RFID: Was heute schon geht – und was nicht funktioniert

Die erste Aufregung um RFID ist vorbei, der Alltag hält Einzug. Aber noch experimentieren viele Firmen mit der Technologie. ZDNet stellt Projekte vor und erklärt, warum sie zum Erfolg geführt haben oder warum sie gescheitert sind.

Bald kann man es schon nicht mehr hören: Wird von RFID gesprochen, fällt nahezu automatisch auch der Name der Metro Group. Klar, das Handelsunternehmen ist mit seiner Marktmacht einer der wichtigen treibenden Kräfte im deutschen Groß- und Einzelhandel, und viele Lieferanten müssen sich nach seinen Anforderungen richten. Aber es muss doch auch andere Anwendungsgebiete als Europaletten, Obstkörbchen und Fleischverpackungen geben.

Und es gibt sie – aber ihnen wird noch zu wenig Aufmerksamkeit zuteil. ZDNet hat sie aufgespürt und ist den Fragen nachgegangen, ob und wie sich RFID in unterschiedlichen Branchen und Szenarien heute schon wirtschaftlich einsetzen lässt.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie hat bereits im Frühjahr eine Studie zu dieser Fragestellung durchgeführt. Deren Ergebnis in einem Satz: Das Potenzial von RFID ist in deutschen Unternehmen noch weitgehend ungenutzt. Die Gründe dafür sahen die Fraunhofer-Experten in der mangelnden Konsequenz bei RFID-Einführungen sowie in technischen Schwierigkeiten.

Befragt wurden rund 100 Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen. Etwa 80 Prozent davon bezeichneten ihre Erfahrungen mit RFID als negativ. Fazit: „Es wird offensichtlich viel Geld in Pilotprojekte investiert, doch diese bringen dann nicht den erhofften Nutzen.“

Woran kann die häufig festgestellte Unrentabilität liegen? Auch darauf liefert die Studie ein Antwort: Fast ein Viertel der Unternehmen hat sich für RFID entscheiden, ohne vorher systematisch die Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Da verwundert es kaum, dass gerade diejenigen, die RFID aus wirtschaftlichen Gründen eingeführt haben, ihre Ziele oft nicht erreichten. Und obwohl fast drei Viertel der Befragten Prozessoptimierung als das vorrangige Ziel der RFID-Einführung nannten, waren Fachabteilungen nur selten am Projekt beteiligt.

Auch das in Stuttgart ansässige International Performance Research Institute (IPRI) hat bereits vor einigen Monaten als Fazit einer eigenen Untersuchung festgestellt, dass „eine Entscheidung über die Anwendung von RFID, die sich ausschließlich an der technischen Machbarkeit orientiert, zu kurz greifen würde. Vielmehr muss die Adaption einer neuen Technologie als strategische Entscheidung interpretiert werden, die an ökonomischen Maßstäben auszurichten ist.“

Inzwischen haben sowohl das IPRI als auch das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen jeweils mehrere Firmen intensiv bei deren RFID-Gehversuchen begleitet – mit interessanten Detailergebnissen, was Erfolgsfaktoren und Wirtschaftlichkeitsberechnungen anbelangt.

Themenseiten: IT-Business, Mittelstand, RFID, Strategien, Technologien

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