Sieben US-Staaten wollen Google Glass am Steuer verbieten

Wyoming etwa stimmt im Februar über einen Entwurf ab. Auch Delaware, Illinois, Missouri, New Jersey, New York und West Virginia planen ein Gesetz gegen die Nutzung von Wearables. In Kalifornien ist eine Glass-Trägerin einer Strafe entgangen, weil man ihr die Nutzung nicht nachweisen konnte.

Sieben US-Bundesstaaten haben vor, die Nutzung von Google Glass am Steuer eines Kraftfahrzeugs zu verbieten. In Delaware, Illinois, Missouri, New Jersey, New York, West Virginia und Wyoming liegen Gesetzesentwürfe vor, die einen Einsatz der einglasigen Augmented-Reality-Brille und auch anderer tragbarer Technik („Wearable Computing“) zu verbieten. Dies hat Reuters von der National Conference of State Legislatures – der Konferenz für die Gesetze der Bundesstaaten – erfahren.

Google Glass (Bild: Google)

In Wyoming etwa stammt der Entwurf von Senator Floyd Esquibel, der dem Verkehrsausschuss des Staatssenats angehört und 2010 auch schon die treibende Kraft hinter einem SMS-Verbot am Steuer war. Ihm zufolge sind Richtlinien nötig, noch bevor die Technik große Verbreitung findet. Etwas widersprüchlich sagt er aber auch: „Der gesunde Menschenverstand sagt einem ja schon, dass man nicht während des Fahrens auf einen kleinen Computer schauen sollte, da man sich selbst, seine Mitfahrer und andere Fahrzeuglenker gefährdet.“

Über den Gesetzesentwurf wird in Wyoming im Februar abgestimmt werden. Es dient dazu, Fälle wie ein Urteil aus San Diego in der Vorwoche zu vermeiden. Dort war eine Glass-Nutzerin vor Gericht freigesprochen worden: Es ist in Kalifornien zwar verboten, im Fahrerbereich eines Kraftfahrzeugs einen Fernseher oder ein Videogerät laufen zu haben, man konnte ihr aber nicht nachweisen, dass Glass aktiv war.

Auch außerhalb des Straßenverkehrs ringen Gesetzeshüter in den Staaten derzeit noch mit der Google-Technik. Vergangene Woche musste eine namentlich nicht bekannte Glass-Trägerin aus Ohio ein Kino verlassen, weil Polizisten den Verdacht hatten, sie schneide den Film mit. Berichten von Testern der Explorer Edition zufolge ist dies kaum möglich – eine Akkuladung soll nur für wenige Minuten Videoaufnahme reichen, was die Polizei in Ohio wohl nicht wusste.

Erst diese Woche hat Google Glass-kompatible Brillengestelle eingeführt, die auch Brillenträgern einen Einsatz von Glass ermöglichen. Die Titangestelle kosten 225 Dollar, Sonnenbrillen 150 Dollar, zusätzlich zu den 1500 Dollar für die Teilnahme am Explorer-Programm. Serienmäßig und zu einem niedrigeren Preis wird Google Glass laut jüngsten Andeutungen gegen Ende dieses Jahres einführen.

[mit Material von Michael Moore, TechWeekEurope.co.uk]

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Themenseiten: Augmented Reality, Google, Google Glass, Politik

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