Forscher verfolgen Grippeausbreitung anhand von Twitter-Feeds

Ihre Ergebnisse stimmen zu 95 Prozent mit den Zahlen von Behörden überein. Als Basis dient die Auswertung von mehr als 500 Millionen Tweets. Künftig wollen die Forscher auch Standortdaten für regionale Voraussagen sammeln.

Forscher der Southeastern Louisiana University haben ein Verfahren entwickelt, um die Ausbreitung von Grippeviren mithilfe von Twitter zu verfolgen. Dafür analysierte Aron Culotta, Assistant Professor für Computerwissenschaften, in den vergangenen Monaten mehr als 500 Millionen Tweets.

„Ein Mikroblogging-Dienst wie Twitter ist aufgrund der Menge an Nachrichten, ihrer Erscheinungsweise und der öffentlichen Verfügbarkeit eine vielversprechende neue Datenquelle für internetbasierte Beobachtungen“, so Culotta. Er habe zusammen mit zwei Studenten Twitters Programmierschnittstelle (API) genutzt, um die Nachrichten zu sammeln. Sie hätten nur wenige Schlagwörter benötigt, um die Zahl der Tweets mit einem Grippebezug zu ermitteln und künftige Ausbrüche vorherzusagen.

„Dieser Ansatz ist wesentlich günstiger und einfacher, als von Krankenhäusern und Gesundheitsdiensten zu verlangen, jede Woche Formulare auszufüllen“, sagte Culotta. „Sobald das Programm läuft, braucht es weder viel Zeit, noch ist es teuer – es ist vollständig automatisiert, da wir eine Software einsetzen, die täglich Nachrichten analysiert und eine Schätzung zur Zahl der mit Grippe infizierten Personen aufstellt.“

Ähnlich wie Googles Frühwarnsystem zur Grippe-Bekämpfung ist auch die auf Twitter basierende Methode nicht absolut genau. Ein Vergleich mit der Gesundheitsstatistik des amerikanischen Center for Desease Control habe aber eine Übereinstimmung von 95 Prozent ergeben.

Culotta zufolge wollen die Forscher demnächst auch Standortdaten ermitteln, um regionale Voraussagen treffen zu können. Erstmals hatten die Forscher ihre Ergebnisse im Juli auf der Konferenz Knowledge Discovery and Data Mining in Washington vorgestellt. Eine aktualisierte Version ihres Berichts kann auch als PDF heruntergeladen werden.

Themenseiten: Forschung, Internet, Networking, Soziale Netze, Twitter

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