Huawei verschiebt Verkaufsstart von Mate X um drei Monate

Das faltbare 5G-Smartphone soll erst im September in den Handel kommen. Der Hersteller bestreitet einen Zusammenhang mit den US-Sanktionen. Er wolle die Einführung vielmehr vorsichtiger angehen als Samsung, das sein Galaxy Fold wegen Displayproblemen zurückziehen musste.

Huawei will sein faltbares 5G-Smartphone Mate X erst im September in den Handel bringen. Das auf dem Mobile World Congress im Februar vorgestellte Mate X, dessen Display das Gerät wie ein Buchumschlag umhüllt, sollte ursprünglich Mitte des Jahres auf den Markt kommen.

Das Unternehmen teilte mit, es wolle nach dem Fehlschlag Samsungs mit dem faltbaren Galaxy Fold lieber Vorsicht walten lassen. „Wir wollen kein Produkt einführen, mit dem wir unseren Ruf zerstören“, zitiert CNBC einen Huawei-Sprecher.

Mate X (Bild: Huawei)

Samsung hatte den Verkauf seines faltbaren Smartphones auf unbestimmte Zeit zurückstellen müssen, nachdem bei ausgegebenen Testgeräten der faltbare Hauptbildschirm schon nach Tagen ausfiel – und ein Teardown mögliche Designfehler offenbarte.

Die Verschiebung von Mate X bestätigte Huaweis Pressechef Vincent Pang am Rande der Konferenz WSJ Tech D.Live in Hongkong. Er bestritt jedoch einen Zusammenhang mit den US-Sanktionen gegen Huawei, die einer künftigen Nutzung von Googles Android durch den chinesischen Hersteller entgegenstehen. Als Grund führte Pang vielmehr laufende Zertifizierungsprüfungen verschiedener Netzbetreiber an, deren Abschluss im August zu erwarten sei. Huawei strebe dann einen weltweiten Verkaufsstart an und wolle sich dabei auf Märkte konzentrieren, in denen der kommende Mobilfunkstandard 5G verfügbar wird.

Mate X (Bild: Huawei)Geöffnet bietet das Mate X ein 8-Zoll-Display (Bild: Huawei).

Gegenüber Reuters erklärte Pang aber auch, Huawei teste sein eigenes Betriebssystem Hongmeng, um es bei Bedarf für seine Smartphones einzusetzen. Hongmeng – für das in Europa bereits die Wortmarke Ark OS angemeldet wurde – basiert auf der freien Open-Source-Basis von Android und eigenen Apps. Nicht damit verfügbar wären damit aber Googles Play Store und viele der beliebtesten Anwendungen.

„Wir ziehen natürlich Google und Android vor, da wir schon viele Jahre zusammenarbeiten“, so Pang. „Aber wenn die Umstände uns zwingen, können wir Hongmeng in sechs bis neun Monaten einführen.“ Sein eigenes Betriebssystem sieht Huawei vor allem für Smartphones vor. Es soll später aber auch andere Geräte wie etwa Notebooks unterstützen.

Themenseiten: Android, Betriebssysteme, Displays, Huawei, Smartphone

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