Hacker veröffentlichen E-Mails von Sony-Top-Managern

Die "Guardians of Peace" sprechen erneute Drohungen gegen Sony Pictures Entertainment (SPE) aus. Schon Tage vor dem Cyberangriff verlangten sie offenbar eine "finanzielle Kompensation". Trotz offiziellem Dementi halten sich Mutmaßungen, dass die Hacker im Auftrag der nordkoreanischen Regierung handelten.

Die Hackergruppe Guardians of Peace (GOP) hat eine Fülle weiterer interner Dokumente veröffentlicht, die sie bei ihrem erfolgreichen Angriff auf Sony Pictures erbeutet hatte. Dabei machte sie auch die E-Mails führender Manager des Unternehmens öffentlich und sprach erneute Drohungen aus.

(Logo: Sony)Veröffentlicht wurden außerdem weitere private Informationen über Mitarbeiter von Sony Pictures Entertainment (SPE), Telefonnummern von Schauspielern und die von ihnen bei Reisen genutzten Pseudonyme. Aus den veröffentlichten E-Mails scheint zudem ersichtlich, dass die Hacker drei Tage vor dem Cyberangriff SPE warnten und zu erpressen versuchten. Eine solche Nachricht ging im E-Mail-Konto von Amy Pascal ein, Ko-Chefin von Sony Pictures – wurde aber offenbar nicht von ihr gelesen.

In brüchigem Englisch war darin von einem „großen Schaden“ die Rede, der angeblich durch Sony Pictures erlitten wurde. Dafür gefordert wurde eine „finanzielle Kompensation“. Sollte nicht gezahlt werden, wurde damit gedroht, SPE „insgesamt zu bombardieren“.

Ende November hatten mehrere Medien übereinstimmend von einem erfolgreichen Hackerangriff auf Sony Pictures berichtet. Die Cyberkriminellen behaupteten, interne Daten und Geschäftsgeheimnisse erbeutetet zu haben. Sie drohten mit der Veröffentlichung der gestohlenen Daten, falls Sony Pictures die nicht näher genannten Forderungen der Hacker erfülle. SPE produziert und vertreibt Spielfilme sowie TV-Serien. Andere Sparten des japanischen Elektronikkonzerns waren zu diesem Zeitpunkt offenbar nicht betroffen.

Kurz darauf tauchten die ersten Daten im Internet auf. Darunter waren Outlook-Postfächer, persönliche Informationen von Mitarbeitern und Kopien von Ausweisen von Schauspielern und Crew-Mitgliedern, die an Filmprojekten von Sony Pictures gearbeitet haben. Wenige Tage später erschienen zudem mehrere unveröffentlichte Filme auf Filesharing-Sites.

Von Droh-E-Mails gegen Sony-Mitarbeiter und ihre Familien, über die das FBI berichtete, distanzierten sich die Hacker jetzt jedoch. Gleichzeitig bekräftigten sie ihre noch immer unklaren Forderungen an Sony. Außerdem verlangten sie, den Vertrieb von „The Interview“ zu stoppen, den sie als „Film des Terrorismus“ bezeichneten. In dieser Komödie werden zwei Fernsehjournalisten in einen Anschlagsversuch auf den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-Un verwickelt.

Obwohl es keine klaren Hinweise dafür gibt, halten sich Mutmaßungen, dass die Hacker im Auftrag der nordkoreanischen Regierung handelten. Nordkorea hat das in einer offiziellen Erklärung bestritten, den Cyberangriff aber gleichzeitig als „gerechte Tat“ bezeichnet. Sony Pictures lehnte eine Stellungnahme zu den jüngsten Entwicklungen ab.

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Themenseiten: Hacker, Politik, Secure-IT, Sony, Sony Pictures

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