Facebook vereinfacht seine Datenschutzrichtlinien

Facebook hat erneut seine Datenschutzrichtlinie überarbeitet. Die neue Version, die Nutzer bis einschließlich 20. November kommentieren können, wurde nach Unternehmensangaben gekürzt, um sie verständlicher zu machen. Eine „Privacy Basics“ genannte Website enthält zudem interaktive Tipps und Anleitungen für die Verwaltung der eigenen persönlichen Daten auf Facebook.

Facebook-Logo (Bild: Facebook)

„Privacy Basics beantwortet die häufigsten Fragen darüber, wie sie ihre Informationen auf Facebook kontrollieren können“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. „Sie erfahren zum Beispiel, wie Sie Tags entfernen können, Freundschaften kündigen, Personen blockieren, und wie Sie ein Publikum für ihre Beiträge auswählen. Diese Informationen stehen in 36 Sprachen zur Verfügung.“

Mit inzwischen mehr als 1,35 Milliarden aktiven Nutzern wird Facebook regelmäßig vorgeworfen, es lege nicht ausreichend offen, wie es die Aktivitäten seiner Nutzer verfolge, um deren Daten für zielgerichtete Werbung zu nutzen. Nutzer haben aber auch schon öfter die komplizierten Datenschutzrichtlinien und die sich ständig ändernden Einstellungen kritisiert. Seit 2011 muss sich Facebook sogar alle Änderungen an seiner Datenschutzrichtlinie von der US-Federal Trade Commission absegnen lassen.

Die gestern vorgestellte neue Fassung ändert allerdings nichts daran, wie Facebook Daten sammelt. Auch die Privatsphäreeinstellungen sind nicht betroffen. Das Social Network will seine Nutzer einfach nur genauer darüber informieren, was es mit ihren Daten macht. Einige der Änderungen gelten allerdings nur in bestimmten Regionen.

Die New York Times weist darauf hin, dass auch die Neufassung der Datenschutzrichtlinie nicht bedeutet, dass Nutzer kontrollieren können, wie ihre persönlichen Daten für Werbung benutzt werden. Facebook räume sich stattdessen weiterhin das Recht ein, alle Informationen eines Nutzers für die Platzierung von Anzeigen innerhalb und außerhalb des Social Network zu benutzen.

Als Beispiel nennt die New York Times Facebook-Seiten von Firmen, die Nutzer mit „Gefällt mir“ markiert haben. Facebook animiere seine Mitglieder, möglichst vielen Unternehmensseiten zu folgen. Die Beiträge, die die Marken auf Facebook veröffentlichten, erschienen aber in der Regel gar nicht im Nachrichten-Feed der Mitglieder. Firmen, die regelmäßig im Feed der Nutzer auftauchen wollten, müssten dafür Anzeigen kaufen. Die „Gefällt mir“-Angaben wiederum nutze Facebook in erster Linie für zielgerichtete Werbung.

Facebook gibt seinen Nutzern nach eigenen Angaben aber zumindest mehr Kontrolle über die Anzeigen, die sie sehen. Bisher sei es schwierig gewesen, die eingeblendete Werbung auf unterschiedlichen Geräten zu steuern. „Wenn Sie sich auf ihrem Laptop gegen eine bestimmte Art von Anzeigen entschieden haben, wurde Ihre Auswahl möglicherweise nicht für Anzeigen auf ihrem Mobiltelefon übernommen“, räumt Facebook in seiner Pressemitteilung ein. „Wir wissen, dass viele Leute mehr als ein Telefon, Tablet oder Browser nutzen, um auf Facebook zuzugreifen. Es sollte also einfach für Sie sein, eine Auswahl zu treffen, die für alle ihre Geräte gilt.“

[mit Material von Ben Fox Rubin, News.com]

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