Cisco warnt vor schwerwiegender Sicherheitslücke in Nexus-Switches

Sie erlaubt Denial-of-Service-Angriffe. Ein Hacker kann unter Umständen schädlichen Internettraffic an IP-Adressen im internen Netzwerk weiterleiten. Das löst möglicherweise einen Absturz des Netzwerk-Stacks der betroffenen Switches aus.

Cisco hat seine Kunden aufgefordert, die aktuellen Updates für die NX-OS-Software seiner Nexus-Switches zu installieren. Sie stopfen ein als kritisch eingestuftes Sicherheitsloch. Es wiederum begünstigt Denial-of-Service-Angriffe auf ein internes Netzwerk.

Cisco (Grafik: Cisco)Die Anfälligkeit mit der Kennung CVE-2020-10136 erlaubt es einem Angreifer, aus der Ferne die Zugangskontrollen für ein Netzwerk zu überwinden und schädlichen Internet-Traffic an das interne Netzwerk weiterzuleiten. Konkret macht der Bug mögliche Zugangslisten (Access Control Lists, ACL), die den eingehenden Datenverkehr filtern sollen, wirkungslos.

Eine Attacke erfolgt laut Cisco über das IP-in-IP Tunneling Protocol, das es erlaubt, IP-Pakete in anderen IP-Paketen zu verkapseln, ohne dass der Traffic verschlüsselt wird. Nexus-Switches entkapseln diesen Traffic fälschlicherweise und verarbeiten die IP-in-IP-Pakete, die für eine lokale IP-Adresse gedacht sind, selbst wenn keine Tunnelkonfiguration vorhanden ist.

Laut Vijay Sarvepalli vom US-CERT Coordination Center werden Netzwerkgeräte dadurch angreifbar, dass sie IP-in-IP-Pakete von einer beliebigen Quelle und für jedes Ziel im Netzwerk akzeptieren, ohne dass eine spezielle Konfiguration für Quelle und Ziel-IP-Adresse vorliegt. Genau dieses Problem liegt derzeit bei Nexus-Switches vor: Eigentlich sollten sie nur dann IP-in-IP-Datenverkehr verarbeiten, wenn eine manuelle konfigurierte ACL vorliegt.

Cisco weist darauf hin, dass ein IP-in-IP-Paket nicht nur den ACL-Filter, sondern möglicherweise auch weitere Sicherheitsmaßnahmen aushebeln kann, wie beispielsweise ein vorgegebener Netzwerkpfad, falls ein Gerät nur den Header des äußeren IP-Pakets prüft, nicht aber den Header des inneren Pakets.

Denial-of-Service-Angriffe sind möglich, weil ein Angreifer, der den Bug wiederholt ausnutzt, einen Absturz des Netzwerk-Stacks des Geräts auslöst. Cisco bewertet die Schwachstellen mit 8,6 von 10 möglichen Punkten.

Betroffen sind unter anderem die Nexus 3000 Series Switches, die Nexus 5500 und 5600 Platform Switches sowie die Nexus 6000, 7000 und 9000 Series Switches, letztere nur im Standalone NX-OS-Modus. Cisco rät, die verfügbaren Updates zu installieren. In seinem Advisory hält es aber auch einen Workaround für Kunden bereit, die zeitnah keine Aktualisierung vornehmen können.

Administratoren können zudem einen auf GitHub verfügbaren v nutzen, um zu prüfen, ob ihre Switches angreifbar sind. Veröffentlicht wurde der Beispielscode von Yannay Livneh, dem Entdecker der Schwachstelle.

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