Nach US-Sanktionen: Nordkorea beteuert seine Unschuld

Die Maßnahmen begründete Präsident Barack Obama mit "erpresserischen Cyberaktivitäten im November und Dezember 2014". Sie richten sich gegen einzelne Behörden. Nordkorea fordert weiter eine gemeinsame Untersuchung der Vorkommnisse.

Die USA haben Ende letzter Woche zusätzliche Sanktionen gegen Nordkorea erlassen. Es wies sie ausdrücklich als Reaktion auf Cyberaktivitäten im November und Dezember 2014 aus. Nordkorea bestritt erneut jede Beteiligung an dem Hack von Sony Pictures und forderte eine gemeinsame Untersuchung.

Flagge Nordkoreas (Bild: Public Domain)

Die am Freitag angeordneten Maßnahmen begründete Präsident Barack Obama mit „provokativen, destabilisierenden und repressiven Handlungsweisen sowie politischen Vorgaben der Regierung Nordkoreas einschließlich destruktiver, erpresserischer Cyberaktivitäten im November und Dezember 2014“. Sie zielen ab auf einzelne Regierungsbehörden und auch Personen, nicht jedoch das nordkoreanische Volk als Ganzes.

Nordkorea antwortete mit einer Erklärung, es habe mit den Angriffen nichts zu tun. „Die anhaltenden einseitigen Maßnahmen des Weißen Hauses in Form von ‚Sanktionen‘ zeigen eindeutig, dass es sich von seiner tief verwurzelten Abneigung, ja Feindschaft gegen Nordkorea nicht zu lösen vermag.“ Ein Sprecher fügte gegenüber der staatlichen Agentur KCNA hinzu, Nordkorea werde so dazu gedrängt, seine „Militär zuerst!“-Strategie (Songun) noch zu verstärken. Aufgrund von Atomraketentests, die gegen UN-Resolutionen verstießen, galten schon zuvor diverse US-Sanktionen gegen Nordkorea.

Nordkorea erneuerte außerdem seine Forderung nach einer gemeinsam mti den USA durchgeführten Untersuchung des Cyberangriffs auf Sony. Dass die USA dies ablehnten, sei ein Beleg für ihr „schlechtes Gewissen“. Der Fall diene ihnen nur als Anlass, um Nordkorea in der internationalen Gemeinschaft weiter zu isolieren.

Anlass des Streits ist The Interview – ein humoristischer Film, der zwei Journalisten in einen Anschlag auf den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un verwickelt. Nordkorea protestierte mehrere Monate gegen den Film, bevor Sony Pictures Ende November von einer Gruppe namens „Guardians of Peace“ gehackt sowie in der Folge erpresst wurde. Das FBI sieht Nordkorea in der Verantwortung. Der Staat stritt dies ab, nannte den Angriff aber „eine gerechtfertigte Tat“.

Präsident Obama kündigte eine „angemessene Reaktion“ auf den Vorfall an und forderte Sony auf, den Film trotz Terrordrohungen in die Kinos zu bringen. 300 kleinere US-Kinos zeigen ihn inzwischen. Für Nutzer in den USA und Kanada ist der Film zudem bei Online-Angeboten wie Youtube, Netflix und neuerdings auch Apples iTunes abrufbar. Den angemessensten Kommentar gab in dem Zusammenhang Google ab: „Unsere Mission ist es, alle Informationen weltweit verfügbar zu machen – ja, sogar Filme mit Seth Rogen.“

Als Ende Dezember die Internetverbindung Nordkoreas ausfiel, gab es den USA die Schuld, die sich „wie rotznasige Schulkinder“ aufführten und deren Präsident herumtobe wie „ein Affe im Regenwald.“

[mit Material von ZDNet.com]

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Themenseiten: Cybercrime, Politik, Sony Pictures

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