5G-Ausbau: Telefónica setzt auf Huawei und Nokia

Die Zusammenarbeit mit Huawei und Nokia beim Aufbau eines 5G-Netzes ist allerdings abhängig von einer erfolgreichen Sicherheits-Zertifizierung der Technologie und der Unternehmen.

Für den flächendeckenden LTE-Ausbau sowie den Aufbau einer 5G-Mobilfunkinfrastruktur will Telefónica in den kommenden beiden Jahren etwa 17 bis 18 Prozent seines Umsatzes investieren. Bislang investiert Telefónica Deutschland eigenen Angaben zufolge jährlich rund eine Milliarde Euro, den Großteil davon ins Netz.

Beim Aufbau seines 5G-Netz will Telefónica mit Nokia und Huawei zusammenarbeiten. Dieser Plan ist allerdings abhängig von einer erfolgreichen Sicherheits-Zertifizierung der Technologie und der Unternehmen nach den gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland.

Telefónica will für den Ausbau seines 5G-Netzes mit Huawei und Nokia zusammenarbeiten (Bild: ZDNet.de).Telefónica will für den Ausbau seines 5G-Netzes mit Huawei und Nokia zusammenarbeiten (Bild: ZDNet.de).

Nokia und Huawei sollen zu gleichen Teilen die Ausrüstung der Mobilfunkstandorte mit moderner 5G-Antennentechnik liefern. Telefónica Deutschland will den neuen Mobilfunkstandard im O2-Netz „in der kürzest möglichen Zeit sowohl Privat- als auch Geschäftskunden in Deutschland anbieten“. Über zukünftige Technologiepartner für das Mobilfunk-Kernnetz ist indes noch keine Entscheidung getroffen worden. Diese soll im kommenden Jahr erfolgen.

Die Telekom hat Huawei vom Ausbau des Kernnetzes ausgeschlossen, nachdem einige politisch Verantwortliche immer wieder den chinesischen Konzern in die Nähe der Kommunistischen Partei Chinas rückten. Allen voran US-Präsident Trump, der im Zuge des Handelskrieg mit China Huawei mit Sanktionen belegt hat. Derzeit darf, bis auf wenige Ausnahmen, keine US-Firma Geschäftsbeziehung mit dem chinesischen Telekommunikationskonzern unterhalten. Das hat zur Folge, dass Huawei neue Smartphones nicht mehr mit den Google-Diensten ausliefern kann und daher kaum Käufer für die Geräte finden dürfte. Der chinesische Konzern reagiert auf die Handelsanktionen und versucht die Abhängigkeit von US-Technik zu minimieren. Hinsichtlich des Mate 30 ist ihm das hinsichtlich der Hardware auch bereits gelungen.

Huawei-Verbot: „Die Diskussion ist politisch und wird nicht mit Fakten geführt“

In der Schweiz ticken die Uhren hingegen anders. Zum Druck amerikanischer Behörden auf europäische Mobilfunkkonzerne, die auf die Technik des chinesischen Netzwerkanbieters setzen, sagte der Verwaltungsratspräsident des Schweizer Mobilfunkkonzerns Sunrise Peter Kurer im Interview mit der NZZ im April: „Der gesunde Menschenverstand spricht gegen solche Bedenken. Huawei ist mit einen Marktanteil von 30 Prozent globaler Marktführer. In einer solchen Position können sie sich nicht das Geringste erlauben, was ihrer Reputation schaden könnte. Vielmehr als westliche Lieferanten, die sich eher Fehltritte erlauben können, befindet sich Huawei unter dem Mikroskop der Weltöffentlichkeit. Die Diskussion ist politisch und wird nicht mit Fakten geführt. In den vergangenen Wochen ist sie allerdings rationaler geworden. Der Tenor lautet nun: «Ja, Sicherheit ist wichtig. Aber sie betrifft nicht nur einen einzelnen Anbieter, sondern alle.» Wir nehmen die Sorgen rund um Datenschutz, Überwachung und Cyberattacken extrem ernst. Wenn etwas in unseren Netzen nicht sauber ist, dann entdecken wir das.“

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