Infineon erwartet nach Rekordjahr Umsatzrückgang

Die Einnahmen steigen im Geschäftsjahr 2011 um 21 Prozent auf ein Allzeithoch von 4 Milliarden Euro. 2012 sollen sie rund zehn Prozent niedriger ausfallen. Der enttäuschende Ausblick schickt die Aktie des Halbleiterherstellers auf Talfahrt.

Infineon hat das Geschäftsjahr 2011 (bis 30. September) mit einem 21-prozentigen Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen. Die Einnahmen beliefen sich nach IFRS auf 3,997 Milliarden Euro bei einer Gesamtsegmentergebnis-Marge von 19,7 Prozent, was beides Rekordwerte darstellen. Der Konzernjahresüberschuss lag der heute veröffentlichten Bilanz (PDF) zufolge bei 1,119 Milliarden Euro, nach 660 Millionen Euro im Vorjahr. Darin sind allerdings einmalige Erlöse aus dem Verkauf des Mobilfunkgeschäfts an Intel enthalten.

Das Gesamtsegmentergebnis stieg im Jahresvergleich um 65 Prozent auf 786 Millionen Euro. Das Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten hat sich von 312 auf 744 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Insgesamt schüttete Infineon im Geschäftsjahr 2011 308 Millionen Euro an die Kapitalmärkte aus. Davon zahlte der Münchener Halbleiterhersteller 109 Millionen Euro als Dividende. Für den Rückkauf von Wandelanleihen und Aktien wandte es insgesamt knapp 200 Millionen Euro auf.

„2011 war ein Rekordjahr mit den besten Ergebnissen für das Unternehmen bei Umsatz und Marge in den heutigen Geschäftsfeldern“, sagte Vorstandssprecher Peter Bauer. „Dieser Erfolg resultiert nicht nur
aus einem guten wirtschaftlichen Umfeld, sondern belegt die Stärke von Infineon. Unsere Fokussierung auf die Themen Energieeffizienz, Mobilität und Sicherheit ist die richtige Strategie. Sie sichert profitables Wachstum durch den Zyklus.“

Im vierten Quartal stagnierte der Umsatz im Vegleich zum Vorquartal bei rund 1,04 Milliarden Euro, was Infineon mit einer „steigenden konjunkturellen Unsicherheit in Anbetracht der europäischen Finanzkrise“ begründet. Das Nettoergebnis aus fortgeführten Geschäften verbesserte sich von 175 auf 247 Millionen Euro. Das Gesamtsegmentergebnis schrumpfte hingegen um acht Prozent auf 195 Millionen Euro (2010: 212 Millionen Euro). Auch die Gesamtsegmentergebnis-Marge ging zurück, von 20,3 auf 18,8 Prozent. Der Konzernüberschuss betrug 125 Millionen Euro gegenüber 190 Millionen Euro im Vorquartal. Der unverwässerte Aktiengewinn fiel von 0,17 auf 0,12 Euro.

Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahrs 2012 erwartet Infineon einen Umsatzrückgang von etwa zehn Prozent und eine Gesamtsegmentergebnis-Marge zwischen 13 und 14 Prozent. Im Gesamtjahr werde der Konzernumsatz voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentsatz sinken. Die Gesamtsegmentergebnismarge soll „im niedrigen bis mittleren Zehnerprozentsatz“ liegen.

Die Börse reagierte prompt auf den enttäuschenden Ausblick: Der Aktien-Kurs des Halbleiterkonzerns fiel bis 16.30 Uhr um 3,86 Prozent auf 6,22 Euro.

Themenseiten: Business, Infineon, Quartalszahlen

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