In jeder Hinsicht auf Zweckmäßigkeit ausgerichtet: Der Dell Axim X3 mit 300 MHz ist für Anwender gedacht, die einen PDA ohne alle Schikanen zu schätzen wissen und ohne die Funktionen mancher Edelmodelle auskommen. Dass ihm viele Extras der schnelleren und besser verbundenen Pocket PCs fehlen, gleicht dieser Einstiegs-Pocket-PC X3 mit einer anständigen Akkudauer, insgesamt 64 MByte Speicher und einem schwer zu überbietenden Preis von 231 Euro wieder aus. Dies ist der richtige PDA, wenn man bereit ist, für preisgünstige, kompakte Qualität auf Spitzengeschwindigkeiten und WLAN-Integration zu verzichten.

Design

Mit 136,5 Gramm ist Dells Axim X3 fast 60 Gramm leichter als das beliebte Vorgängermodell des Unternehmens, der Axim X5. Er ist etwas größer (117 x 77,2 x 14,9 mm) als der HP iPaq H4150. Dieser Axim X3 liegt nicht nur angenehm in der Hand, sondern lässt sich auch bequem in einer Hemdtasche unterbringen. Manchem mag das quadratische Design etwas langweilig erscheinen; diejenigen, die den X5 als zu sperrig empfanden, werden das schmalere Gehäuse jedoch zu schätzen wissen.

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Taschenfreundlich: Mit 136,5 Gramm beult dieser Dell keine Tasche aus.
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Obenauf: Auf der Oberseite des Geräts befinden sich IR-Port und SDIO-Steckplatz.

Das transflektive Display mit einer Diagonale von 3,5 Zoll (8,9 cm), 320 x 240 Pixeln und 65.536 Farben entspricht dem der meisten gängigen Pocket PCs. Auf der Oberseite des Geräts befinden sich eine Infrarotschnittstelle und ein SDIO-Steckplatz. Über die SDIO-Schnittstelle können sowohl SD-/MMC-Speicher als auch eine wachsende Zahl kompatibler Peripheriegeräte wie Kameras und WLAN-Adapter verwendet werden. Allerdings sollte man hierfür feste Fingernägel besitzen: Die Karten lassen sich nur mit Mühe am SD-Steckplatz des X3 einsetzen oder entfernen. Wer noch die größeren CompactFlash-Karten benutzt, wird wohl eher zum älteren Axim X5 oder zum HP iPaq H2210 tendieren. Außerdem: Der oben rechts untergebrachte flache Stylus aus Aluminium ist nicht allzu komfortabel in der Anwendung.

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Dürftige Ausstattung: Dieses Axim-Basismodell bietet keine Extras. Daher ist die Anschaffung des optional erhältlichen 1800-mAh-Akkus empfehlenswert.
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Nur her damit: Wer mit den 32 MByte RAM nicht auskommt, kann jederzeit seine eigene SD- oder MMC-Karten hinzufügen.

Unter dem Display befinden sich die übliche 5-Wege-Navigationstaste und Zugriffstasten für Kalender, Kontakte, Posteingang und Home. Zwei zusätzliche Tasten – eine an jeder Ecke – können im Einstellungsmenü für praktisch jede Aufgabe konfiguriert werden (voreingestellt sind die Funktionen Sprachaufnahme und Windows Media Player). Das links angebrachte Scrollrad eignet sich hervorragend zum Scrollen von Webseiten oder langen Kontaktlisten.

An der Rückseite befinden sich eine eingelassene Reset-Taste und der auswechselbare 950-mAH-Akkupack. Dell bietet einen optionalen 1800-mAH-Akku an, der den Akkubetrieb ungefähr verdoppeln dürfte. Festzustellen ist auch, dass mit dem Gerät kein Cradle zur Synchronisation geliefert wird. Stattdessen erhält der Käufer ein USB-Synchronisationskabel, das sich einfach einpacken und transportieren lässt.

Features

Auch wenn der X3 nicht gerade der Schnellste ist, dürften seine Leistungsmerkmale für die meisten Anwender vollkommen ausreichen. Dieses Modell basiert auf einem Intel XScale PXA255-Prozessor mit 300 MHz und wartet mit 64 MByte Gesamtspeicher auf: 32 MByte SDRAM (von denen 25 MByte verfügbar sind) und 32 MByte Intel StrataFlash ROM. Zwar ist das Flash-ROM nicht flüchtig (Daten gehen also nach einem Stromausfall nicht verloren), aber es stehen nur 3,5 MByte Speicherkapazität bereit. Diesem Basismodell fehlen die Wi-Fi-Fähigkeiten seines 400 MHz starken großen Bruders. Online-Möglichkeiten sind aber mit dem Zusatz eines WLAN-Adapters über den Erweiterungsslot vorhanden.

