Foxconn verdient angeblich nichts an iPhone-Fertigung

Eine in Hongkong ansässige Gruppe von Aktivisten hat einen offenen Brief an Apple-CEO Steve Jobs geschrieben. Darin werfen sie dem Unternehmen vor, geringe Löhne und lange Arbeitszeiten zu fördern. Letztere sollen gegen chinesisches Recht verstoßen.

Sacom, eine in Hongkong ansässige gemeinnützige Organisation, die sich für die Rechte von Arbeitnehmern einsetzt, wirft Apple-CEO Steve Jobs in einem offenen Brief vor, dass Foxconn an der Fertigung des iPhone kein Geld verdiene. Das soll zumindest für 2009 erteilte Aufträge gelten. Die Aktivisten berufen sich dabei auf nicht genannte Quellen.

„Unter dem direkten Druck von Apple und anderen Kunden zahlt Foxconn Mitarbeitern in seinem Werk in Shenzhen nur 900 Yuan (108 Euro) im Monat für eine 40-Stunden-Woche“, heißt es in dem Brief. Dieser Lohn sei zu gering, um die wichtigsten Bedürfnisse zu erfüllen, und zwinge die Arbeiter, bis zu 100 Überstunden im Monat zu leisten. Nach chinesischem Gesetz seien aber nur 36 Überstunden pro Monat erlaubt.

Sacom vermutet auch einen Zusammenhang zwischen geringen Löhnen, wenig Freizeit als Folge von Überstunden und den zuletzt gemeldeten Selbstmorden und Selbstmordversuchen unter Foxconn-Mitarbeitern. „iPhone, iPad und andere Apple-Gadgets werden für Hunderte US-Dollar verkauft. Glaubt Apple, dass Verbraucher einer ‚akzeptablen‘ Selbstmordrate den Vorzug vor höheren Preisen geben, die Arbeitern ein besseres Leben ermöglichen?“

Foxconn beschäftige alleine in Shenzhen 420.000 Menschen, so die Aktivisten. In ganz China seien es 800.000. „Wenn die 420.000 Mitarbeiter in Shenzhen ihre wöchentliche Arbeitszeit von 60 Stunden reduzieren, um nicht gegen chinesische Gesetze zu verstoßen, dann müsste Foxconn fast 100.000 zusätzliche Arbeitskräfte einstellen.“

Foxconn-Chairman Terry Gou sagte Anfang der Woche bei einer Jahresversammlung in Hongkong, sein Unternehmen verstoße nicht gegen chinesische Gesetze. Wie Bloomberg berichtet, zitierte Gou auch Daten des Taiwan Suicide Prevention Center. Demnach lebten die meisten Arbeiter, die sich das Leben nahmen, in Beziehungen, während drei Mitarbeiter psychologische Probleme hatten.

Anfang der Woche hatte Foxconn zudem angekündigt, die Monatslöhne seiner Mitarbeiter ab 1. Oktober um 66 Prozent auf 2000 Yuan (240 Euro) anzuheben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, ist die Maßnahme Teil eines Sozialpakets, das auch die Reduzierung von Überstunden, tägliche Gespräche mit Arbeitern und eine Telefon-Hotline für Hilfesuchende vorsieht. Auch Apple sicherte den Angestellten seines Auftragsfertigers finanzielle Unterstützung zu.

Themenseiten: Apple, Business, Foxconn, IT-Jobs

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