Facebook will an Interessen von Freunden ausgerichtete Werbung patentieren

Das Social Network möchte so auch Nutzer gezielt ansprechen, die ihr Profil nicht vollständig ausgefüllt haben. Es teilt zwar nicht jeder die Interessen seiner Facebook-Freunde, Rückschlüsse lassen sich daraus aber allemal ziehen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat Facebook Anfang des Monats eine neue Werbeform namens „Inferential Ad-Targeting“ (zu Deutsch etwa „schlussfolgernde Zielgruppenansprache“) zum Patent angemeldet. Die Idee dahinter: Werbeanzeigen sollen auf die Interessen der Freunde eines Anwenders abgestimmt werden. Offenbar will Facebook so auch jene Nutzer zielgerichtet mit Werbung ansprechen, deren Profile nicht genügend Informationen für eine herkömmliche Zielgruppenanalyse hergeben.

„Mitglieder in Sozialen Netzen geben nicht immer alle ihre Interessen und andere persönliche Informationen in ihren Profilen preis“, heißt es im Patentantrag. Aus diesem Grund sei es nicht immer möglich, persönliche Informationen zur zielgruppenspezifischen Werbung zu nutzen. „Traditionelle Ad-Targeting-Methoden sind daher eingeschränkt, weil sie nur eine Teilmenge der Mitglieder erreichen, für die sie intendiert sind.“

Klarerweise teilt nicht jeder Nutzer alle Interessen seiner Facebook-Freunde. Wenn sich jedoch ein erheblicher Anteil für dasselbe Thema interessiert, ist anzunehmen, dass auch jemand, der sein Faible nicht in seinem Profil kundtut, sich dafür erwärmen könnte.

Dem Patentantrag zufolge könnten Werbetreibende entscheiden, wie stark sie die schlussfolgernde Zielgruppenansprache gewichten wollen. Facebook liefert dafür ein Beispiel: Wenn über 25 Prozent der Verbindungen eines Mitglieds den sekundären schlussfolgernden Zielgruppenkriterien entsprechen oder wenigstens drei Freunde den Hauptkriterien entsprechen, ist davon auszugehen, dass auch das besagte Mitglied ein Interesse an einem Thema hat. Facebook will sogar die „Nähe“ eines Mitglieds zu seinen Online-Freunden mit in die Berechnungen einbeziehen – etwa wer wie oft mit wem interagiert. Auch eine Kombination verschiedener Wenn-Dann-Kriterien soll möglich sein.

Der Vorstoß könnte eine völlig neue Art der Zielgruppenansprache bedeuten und würde – wieder einmal – Datenschutzexperten in aller Welt auf den Plan rufen. Facebooks Antwort fiele vermutlich ähnlich aus, wie schon in der Vergangenheit: Alle Daten werden sicher anonymisiert.

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