verwendung erst die Zustimmung des Nutzers einholen, ob er das Teilen von Informationen in der direkten Umgebung erlaubt.

Teil der Nearby-API unter Android ist auch der iBeacon-Konkurrent Eddystone. Das plattformübergreifende Open-Source-Format für Bluetooth Low Energy Beacons erlaubt die Ermittlung des Standorts von Mobilgeräten in der Nähe sowie eine anschließende Datenübermittlung. Dabei setzt es im Gegensatz zu Apples iBeacon nicht zwingend eine dedizierte Mobilanwendung voraus.

[mit Material von Kevin Tofel, ZDNet.com]

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Themenseiten: Android, Anwendungsentwicklung, Google, iOS

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