Microsoft bestätigt Plagiatsvorwürfe gegen seine chinesische Blog-Website

Ein chinesischer Drittentwickler hat Code des kanadischen Diensts Plurk in MSN Juku eingearbeitet. Microsoft übernimmt die volle Verantwortung für den Vorfall und entschuldigt sich bei Plurk. Juku bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Microsoft hat bestätigt, dass die zu MSN China gehörende Blog-Website Juku auf kopiertem Code des aus Kanada stammenden Diensts Plurk basiert. Die Betaversion der Website bleibt auf unbestimmte Zeit abgeschaltet.

Nach Angaben von Microsoft wurde Juku nicht im eigenen Haus, sondern von einem chinesischen Auftragnehmer entwickelt. „Der Anbieter hat eingestanden, dass ein Teil des von ihm abgelieferten Codes tatsächlich kopiert ist“, teilt Microsoft mit. „Das ist ein klarer Verstoß gegen den mit MSN China abgeschlossenen Vertrag.“

Das Vorgehen stimme auch nicht mit Microsofts Richtlinien überein. „Wir sind ein Unternehmen, das geistiges Eigentum respektiert“, heißt es weiter in der Stellungnahme. Microsoft sei sehr enttäuscht von seinem chinesischen Partner, übernehme aber die volle Verantwortung für den Vorfall. Das Unternehmen entschuldigte sich bei Plurk und kündigte an, auch andere Anwendungen zu überprüfen, die Dritte für MSN China erstellt hätten.

Anfang der Woche hatte das Start-up Plurk Microsoft vorgeworfen, dass 80 Prozent des Codes von Juku aus Plurks gleichnamigem Blogging-Dienst stammten. Auch das Design sei kopiert worden. Microsoft nahm seine chinesische Blog-Website daraufhin vom Netz und kündigte eine Untersuchung an.

Damit hat der Softwareanbieter zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen einräumen müssen, dass ein Drittanbieter fremden Code in eine für Microsoft entwickelte Anwendung eingebaut hat. Im Oktober traf es das „Windows 7 USB/DVD Download Tool“, das inzwischen in einer überarbeiteten Fassung unter der Open-Source-Lizenz GPL 2 vorliegt.

Themenseiten: Internet, Microsoft, Urheberrecht

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