Microsoft kauft Minecraft-Entwickler Mojang für 2,5 Milliarden Dollar

Mit dem beliebten Bauklötzchenspiel stärkt es seine Xbox-Sparte. Die Mojang-Gründer Markus "Notch" Persson und Jakob Porsér sowie CEO Carl Manneh werden das Unternehmen verlassen. Minecraft soll weiterhin für alle bisher unterstützten Plattformen verfügbar bleiben.

Wie erwartet hat Microsoft den Minecraft-Entwickler Mojang übernommen. Der Kaufpreis beträgt 2,5 Milliarden Dollar, wie das schwedische Unternehmen in seinem Blog bestätigt. Microsoft will die Akquisition nach eigenen Angaben Ende 2014 abschließen.

Minecraft (Bild: Mojang/Microsoft)

Der Kauf des Entwicklerstudios, das plattformübergreifend bis dato mehr als 54 Millionen Kopien von Minecraft abgesetzt haben will, dürfte ein großer Zugewinn für Microsofts Xbox sein. Das 2009 gestartete Bauklötzchenspiel bietet Nutzern nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, eine virtuelle Welt zu erschaffen. Es ist aktuell für Windows, Xbox 360, Mac, Playstation 3, iOS und Android verfügbar. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Mojang damit 128 Millionen Dollar Gewinn.

Hinter Mojang und Minecraft steht Markus „Notch“ Persson, der bisher nicht als Freund von Großkonzernen wie Microsoft galt und sich mehrfach gegen Investitionen von Außen gewehrt hatte. Dass er sich nun zum Verkauf von Minecraft und des zugehörigen Entwicklerstudios entschieden hat, hängt dem Blogeintrag zufolge damit zusammen, dass er nie die Absicht gehabt habe, dass es sich zu etwas so Großem entwickelt. „Er hat entschieden, dass er nicht Besitzer einer Firma mit solch weltweiter Bedeutung sein will. In den letzten Jahren hat er versucht, an kleineren Projekten zu arbeiten, doch der durch den Besitz von Minecraft ausgelöste Druck war ihm zuviel. Der Verkauf von Mojang war die einzige Option.“

Die Firmengründer Notch und Jakob Porsér sowie CEO Carl Manneh werden Mojang verlassen, um sich neuen Projekten zu widmen. Das restliche Team soll in die Microsoft Studios eingegliedert werden.

Nach aktuellem Stand plant Microsoft, Minecraft weiterhin für alle bisher unterstützten Plattformen anzubieten, also auch für iOS, Android und Playstation. Die Zukunft des zweiten großen Mojang-Projekts Scrolls ist hingegen noch offen.

Für Microsoft ist es die erste Milliarden-Akquisition unter dem neuen CEO Satya Nadella. Dieser hatte zuletzt betont, dass das Führungsteam Videospiele und Gaming als wichtigen Baustein für Microsofts Zukunft ansehe. „Gaming ist geräteübergreifend eine der Hauptbeschäftigungen, von PCs und Konsolen bis Tablets und Mobile, mit Milliarden aufgewendeter Stunden pro Jahr“, wird Nadella in einer Pressemitteilung zitiert. „Minecraft ist mehr als ein Spielemarke – es ist eine Open-World-Plattform, angetrieben von einer lebhaften Community, die wir sehr ernst nehmen, und reich an neuen Möglichkeiten für diese Community und für Microsoft.“

Durch den Kauf von Mojang könnte Microsoft eine offizielle Fortsetzung von Minecraft exklusiv für seine Xbox herausbringen. Mit dem Entwicklerstudio übernimmt es neben dem Spiel selbst auch die Marke Minecraft. Diese bietet großes Potenzial für Merchandising-Produkte. Beispielsweise bietet Lego bereits mehrere Minecraft-Bausätze an. Das Hollywood-Studio Warner Bros plant sogar einen Minecraft-Film.

Themenseiten: Konsole, Microsoft, Übernahmen

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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