Naturschützer erwägen Klage gegen Nutzer von Vogelruf-Apps

Es gibt hunderte Smartphone-Apps mit Vogelrufen. Das künstliche Gezwitscher stört die Tiere jedoch beim Nisten. Sie wehren Feinde ab, die es gar nicht gibt, anstatt ihre Jungen auszubrüten.

Der Seidensänger fühlt sich durch iPhone-Rufe besonders stark gestört (Bild: Wikimedia Commons).
Der Seidensänger fühlt sich durch iPhone-Rufe besonders stark gestört (Bild: Wikimedia Commons).

Fotografen und Naturfreunde könnten künftig dafür belangt werden, wenn sie Smartphone-Apps dazu nutzen, Vögel anzulocken. Laut dem britischen Attenborough Nature Centre stören sie damit nämlich beim Nisten. Das ist jedoch verboten.

Gegenüber der BBC erklärten Mitarbeiter der Naturschutzorganisation, es sei bereits mehrmals vorgekommen, dass Fotografen Vogelgezwitscher mit ihrem Smartphone aufgenommen hätten, um die Tiere anzulocken. Zudem gebe es eigene Vogelruf-Apps mit hunderten verschiedenen Rufen.

Die Tiere vernachlässigten das Ausbrüten und Füttern ihrer Jungen, weil sie versuchten, einen Feind abzuwehren, den es gar nicht gebe. „Wir hatten Probleme mit Leuten, die versuchen, Vögel so aus dem Gebüsch zu locken, um sie besser sehen zu können. Das ist das moderne Gegenstück zur Entenpfeife“, sagte Erin McDaid von Notts Wildlife Trust der Tageszeitung Telegraph.

„In manchen Fällen waren es gleich mehrere auf einmal“, sagte der Naturschützer. „Die Vögel sind in der Defensive. Und während sie ihr Territorium verteidigen, sitzen sie nicht auf ihren Nestern.“ Die meisten seien sich nicht im Klaren darüber, dass sie den Tieren Schaden zufügten. Der Seidensänger und der Feldschwirl seien besonders stark betroffen.

Laut Graham Bowden vom Attenborough Nature Centre sind bisher keine Klagen ergangen. Wenn die Leute jedoch nicht lockerließen, werde man rechtliche Schritte einleiten.

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