Ärger um HP-Aufsichtsrat im Vorfeld der Jahresversammlung

Institutional Shareholder Services empfiehlt seinen Kunden die Abwahl des Gremiums. HP-Chef Leo Apotheker soll sich gegen Unternehmensregeln in die Wahl eingemischt haben. Vier Aufsichtsräte haben enge berufliche Beziehungen zu Apotheker.

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Knapp zwei Wochen vor Hewlett-Packards Jahreshauptversammlung hat Institutional Shareholder Services (ISS) seine Kunden dazu aufgerufen, den neuen HP-Aufsichtsrat nicht zu unterstützen. Das Unternehmen und besonders Chief Executive Officer (CEO) Leo Apotheker hätten die eigenen Richtlinien für die Ernennung von Aufsichtsräten nicht eingehalten. Bloomberg veröffentlicht jetzt Auszüge aus dem ISS-Bericht.

Apotheker hätte sich nach Ansicht von ISS nicht in die Ernennung einmischen dürfen. Die Unternehmensregeln schreiben vor, dass Aufsichtsratsmitglieder nur von unabhängigen Vorständen nominiert werden dürfen, womit Apotheker aus dem Rennen wäre. In dem ISS-Report steht: „Die direkte Teilnahme von Apotheker bei der Einstellung der fünf neuen Vorstände lässt die Alarmglocken schrillen. Der Aufsichtsrat ist dafür verantwortlich, die Aktionäre zu vertreten und das Management zu kontrollieren – vor allem den CEO.“

Léo Apotheker (Bild: Dan Farber, ZDNet)
Léo Apotheker (Bild: Dan Farber, ZDNet)

Am 20. Januar hatte HP vier Aufsichtsräte entlassen und fünf neue aufgestellt: Shumeet Banerji, CEO von Booz & Company; Gary Reiner, ehemaliger Chief Information Officer (CIO) bei General Electric (GE); Patricia Russo, ehemaliger CEO von Alcatel-Lucent; Dominique Senequier, CEO von AXA Private Equity; und schließlich Meg Whitman, ehemalige Präsidentin und CEO von eBay sowie Kandidatin für das Gouverneursamt in Kalifornien.

ISS weist in dem Report auf engere Beziehungen hin, die Apotheker zu vier der neu aufgestellten Aufsichtsräte hat. Er und Senequier sind Aufsichtsratsmitglieder bei Schneider Electric. Außerdem sitzen beide im Beirat von AXA Private Equity, Senequiers Unternehmen. Whitman, Russo und Reiner sieht die Beratungsfirma als ehemalige Kunden während Apothekers Zeit bei SAP an. Diese Beziehungen seien nicht im Interesse der Aktionäre. Schließlich seien diese Aufsichtsräte potenzielle Gefolgsleute von Apotheker.

HP wehrte sich in einer Stellungnahme gegen den ISS-Report und nannte ihn eine „Fehlinterpretation“: „HP hat wirksame und bewährte Richtlinien für die Unternehmensführung. Unserer Ansicht nach basiert die ISS-Empfehlung auf einer Fehlinterpretation des Verfahrens für die Suche, Auswahl und Nominierung unserer Aufsichtsräte.“

Weiter heißt es: „Wir bezweifeln, dass es im Interesse der HP-Aktionäre wäre, diese erfahrenen und engagierten Aufsichtsratsmitglieder zu verlieren. Ihnen wurde die letzte Verantwortung für die Aufstellung und Aufrechterhaltung der genannten Unternehmensrichtlinien übertragen. Diese Verpflichtungen haben sie in jeder Hinsicht erfüllt.“ Die Aktionäre haben bei der Versammlung am 23. März die Gelegenheit, über den Aufsichtsrat abzustimmen.

Themenseiten: Business, Gerichtsurteil, HP, Hewlett-Packard, Hewlett-Packard (HP), Quartalszahlen

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