Für den Fall, dass Anwender mittels einer WLAN-Karte mit diesem Modell online gehen wollen, hat Dell ein einfaches Setup-Programm beigelegt. Wenn man den WLAN-Adapter eines Drittanbieters verwendet, unterstützt die Software des X3 mehrere POP3- oder IMAP4-E-Mail-Postfächer und arbeitet mit Microsoft-basierten VPNs in Unternehmen zusammen. Allerdings werden selbst technisch versierte Anwender Hilfe – und Zugriffsberechtigungen – von der IT-Abteilung ihres Unternehmens benötigen, um einige der erweiterten Funktionen einzurichten.

Davon abgesehen entspricht die Software des X3 dem Standard: Windows Mobile 2003; ActiveSync 3.7; Pocket-Versionen von Microsoft Outlook, Word, Excel, Internet Explorer, MSN Messenger und Windows Media Player sowie etliche andere Softwaredemos auf der CD. Als nachträgliches Upgrade ist neben dem stärkeren Akku und einem Cradle zur Synchronisation eine faltbare Tastatur erhältlich.

Wie alle Pocket PCs kann der X3 sowohl zur Sprachaufzeichnung als auch zur portablen Medienwiedergabe eingesetzt werden. Der standardmäßige 1/8-Zoll-Kopfhöreranschluss funktioniert mit jedem Walkman-artigen Kopfhörer und der kleine rückseitig angebrachte Lautsprecher kann zur einfachen Tonwiedergabe verwendet werden. Zum Speichern von Liedern oder Videos wird man jedoch auf eigene SD- oder MMC-Medien zurückgreifen wollen.

Performance

Selbst mit dem nur 300 MHz schnellen Intel XScale PXA255-Prozessor und einer kombinierten Speicherkapazität von 64 MByte (also nur halb so viel wie in den 400-MHz-Modellen) reagierte der Axim X3 mit Elan auf Befehle und Klicks und stürzte in einer Woche intensiven Gebrauchs kein einziges Mal ab. Bei der Anzeige der detailreichen Grafiken in Hexactos Bounty Hunter 2099 Pinball zeigten sich keinerlei Verzögerungen, große Adobe Acrobat-Dateien wurden problemlos geladen. Das helle, transflektive Farb-Display steht im Vergleich mit anderen konkurrierenden Pocket PCs gut da. Es funktioniert sowohl im Innen- als auch im Außenbereich sehr gut und ist so hell, dass die Hinterleuchtung nur auf 70 Prozent eingestellt werden musste. Was den Ton anbelangt, klingen digitale Musikdateien großartig.

Durch den niedrigeren Energiebedarf hielt der 950-mAH-Akku des Geräts länger durch als die Akkus der anderen beiden getesteten X3-Modelle mit 400 MHz. Die Videoanzeige war glasklar und ohne Doppelkonturen, wenn auch ein Anflug von Flackern erkennbar war. Im Test lieferte dieses Gerät eine akzeptable Akkulaufzeit von 4 Stunden bei einem auf 50 Prozent abgedunkelten Display – 10 Minuten länger als die des e355 von Toshiba. Im Akkubetrieb kann der X3 4 Stunden und 45 Minuten lang MP3s abspielen. Dies übertrifft zwar die Werte der 400-MHz-Geräte, hinkt aber noch immer um über eine Stunde hinter der Leistung des X5 von 6 Stunden und 22 Minuten hinterher. Außerdem weist dieses Modell einige der Schrullen seines leistungsstärkeren Bruders auf: Der Ladevorgang endet bei 99 Prozent und sobald das System 14 Prozent erreicht, funktioniert die Videowiedergabe nicht mehr – genau wie bei den Geräten anderer Hersteller mit Windows Mobile 2003.

Mit dem USB-Kabel übertrug der X3 Daten mit einer Geschwindigkeit von 195 kbit/s und synchronisierte Termine von zwei Monaten und eine Kontaktliste mit über 700 Einträgen mit einem 2,2 GHz Pentium 4-System in 46,1 Sekunden – ein Drittel länger als bei den 400-MHz-Modellen und auf einer Stufe mit dem e740 von Toshiba.

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