Kritische SMS-Sicherheitslücke im iPhone gefunden

Durch die Schwachstelle lässt sich Schadcode mit vollem Zugriff auf das Gerät ausführen. iPhones können geortet oder als Abhörwanzen missbraucht werden. Apple arbeitet bereits an einem Patch.

Laut einem Bericht von Computerworld hat das iPhone eine kritische Sicherheitslücke, über die ein Angreifer mit Hilfe von SMS-Nachrichten Software installieren kann – mit vollen Rechten. Das habe Charlie Miller, Mac-OS-X-Spezialist, Gewinner des Pwn2Own-Hackwettbewerbs und Sicherheitsanalyst bei Independent Security Evaluators auf der SyScan-Konferenz in Singapur erklärt.

Computerworld schreibt weiterhin, dass Apple bereits an einem Patch arbeitet. Nähere Details über die SMS-Lücke habe Miller in Absprache mit dem Unternehmen nicht verraten. Erst auf der Ende Juli stattfindenden Black-Hat-Konferenz in Las Vegas will er weitere Informationen zu der SMS-Sicherheitslücke präsentieren.

Nach Millers Darstellung erlaubt die SMS-Lücke einem Angreifer auf einem iPhone Code auszuführen, der zuvor als SMS über ein Mobilfunknetz gesendet wurde. Der Schadcode könne zum Beispiel Befehle enthalten, um die Position eines iPhones mit GPS festzustellen. Man könne auch das Mikrofon eines Geräts einschalten und Gespräche abhören. Schließlich könne das iPhone auch zum Teil einer Distributed-Denial-of-Service-Attacke werden.

Zwar dienten SMS meistens dazu, kurze Textnachrichten zu transportieren. Sie können nach Millers Ausführungen aber auch Binärcode enthalten. Ein iPhone, das diesen Code empfange, führe ihn ohne weitere Nachfrage an den Benutzer aus.

SMS-Nachrichten sind auf 140 Byte begrenzt. Man könne aber auch längere Programme an ein Telefon schicken, wenn man sie auf mehrere Nachrichten aufteile. Das Gerät setze sie automatisch zusammen. „SMS ist ein hervorragender Weg für Angriffe auf das iPhone.“

Zusätzlich gewähren die SMS-Lücken des iPhones einen Vollzugriff auf das Gerät, meint Miller. Andere Anwendungen auf dem iPhone wie der Browser hätten nicht solche Rechte. Schwachstellen beim Browser gäben dem Angreifer zum Beispiel nur Zugriff auf dessen Sandbox. „Das iPhone ist sicherer als OS X. Aber SMS-Nachrichten können eine kritische Schwachstelle sein.“

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