Facebook schließt SSL-Lücke in seiner Android-App

Die Anwendung versendet Bilder trotz aktivierter Verschlüsselung nicht per HTTPS. Facebook war der Bug schon seit Februar bekannt. Dem Entdecker der Lücke zahlt das Unternehmen eine Belohnung von 2000 Dollar.

FacebookFacebook hat einen Fehler in seiner Android-App behoben, der dazu führte, dass die Anwendung trotz aktivierter Verschlüsselung nicht per sicherem HTTPS mit den Servern des Social Network kommunizierte. Dem Entdecker der Lücke zahlt das Unternehmen eine Belohnung von 2000 Dollar.

Der Sicherheitsforscher Mohamed Ramadan informierte das Social Network nach eigenen Angaben am 22. Februar über die Schwachstelle. Mithilfe des WLAN-Tools Wireshark hatte er zuvor festgestellt, dass Facebooks Android-App Bilder ungesichert per HTTP übertrug, obwohl in den Einstellungen die Verschlüsselung per Secure Socket Layer (SSL) ausgewählt war. Andere Informationen verschlüsselte die App jedoch vor dem Senden.

Facebook räumte Ramadan gegenüber ein, man setze „HTTPS nicht wie gedacht ein“. In einer E-Mail an TechWeekEurope bestätigte ein Sprecher zudem den Bericht des Forschers, und dass die Lücke inzwischen geschlossen sei. Weitere Details nannte er nicht.

„Es ist an der Zeit, die Facebook-Apps zu aktualisieren“, schreibt Ramadan in seinem Blog. „Wenn Sie so wie ich ein wenig faul sind und vergessen haben, ihre Android-Apps auf den neusten Stand zu bringen, dann sollten Sie jetzt updaten.“

Fehler in der SSL-Implementierung sind unter Android-Apps leider weit verbreitet. Im Oktober 2012 hatten Forscher der Leibniz Universität Hannover und der Philipps-Universität Marburg bei einer Untersuchung von 13.000 Android-Anwendungen mehr als 1000 fehlerhafte Apps gefunden. Unter anderem war es ihnen gelungen, einer Antivirensoftware, die ebenfalls SSL verwendet, gefälschte Virendefinitionen unterzuschieben.

Zuletzt war Facebook kritisiert worden, weil es einem Sicherheitsforscher, der im August Details zu einem Bug in Mark Zuckerbergs Chronik veröffentlicht hatte, die Belohnung verweigert hatte. Daraufhin sammelte die Hacker-Community mehr als 13.000 Dollar für Khalil Shreateh ein.

Mehr zum Thema:

[mit Material von Tom Brewster, TechWeekEurope]

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Themenseiten: Android, Facebook, Secure-IT, Soziale Netze

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