iTunes bleibt unter Windows bestehen

Einzelne Anwendungen für Music, TV und Podcasts ersetzen iTunes ab macOS 10.15 Catalina. Apple verspricht mit den neuen Medien-Apps eine wesentlich einfachere und schnellere Mediennutzung. Unter Windows soll sich jedoch in absehbarer Zeit nichts ändern.

Apple hat auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC wie erwartet das Aus für iTunes mit der nächsten Version von macOS bestätigt, die als macOS Catalina im Herbst 2019 zu erwarten ist. Die zentrale Medienverwaltung iTunes läuft nach 18 langen Jahren aus zugunsten von drei Anwendungen für Music, TV und Podcasts, wie es bereits mit den Medien-Apps für iPhone und iPad vorgemacht wurde. „Die Zukunft von iTunes ist nicht eine App, sondern drei“, brachte es Craig Federighi auf den Punkt, bei Apple als Senior Vice President für die Softwareentwicklung verantwortlich.

Apple Music soll in macOS 10.15 Catalina vorhandene Musikbibliotheken vollständig aus iTunes übernehmen, verspricht der iPhone-Hersteller. Das soll neben bei Apple erworbenen Songs auch Musik umfassen, die aus anderen Quellen hinzugefügt wurde, also auch von MP3-Dateien oder CDs. Nutzer sollen weiterhin ihre Nicht-iTunes-Dateien mit der Cloud synchronisieren können. Auch können sie weiterhin Songs über den iTunes Music Store käuflich erwerben – Apple Music bleibt also nicht auf einen reinen Streamingdienst beschränkt.

iTunes Store auf einem MacBook (Bild: Apple)

Während die wesentlichen Features von iTunes erhalten bleiben, ändert sich jedoch die Verwaltung von Medieninhalten und Geräten. War es bislang die Aufgabe von iTunes, von einem Mac-Rechner aus mit iOS-Geräten zu synchronisieren und sie zu verwalten, geschieht das in Zukunft über Apples Dateiverwaltung Finder. Wenn etwa ein iPhone verbunden wird, erscheint es dort ähnlich wie ein USB-Laufwerk oder eine externe Festplatte. Ein Klick darauf lässt jedoch ein an iTunes erinnerndes Interface erscheinen, das dieselben Features anbietet.

Was aus iTunes unter Windows wird, ließ Apple bei seiner Präsentation auf der Worldwide Developers Conference in San Jose noch offen. Inzwischen wurde klar, dass sich dort in absehbarer Zeit nichts ändern wird. Die überladene und schwerfällige Software, häufig als Bloatware in der Kritik, bleibt unter Microsofts Betriebssystem unverändert bestehen und wird nicht in mehrere Apps aufgespalten. Dasselbe dürfte auch für ältere macOS-Versionen gelten.

Keine erhellenden Aussagen gibt es dazu, inwieweit neue Features in iTunes für Windows Unterstützung finden werden. Der iPhone-Hersteller ließ lediglich wissen, dass Windows-Nutzer weiterhin eine unveränderte Erfahrung wie zuvor haben werden. Von einer auslaufenden Unterstützung für iTunes unter Windows war nicht die Rede. Das schließt aber natürlich nicht aus, dass Apple eines Tages auch Apple Music als Anwendung unter Windows bereitstellen wird – wie schon unter Android geschehen.

Themenseiten: Apple, Betriebssysteme, Microsoft, Musik, Software, Streaming, Windows, iTunes

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