Bericht: Youtube hält Video-Stars mit Prämien von Wechsel ab

Aktuell werden einige von einem geplanten abobasierten Dienst namens Vessel umworben. Quellen des Wall Street Journal nennen seine Angebote "unglaublich attraktiv". Auch mit Facebook-Videos wird zunehmend experimentiert.

Die Google-Tochter Youtube sorgt mit Prämien dafür, dass ihre Stars nicht auf andere Plattformen wechseln. Das berichtet das Wall Street Journal. Seinen Quellen zufolge erhalten beliebte Video-Anbieter mehrjährige Verträge. Die Höhe der jeweiligen Zahlung richtet sich nach Abrufzahlen. Ein Informant sagte dem WSJ, „Youtube führt eine Brandschutzübung durch“, um seine Stars zu halten, und zwar unter der Leitung von Robert Kyncl, Global Head of Business.

YouTube (Bild: Google)

Besonders besorgt soll Youtube über das Start-up Vessel sein, das allerdings noch keine Details über seinen Dienst oder unter Vertrag genommene Stars genannt hat. Es handelt sich um einen kommenden abobasierten Videodienst des früheren Hulu-CEO Jason Kilar mit einem Budget von zunächst 75 Millionen Dollar. Laut der Wirtschaftszeitung umwirbt es in aggressiver Weise Inhaber beliebter Youtube-Channels.

Ein von der Zeitung angesprochener Video-Star sagte dazu: „Ich würde gern auf Youtube bleiben. Aber einige Angebote des Wettbewerbs sind unglaublich attraktiv.“ Zudem bezahle Vessel im Voraus, während Youtube nach Auswertung der Klickzahlen abrechne. Und Vessel soll auch damit argumentieren, dass sein Abodienst eine schönere Umgebung für die Urheber sei als Youtube, wo es ja doch viele primitive Filmchen gebe.

Das WSJ zitiert einen Youtube-Star namentlich, nämlich Michelle Phan, die Stilberatungs-Videos einstellt, mittlerweile aber auch ein Buch geschrieben und bei L’Oréal eine Kosmetikreihe hat. Ihr wurde nach eigenen Angaben die Oberfläche von Vessel gezeigt, und sie nennt sie „verblüffend“. Sie glaube aber nicht, dass Youtube viele Stars verlieren wird. Sein Angebot sei „gut definiert“ und so vielfältig wie das Internet selbst.

Youtube bestätigte nur allgemein, dass es intern eine Reihe Programme gibt, um viel gesehene Inhalte zu fördern. Vessel gab keinen Kommentar ab. An weiteren Youtube-Alternativen nennt das WSJ Facebook – und das Start-up Fullscreen, das in einigen Bereichen mit Youtube zusammenarbeitet. An ihm soll Yahoo interessiert sein, das ebenfalls ein Video-Portal entwickelt.

Youtube hat sein Angebot zuletzt in Form des Musikdiensts Music Key ausgeweitet. Mit werbefreien Abomodellen experimentiert es auch im Videobereich.

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Themenseiten: Google, Soziale Netze, Youtube

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