Yahoo konsolidiert Europageschäft in Irland

Konten deutscher Nutzer gehen an Yahoo EMEA über. Für sie gelten weiter deutsche Verbraucherschutzrechte. Yahoo EMEA ist der irischen Datenschutzgesetzgebung unterworfen. Auf den Kundensupport oder die deutschen Yahoo-Mitarbeiter hat dies keine Auswirkungen.

Yahoo führt sein Geschäft in den EU-Ländern in Irland zusammen und informiert daher seine Nutzer, dass ihre Konten zum 21. März 2014 von Yahoo Deutschland auf Yahoo EMEA mit Sitz in Irland übergehen. Dies geschieht automatisch, wenn die Nutzer weiter auf Dienste der Firma zugreifen. Ein Widerspruch ist möglich, kann aber zur Löschung des Kontos führen.

Yahoo

Die Umstrukturierung betrifft alle Yahoo-Dienste, etwa Yahoo Mail, Flickr und Clever, die bisher von Yahoo Deutschland angeboten wurden. Das abobasierte Yahoo Mail Plus beispielsweise wurde von Yahoo USA offeriert, geht aber nun ebenfalls an Yahoo EMEA über. Im Widerspruchsfall ist eine Erstattung möglich. Als Anbieter des vor einigen Monaten eingeführten Nachfolgers Ad Free Mail trat von Anfang auf Yahoo EMEA auf.

Yahoo betonte auf Nachfrage durch ZDNet.de, dass es sich um eine Änderung „rein auf Geschäftsseite“ handle. So fallen keine Stellen bei Yahoo Deutschland weg, auch wenn in Irland neue entstehen: Einem Sprecher zufolge expandiert das Unternehmen. Der Kundenservice erfolgt weiter in deutscher Sprache – zwar von Irland aus, das war dem US-Unternehmen zufolge aber auch bisher schon der Fall.

Die sogenannten zwingenden Verbraucherschutzbestimmungen finden weiter nach deutschem Recht Anwendung, das heißt, deutsche Nutzer sind weiter vom deutschen Verbraucherschutzrecht abgedeckt. Für Yahoo EMEA gelten aber irische Datenschutzgesetze (die Irish Data Protection Acts 1988 – 2003), was etwa die Speicherung personenbezogener Daten, die Meldepflicht bei Vorfällen oder eventuelle Behördenanfragen betrifft. Yahoo fordert daher Nutzer auf, sich die neue Datenschutzerklärung (Stand: 20. Januar 2014) durchzulesen. Da die Republik Irland EU-Mitglied ist, entsprechen auch ihre Datenschutzgesetze dem Rahmen der europäischen Datenschutzrichtlinie, die bekanntlich in diesem Jahr erneuert und enger gefasst werden soll.

Yahoo hatte zuletzt mit Hackerangriffen auf seinen Maildienst und Schadsoftware verbreitender Werbung zu kämpfen. Daneben kamen im letzten Jahr Designverbesserungen bei Flickr und bei Yahoo Mail nicht so gut wie erhofft bei den Anwendern an.

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit der europäischen Technologie-Geschichte aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Themenseiten: Datenschutz, E-Mail, Yahoo

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