Südkorea erlässt Gesetz gegen Cybermobbing

Umstrittene Regelung soll anonyme Postings einschränken

Die südkoreanische Regierung hat ein Gesetz gegen Mobbing im Internet verabschiedet, laut dem Postings nur noch unter realem Namen verfasst werden dürfen. Eine Internet-Sitten-Polizei soll über die Einhaltung der Regelung wachen.

Das umstrittene Gesetz ist nach der Schauspielerin Choi Jin-sil benannt, die sich Anfang Oktober vermutlich aufgrund aggressiven Cybermobbings das Leben genommen hatte. Nach Aussage der Regierung soll das „Choi-Jin-sil-Gesetz“ anonym im Internet verbreitete Gerüchte und Hasstiraden auf ungebliebte Menschen verhindern.

Kritiker sehen durch die Regelung allerdings die Meinungsfreiheit in Gefahr. Der Staat versuche mit polizeilichen Überwachungsmaßnahmen, Kontrolle über Online-Diskussionen zu erhalten.

Die Opposition wirft der Regierung vor, den tragischen Tod der Schauspielerin lediglich zu missbrauchen, um ihr Ziel einer stärkeren Internetregulierung umsetzen zu können. Der Regierung gehe es in erster Linie darum, das Web als beliebte Plattform für regierungskritische Proteste zu kontrollieren.

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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